Bank Run: Spaniens Banken verlieren 73 Mrd. Euro im Juli


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Der Run auf spanische Banken setzt sich weiter fort. So wurden allein im Juli rund 73 Milliarden Euro von den Geldinstituten abgezogen. Ein Betrag, der 7 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Somit befindet sich Spanien weiter in den Fußstapfen Griechenlands und der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone droht ein fataler Bankrott.

Haben endlich ausgedient: Spanische Banken

Weit entfernt von einer Lösung der wirtschaftlichen Probleme hat die spanische Regierung der Bevölkerung Budgetkürzungen auferlegt, die eine brutale Abwärtsspirale eingeleitet haben. Weniger Ausgaben bedeutet weniger Geld im Umlauf, Deflation, und zieht die Wirtschaftsleistung nach unten. Da das Land über keine eigene Währung verfügt, kann die heimische Währung nicht abgewertet werden, wie es etwa die Bank of England im Jahr 2009 in Großbritannien durchgeführt hatte. Kann man die Bevölkerung also nicht durch Preissteigerungen besteuern, bleibt nur noch der Weg über Einkommenskürzungen.

Das Misstrauen in die heimischen Banken hält weiter an: So wurden allein im Juli Einlagen im Wert von 73 Milliarden Euro abgezogen – ein Trend, der nicht mehr aufzuhören scheint. Nicht sehr schlau: Das in Spanien abgezogene Geld wird nach Deutschland und Großbritannien transferiert. Es liegt nun also bei den gleichen Übeltätern, nur eben woanders.

Erschwerend kommt hinzu, dass die spanische Regierung zunehmend ihre Macht über die katalanische Regionalregierung verliert, die gestern ein Rettungspaket in Höhe von 5 Milliarden Euro von Madrid verlangt hatte. Katalonien gilt trotz seiner Schulden als verhältnismäßig reich, konnte aber im Juli Zahlungen für den Sozialsektor nicht leisten. Laut Medienberichten fehlen 400 Millionen Euro.



Wie bereits in Portugal, Irland und Griechenland geschehen ist es jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis Spanien eine Notfallrettung seines maroden Bankensystems beantragen wird. Wie es dort weiter geht, kann sich sicherlich jeder denken. Natürlich wird Spanien nicht mehr lange gegen den freien Markt ankämpfen können und dem Beispiel Griechenlands folgen. Griechenland ringt seit 2009 mit einem fatalen Zusammenbruch und könnte schon bald seinen Bankrott erklären und den Austritt aus der Eurozone beschließen.

6 Kommentare

  1. 73 milliarden? sind ja fast 4 milliarden euro pro arbeitstag. nicht schlecht für 47 millionen spanier. also hebt jeder vom säugling bis zum rentner fast 100 euro pro arbeitstag dort ab. finde ich super, kann gerne noch mehr werden!

  2. verstehe ich alles nicht! Geld ist doch nur eine Vision! und wenn der Staat gern Visionen hat, dann kann er diese doch zum Druck bringen! Oder ist das Papier alle?

  3. Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt.

    Mögen uns die höhere Mächte helfen, das was auf uns zukommt als das zu akzeptieren, was notwendig ist, um eine schönere Welt zu gestalten. Mögen wir die Kraft behalten, weiter auf unserem Weg zu gehen, mit Verantwortung für uns und die Anderen. Und mögen wir den Mut und das Durchhaltevermögen behalten, uns nicht einschüchtern zu lassen oder in die Resignation zu verfallen.

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