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25.11.1867: Alfred Nobel patentiert Dynamit


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Am 25. November 1867 patentierte der schwedische Chemiker und spätere Rüstungsunternehmer Alfred Nobel den Sprengstoff Dynamit.

Alfred Nobel Dynamit
Alfred Nobel Dynamit, Bild: Gegenfrage.com

Heute wird Alfred Nobel (1833-1896) in erster Linie mit dem Nobelpreis in Verbindung gebracht, der jedes Jahr an mehr oder weniger große Persönlichkeiten für ihre akademischen, kulturellen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritte verliehen wird.

Vor allem aber war er Ingenieur, Chemiker und Erfinder. In seiner Heimat Schweden baute er zahlreiche Brücken. Und am 25. November 1867 patentierte er seine bahnbrechendste Erfindung: das Dynamit.

Wer hat’s erfunden?

Er hatte jedoch ein wenig Hilfe von einem „Freund“. In den 1860er Jahren begann Nobel mit einer Substanz namens Nitroglycerin zu experimentieren. Nitroglycerin – ursprünglich „Pyroglycerin“ genannt – wurde 1846 von einem italienischen Chemiker erfunden.

Ascanio Sobrero, der in Paris beim selben Professor wie Nobel studiert hatte, entdeckte das Nitroglycerin, indem er Glycerin zu einer Mischung aus Salpetersäure und Schwefelsäure in eine Art Öl gab. Die Lösung war sehr instabil und Sobrero selbst wurde durch seine Experimente mit Nitroglycerin schwer verletzt.

Er hielt die Lösung für zu gefährlich und zerstörerisch, um jemals daraus einen Nutzen zu ziehen. Aber Nobel, der sich bereits seit langer Zeit für Sprengstoff und Waffentechnik interessierte, hatte eine andere Idee.

Der damals gebräuchlichste Sprengstoff war Schwarzpulver – auch als Schießpulver bekannt. Das Schwarzpulver war für Handfeuerwaffen durchaus geeignet, doch konnten damit nur schwer größere Sprengungen durchgeführt werden. Nitroglycerin hingegen war extrem stark, musste aber mit äußerster Vorsicht gehandhabt werden.

Nobel baute eine kleine Fabrik auf, um mit Sprengstoff zu arbeiten, Nitroglycerin herzustellen und daran zu experimentieren. Zunächst arbeitete er mit einem Holzzünder. 1865 setzte er eine Sprengkapsel ein, die den Zünder aus Holz ersetzen sollte.

Die Experimente verliefen allerdings nicht ganz störungsfrei. In einem Fall sprengte er seine Fabrik in die Luft. Die Überreste des Gebäudes brannten nieder und mehrere Arbeiten gingen verloren. Sein 21-jähriger Bruder Emil Oskar und vier weitere Personen starben ebenfalls bei der Explosion.

Zwischen 1866 und 1867 entdeckte er jedoch, dass die Wirkung von Nitroglycerin abgeschwächt werden kann, indem es mit einer absorbierenden Substanz aus Kieselsäure gemischt wird. Die Mischung war eine Art Paste, die er „Dynamit“ nannte. Am 25. November 1867 erhielt Nobel das US-Patent 78317 für seine Erfindung von Dynamit.

Sobrero war nicht begeistert

Als er hörte, dass Nobel mit der Substanz experimentierte, die er erfunden hatte, war Sobrero gedemütigt. Er schämte sich für seine Entdeckung. „Wenn ich an all die Opfer denke, die während der Nitroglycerin-Explosionen getötet wurden.“

„Und an das schreckliche Chaos, das angerichtet wurde, was aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Zukunft der Fall sein wird, schäme ich mich fast, zuzugeben, der Erfinder zu sein“, sagte er, als Dynamit kommerzialisiert wurde.

Aber Nobels Biograph Kenne Fant schrieb, dass Sobrero später, nachdem er miterlebt hatte, wie die Erfindung von Dynamit aus Nobel einen steinreichen Unternehmer machte, seine Aussage änderte und sich darüber beschwerte, dass ihm nicht genügend Anerkennung für seine Entdeckung zugesprochen wurde.

Alfred Nobel, der „Kaufmann des Todes“?

Nobel wurde in eine wohlhabende Familie geboren, da sein Vater erfolgreich ein Rüstungsunternehmen betrieb, das unter anderem Seeminen herstellte, die etwa vom Russischen Reich gekauft und im Krimkrieg eingesetzt wurden.

Eine französische Zeitung betitelte Alfred Nobel im Jahr 1888 als „Kaufmann des Todes“, da durch seine Erfindungen mehr Menschen schneller als jemals zuvor getötet werden konnten. Damit erklärte man sich weltweit seinen enormen Wohlstand.

Nobel wollte nach dem Bericht in der französischen Zeitung sein Image verbessern und gab von nun an an, den Krieg zu verabscheuen. Darum, so argumentierte er, erfinde er riesige Waffen, um die Welt dazu zu bewegen, aufgrund der enormen Zerstörung durch moderne Waffen Abstand vom Krieg nehmen.

Im Jahr 1894 kaufte Nobel den schwedischen Rüstungskonzern Bofors. Das Unternehmen hatte zuvor damit begonnen, von der Eisenverarbeitung auf die Waffenproduktion umzustellen, woran Alfred Nobel nach dem Kauf maßgeblich mitwirkte. 1896 starb der Unternehmer.

Quellenangaben anzeigen
thoughtco, britannica, ibtimes, softschools

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