25.06.1950: Beginn der Sanktionen gegen Nordkorea


Geschichte/Nordkorea

Am 25. Juni 1950 begann der Koreakrieg und damit die Sanktionen gegen Nordkorea. Kein anderes Land der Welt wurde bisher so lange und so hart von den Vereinten Nationen bzw. den USA sanktioniert, isoliert und militärisch bedroht.

Sanktionen USA, Vereinte Nationen, Nordkorea
Sanktionen USA, Vereinte Nationen, Nordkorea, Bild: Gegenfrage.com

Nordkorea mag innenpolitisch ein diktatorisch geführtes, kommunistisches Regime sein, das nicht viel auf Menschenrechte gibt, so heißt es. Ein Land, in dem sich die Bürger sicherlich etwas mehr Freiheit wünschen würden und wo vermutlich nicht alle damit einverstanden sind, dass sie beispielsweise nicht ausreisen dürfen.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Doch muss man dem isolierten Staat eines zugestehen: Seit Beginn des Koreakrieges am 25. Juni 1950 erträgt er geduldig die von Washington verhängten Handelsembargos, die seither immer weiter verschärft werden. Heute ist das Land vom internationalen Handel praktisch abgeschnitten, umgesetzt durch die Vereinten Nationen (UN).

Es dürfte wenige Regierungen in der Geschichte dieser Welt geben, die derart harte Sanktionen so lange durchhielten, ohne den Versuch aus dieser Zwangsjacke gewaltsam auszubrechen. Zumindest ist die militärische Aufrüstung Nordkoreas vor dem Hintergrund ständiger Bedrohung durch die USA kein Wunder.

Denn nicht nur die wirtschaftlichen Sanktionen sind ein Problem, auch die militärischen Bedrohungen durch die USA. Kaum jemand wird sich daran erinnern, dass der ehemalige amerikanische Generalstabschef und spätere US-Außenminister Colin L. Powell im Februar 1995 sagte:

„Falls wir irgendwann den Verdacht haben sollten, dass sie [Nordkorea] Atomwaffen benutzen werden oder sie tatsächlich einsetzen, dann machen wir aus ihnen Holzkohle-Briketts.“ Diese und viele andere Aussagen aus höchsten Rängen der US-Regierung finden in der westlichen Presse natürlich eher keine Beachtung. Eine schöne Zusammenfassung dazu gibt es hier.

Nordkorea-Gefahr nur US-Strategie?

Einige Beobachter sind der Meinung, dass den USA die Bedrohung durch Nordkorea nur als Vorwand dient, um eigene Truppen in die Nähe Chinas zu verlegen. „Diese Bedrohung ist nicht real. Die Vereinigten Staaten nutzen das nordkoreanische Feindbild, um in der Region militärisch präsent zu bleiben“, so der vietnamesisch-amerikanische Autor Linh Dinh im Jahr 2013.

Der amerikanische Blogger (StopImperialism.com) und Kommentator Eric Draitser sagte Anfang 2015, dass Nordkorea „ein Propagandawerkzeug im niemals endenden Propagandakrieg gegen Russland und China“ sei.

Chinas Sprecherin des Außenministeriums Hua Chunying sagte 2016 im Zusammenhang mit US-Drohungen gegen Nordkorea: „Durch die Verfolgung der eigenen Sicherheit sollten die Sicherheitsinteressen anderer Länder nicht beeinträchtigt werden“.

Kernwaffen- und Raketentests

Die UN verhängten nach einem Kernwaffentest 2013 neue Sanktionen gegen Nordkorea, wodurch Finanztransaktionen weiter eingeschränkt werden sollen und der internationale Zahlungsverkehr noch mehr erschwert wurde. Nordkorea drohte den USA daraufhin mit einem Nuklearschlag und kündigte einen Ausbau des Atomwaffenprogramms an.

2015

Im Jahr 2015 bot die nordkoreanische Regierung den USA an, die Kernwaffentests zu beenden. Im Gegenzug müssten jedoch US-Militärmanöver in der Region ebenfalls beendet werden. Die Vereinigten Staaten lehnten dieses Angebot ab.

2016

Nach einem Raketentest im Jahr 2016 kündigte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen weitere Sanktionen an. Zudem verlegten die USA das Raketenabwehrsystem THAAD nach Südkorea. Japan reagierte mit Finanzsanktionen und Südkorea stellte weitere Lautsprecher an der Grenze auf, um die Bürger Nordkoreas mit West-Propaganda zu beschallen.

China stoppte den Import einiger Rohstoffe aus Nordkorea und stoppte die Lieferungen von waffenfähigen Gütern nach Nordkorea. Es folgte ein weiterer Atomwaffentest. Erneut kam der Sicherheitsrat zusammen.

2017

Am 04. April 2017 startete Nordkorea eine Mittelstreckenrakete, die das Japanische Meer erreichte. Am 16. April startete nach Gewaltandrohungen der USA eine weitere Rakete, die nach US-Informationen jedoch gleich wieder abstürzte. US-Außenminister Rex Tillerson sagte, alle Optionen seien auf dem Tisch.

Am 29. April startete Nordkorea eine weitere Rakete, die den heimischen Luftraum jedoch nicht verließ. Der Sicherheitsrat kam erneut zusammen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Aktion als respektlos gegenüber China.

Am 14. Mai führte Pjöngjang einen weiteren Raketentest durch. Die Rakete flog 30 Minuten und legte in dieser Zeit 700 km zurück bei einer Flughöhe von 2.000 km. Am 08. Juni feuerte wurden vier Anti-Schiff-Raketen vor der Ostküste in der Nähe der Hafenstadt Wonsan abgefeuert.


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