Zu rassistisch: Philadelphia, USA, streicht Huckleberry Finn aus Lehrplan


Krass!/USA

Die Abenteuer von Huckleberry Finn – Mark Twains Klassiker und ein Vorzeigewerk der US-Literatur – wird in Philadelphia aus dem Lehrplan verbannt. Grund: Der Schreibstil ist zu rassistisch.

huckleberry finn
Huckleberry Finn, „Huck and jim on raft (hier)“ von Project Gutenberg. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Darth Vader ist schwarz gekleidet und darum ist Star Wars rassistisch, wie wir nun endlich wissen. Doch weiter geht’s: Mark Twains erfolgreichster Roman – Die Abenteuer des Huckleberry Finn (Buch hier) – vielleicht eines der berühmtesten, jemals in den USA erschienenen Bücher, wird in Philadelphia nun vom Lehrplan gestrichen. Grund: Das N-Wort taucht zu oft darin auf.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Eine Schule folgte nun ihrer Schülerschaft, die sich beim Lesen des Buches aufgrund der rassistischen Sprache unwohl fühlte, meldet der Philadelphia Inquirer. „Wir kamen gemeinsam zum Schluss, dass die gemeinschaftlichen Kosten für diese Lektüre den literarischen Wert in der 11. Klasse übersteigen“, lautete es in einem Brief der Lehrkräfte an die Eltern.


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Die „rassistischen Beleidigungen“ im Buch seien in Frage zu stellen. Folglich stehe man heute für „friedliche Lösungen von Konflikten, die Suche nach der Wahrheit und Zusammenarbeit.“ Das Buch, welches im Jahr 1884 erstmals erschien, erzählt die Flucht von Huckleberry Finn vor dessen gewalttätigem Vater.

Unterwegs lernt er Jim kennen, einen entlaufenen Sklaven, der in der Originalfassung als „Nigger“ bezeichnet wird. Lustig: Auch nach der Erstveröffentlichung in den USA empörten sich viele Amerikaner über das Buch. Allerdings nicht wie heute über den darin enthaltenen Rassismus.

Genau das Gegenteil war der Grund: Nämlich die Freundschaft zwischen einem Schwarzen und einem Weißen, weshalb das Buch bereits damals zur Zensur stand. Im Jahr 2011 wurde das N-Wort im Roman durch „Slave“ (Sklave) ersetzt.


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Mark Twain sprach sich nach der Eroberung Puerto Ricos, der Marianen und der Philippinen entschlossen gegen den US-Imperialismus seiner Zeit aus und war wichtiges Mitglied der sogenannten antiimperialistischen Bewegung. Das Buch „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ kann hier bestellt werden.

Quellenangaben anzeigen
philadelphiainquirer, breitbart


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Noam Chomsky befasst sich in seinem neuen Buch erstmals mit dem großen Thema unserer Zeit: der sozialen Ungleichheit.

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8 Comments

  1. Hallo Bürgender,
    das Buch erschien erstmalig 1884, da hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen.
    1984 ist ein guter Titel von Orwell wie du weißt, insofern ein wegweisender „Ausrutscher“.
    Ich lese hier immer wieder gern, also weiter so.
    Mfg

  2. Nachtrag.
    Wenn in den VSA dieses Buch in einer 11. Klasse behandelt wird, ohje, ohje.
    Wir Ossies lasen dies spätestens mit 11 Jahren.
    Das wirft natürlich ein besonderes Licht auf deren „Verbildungssystem“.
    Bei uns störte sich auch niemand an der Bezeichnung Neger, jedenfalls als ich 11 war (1966). Rassistisch???
    Alle verblödet dort, Demontage von Weltliteratur.

  3. Bin jetzt irritiert!
    Im Text steht, dass das Buch vom Lehrplan gestrichen.wird, weil dort das N-Wort zu oft gebraucht wurde. Im weiteren Verlauf des Textes steht, dass im Jahre 2011 das N-Wort durch „Slave“ ersetzt wurde.
    Ich persöhlich sehe das N-Wort auch als rassistisch und somit als Deffamierung unserer pigmentierten Freunde. Das Buch sollte als Fassung mit dem N-Wort daher vom Markt genommen und auch in Schulen nicht zur Nutzung herangezogen werden. Sollten die Schulen, in Philadelphia jedoch die Bucher mit dem ersetzten Wortlaut „Sklave“ nutzen,dann ist doch alles in Butter!
    Vieleicht liegt es darin, dass das Buch nicht heuchlerich genug ist und keine pädophilen Themen beherberigt, die die Amerikaner sicherlich so lieben, wie das Leben ihrer Nachbarn.

  4. Was auch nicht so bekannt ist, ähnlich wie beim Beispiel von Kaiser, ist die Tatsache, dass die rumänischen Roma sich selbst zum überwiegenden Teil als „Zigeuner“ (rum. țigan, ausgesprochen zigan) bezeichnen und da nichts Diskriminierendes daran finden.

    Aber man darf ja das nicht in Frage stellen, was „von oben“ kommt, – typisches Beispiel die 6 Mio-Story.

    Dazu interessante Beobachtungen in der US-Presse zu einer Zeit, in der noch niemand wußte, wie „Hitler“ überhaupt geschrieben wird.

    http://nsl-archive.tv/Buecher-bis1945.html

    („die Zahl 6 Millionen“)

  5. Egal, ob hin oder her, – was für mich auch wichtig ist, das ist der Umstand, dass wir morgen die Wintersonnenwende haben. Morgen also die längste Nacht des Jahres, ab dann beginnt der Tag, wieder etwas länger zu werden. Auch, wenns nur ca. 2 Minuten pro Tag sind.

    15 Std, Dunkelheit, von 17 Uhr bis 8 Uhr früh, das macht trübsinnig. Wenns bewölkt ist, dann schiebt sich noch die Dämmerungsphase verlängernd nach vorne und hinten dran.

    Wußten schon die alten Germanen, – dewegen gabs an diesem Tag das Julfest, das man später zum Weihnachtsfest umgemünzt hat, Obwohl die Geburt Jesu Christi nach heutiger Meinung im Spätsommer stattgefunden haben soll.

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