Nordirland und Schottland wollen Vereinigtes Königreich „schnellstmöglich“ verlassen


Großbritannien/Irland/Politik/Schottland

Die zweitgrößte Partei in Nordirland hat am Montag zu einem Referendum über einen Austritt aus dem Vereinigten Königreich aufgerufen. Eine ähnliche Forderung kam ebenfalls am Montag von der schottischen Regierungschefin Sturgeon.

Schottland Nordirland Brexit
Ciao Großbritannien? Nordirland und Schottland wollen nicht mehr, Bild: Gegenfrage.com

Die irische Partei Sinn Féin hat am Montag erneut zu einer Volksabstimmung aufgerufen, um das Vereinigte Königreich „schnellstmöglich“ zu verlassen. Ziel der Partei ist ein Austritt Nordirlands und eine Vereinigung mit der Republik Irland. Bereits im vergangenen Juni hatte die Partei im Zuge des „Brexit“ ein Referendum verlangt.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

„Der Brexit wird eine Katastrophe für die Wirtschaft und eine Katastrophe für die Menschen in Irland darstellen. Ein Referendum über die irische Einheit muss so schnell wie möglich erfolgen“, sagte Michelle O’Neill, Vorsitzende der Partei, in der Nordirland-Versammlung (nordirisches Parlament).

Schottland

Eine ähnliche Forderung kam zuletzt von der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon. Am Montag sagte sie, sie wolle das schottische Parlament „schnellstmöglich“ um einen derartigen Auftrag bitten.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May habe bisher sämtliche Verhandlungen über einen Austritt Schottlands aus Großbritannien abgelehnt. Man sei den Interessen Schottlands zum Thema Brexit „keinen Zentimeter entgegen gekommen“, so Sturgeon.

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independent, newstatesman

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Tja Theresa, da wird der Schuss mit dem Brexit für Großbritannien aber nach hinten losgehen.
Die größten Erdölreserven der EU in Schottland und Irland bleibt in der EU, damit die englischen Banken nicht so weit umziehen müssen.
Wenn ich jetzt Geld hätte würde ich Bürofläche in Irland kaufen.
Das Pfund hat bereits gegenüber Silber 99,3% verloren, oder anders herum, für ein Pfund bekommt man nur noch 0,7% des Silbers, was man zu den Glanzzeiten des Empire für eine Pfundnote bekommen hat.
Selbst gegenüber dem gebeuteltem Euro hat das Pfund seit dem Jahre 2000 über 30% verloren.
Das ist ein sehr schlechte Ausgangslage für Verhandlungen mit der EU über den Austritt, denn die EU wird es England so schwer machen wie es eben geht, um Nachahmer abzuschrecken.
Einige meiner englischen Nachbarn hier in Spanien spielen schon mit dem Gedanken die spanische Staatsbürgerschaft zu beantragen, denn bald ist es auch dann für Engländer mit den Sozialabkommen innerhalb der EU vorbei.
Keine kostenlose Krankenversorgung mehr für englische Rentner, keine Anrechnung von Arbeitszeiten für die Rente in Spanien usw. usw.
Keinen freien Zugang zum Arbeitsmarkt innerhalb der EU, wie bei Schweizern auch Visumspflicht, usw.
Und hundert Sachen, an die ich nicht gedacht habe.

Viele Grüße aus Andalusien
H. J. Weber

Man möge bei dem „Brexit“ aber den Freiheitsgewinn für England nicht vergessen.
Bisher wurden 80 % aller „britischen“ Gesetze in Brüssel erdacht und verfasst. Künftig wird England wieder eigene Gesetze schreiben dürfen.
Von dieser Freiheit ist Deutschland noch sehr weit entfernt.

Hallo Jürgen Borowski,

ich habe es hautnah erlebt und meine Ehefrau erlebt gerade hautnah, wie viele Vorteile die Harmonisierung in der EU z. B. bei Renten und der Krankenkassen in Europa mit sich bringt.
Z. B. benötigt ein Rentner in Spanien, um etwa 640 Euro 14 x in Jahr zu erhalten, mindestens 15 Beitragsjahre, sonst gibt es keine Rente.
Meine Ehefrau hatte aber nur 11 Jahre.
Dank der EU-Regelungen, konnte sie die fehlenden Jahre durch ihre Jahre vor unserer Heirat auffüllen.
Somit bekommt sie jetzt eine spanische Rente und eine deutsche Rente.
Und so könnte ich nun alleine was meine Ehefrau und mich betrifft (und wodurch wir Vorteile durch die EU haben) hundert Seiten weiter schreiben.
Z. B. zu Kindergeld, 9/10 Belegung bei KK, grenzüberschreitende Prozesskostenbeihilfe, Doppelbesteuerungsabkommen, freier Verkehr von Waren und Dienstleistungen usw. usw.
Gut über die Quecksilberbirnen und ähnliche Dinge rege ich mich auch auf.

Viele Grüße
H. J. Weber

Kann schon sein, Helmut, aber solche Dinge waren sicherlich nicht ausschlaggebend beim Votum der britischen Bevölkerung. Da spielte das Thema Souveränität eine größere Rolle.
Um versicherungstechnische Dinge zu regeln, bedarf es keiner Souveränitätsaufgabe zugunsten eines undemokratischen Vereins, sondern die Zusammenarbeit der nationalen Versicherungsträger untereinander. Wenns um Steuern geht, arbeiten die Brüder doch auch zusammen.

Hallo Jürgen Borowski
…aber solche Dinge waren sicherlich nicht ausschlaggebend beim Votum der britischen Bevölkerung. Da spielte das Thema Souveränität eine größere Rolle…
Ja- da hast Du Recht, aber so habe die Menschen gewählt die in England leben.
Ich darf in Spanien wählen, wenn es um EU Recht geht.
Und den Engländern die ich hier kenne „stehen die Haare zu Berge“ und sie zittern vor dem, was nun auf sie zukommt.
Natürlich gibt es Licht und Schatten und Deutschland ginge es sicherlich mit nur einer reinen E*W*G wesentlich besser.
Aber alle im Ausland lebenden Europäer würden bei einer Reduzierung der EU auf eine reine Wirtschaftsgemeinschaft, erhebliche Nachteile haben.
Wie würde es Dir gehen, wenn Du kontrolliert werden würdest, ob Du in Spanien angemeldet bist, nach 3 Monaten ein Visum benötigst, Dein Einkommen offen legen musst, kein Grund erwerben dürftest, eine Arbeitserlaubnis notwendig wäre, keinen Anspruch auf Sozialleistungen hättest, einen höheren Steuersatz zahlen müsstest usw. usw.
Hier leben Deutsche mit Schulpflichtigen Kindern.
Ja- mit Steuern arbeiten die Brüder auch zusammen; Gott sei Dank.
So ist in Spanien auch nur das für mich steuerpflichtig, was auch in Deutschland steuerpflichtig wäre, wenn ich dort wohnen würde.

Viele Grüße
H. J. Weber

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