Bürgermeister von Nagasaki warnt vor Gefahr weiterer Atomwaffen-Einsätze


Japan/Politik

Der Bürgermeister von Nagasaki warnt anlässlich des 72. Jahrestags des Atomangriffs der USA auf seine Stadt vor weiteren Atomwaffen-Einsätzen. Die Welt habe bei der nuklearen Abrüstung versagt und die globalen Spannungen steigen.

Anlässlich des 72. Jahrestags des Atomangriffs der USA auf Nagasaki klagte Tomihisa Taue, Bürgermeister der japanischen Großstadt, die Weltgemeinschaft an, dass sie bei der nuklearen Abrüstung versagt hat. Zudem äußerte er seine Sorge, dass Nagasaki nicht die letzte Stadt sein könnte, die mit Atomwaffen angegriffen wird.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

„Ein starkes Gefühl der Angst verbreitet sich auf der ganzen Welt, dass diese Waffen in nicht allzu ferner Zukunft wieder eingesetzt werden könnten“, sagte Taue im Friedenspark in Nagasaki. „Die internationale Situation rund um Atomwaffen wird immer angespannter“, fuhr er fort.

Er kritisierte die japanische Regierung unter Premierminister Shinzo Abe für ihre leeren Versprechen, sich für eine nukleare Abrüstung einzusetzen. Die Entscheidung Japans, nicht an Verhandlungen zum Atomwaffenverbotsvertrag bei den Vereinten Nationen teilzunehmen, bezeichnete er als „unverständlich“.

„Das werden wir sicherlich nie vergessen. Die Tatsache, dass am 09. August 1945 um 9:02 Uhr eine Atombombe in der Luft direkt über dem Hügel explodierte, wo wir jetzt stehen, wurden 150.000 Menschen umgebracht und verletzt“, sagte der Bürgermeister .

„An diesem Tag machten zerstörerische Explosionen und Hitzewellen die Stadt Nagasaki zu einer verkohlten Landfläche. Menschen, deren Haut in Streifen vom Körper hinab hing, stolperten in der zerstörten Stadt umher und suchten ihre Familien.“

Nagasaki war ein „Ort der Hölle“

Weiter: „Eine geschockte Mutter stand neben ihrem Kind, das schwarz verkohlt worden war. Jede Ecke der Stadt glich einem Ort der Hölle. Man war nicht in der Lage, den Menschen eine adäquate medizinische Behandlung zu ermöglichen, weshalb viele weitere Leute starben, einer nach dem anderen.“

Taue rief die Weltführer auf, nach Hiroshima und Nagasaki zu kommen, um sich vorzustellen, wie sie sich fühlen würden, wenn ihre eigene Familie an diesem Tag in Nagasaki gewesen wäre. Er beendete seine Rede, indem er diejenigen ehrte, die dem Atombombenangriff der USA zum Opfer fielen.

Desweiteren forderte er die japanische Regierung vehement dazu auf, die Überlebenden besser zu unterstützen. „Die nukleare Bedrohung wird nicht enden, solange die Nationen weiterhin behaupten, dass Atomwaffen für ihre Sicherheit maßgeblich sind“, betonte er.

Die Vereinigten Staaten und Russland besitzen die überwiegende Mehrheit des weltweiten Atom-Arsenals. Die Vereinigten Staaten sind bis heute das einzige Land der Welt, das Atomwaffen gegen ein anderes Land eingesetzt hat.

Quellenangaben anzeigen
mainichi.jp

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Nach oben scrollen