Ist die Eurokrise endlich vorbei?

15. April 2012 von Bürgender

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sieht die Eurokrise als fast überstanden. So sagte er der Bildzeitung kürzlich, dass sich die Lage stabilisiere und das Vertrauen der Investoren allmählich zurückkehre. “Das Schlimmste ist vorbei.” Zudem kündigte er ein “rasches Handeln der EZB” an, falls Inflationsrisiken auftreten. Der Euro sei eine sichere Währung, sagte er.

Alles gut? Wirklich? Nun ja, leider sind die Schulden immer noch da, die Wirtschaft der PIGS (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien) befindet sich noch immer im freien Fall. Und die “Inflation” – genauer gesagt die Teuerung – wird überhaupt erst allein durch EZB & Co. verursacht. Wenn Draghi also tatsächlich die Inflation bekämpfen wollte, müsste er sofort seinen Job bei der EZB hinwerfen und das Geldsystem abschaffen. Aber dies ist ein anderes Thema.

Bundeskanzlerin Merkel sagte neulich, dass Griechenland elementar sei für das Fortbestehen der Eurozone. Betrachtet man die nackten Zahlen Griechenlands und der anderen PIGS, könnte man an den Aussagen des EZB-Präsidenten erheblich zweifeln.


Einige Zahlen:

Die griechische Wirtschaft befindet sich seit nurmehr fünf Jahren im freien Fall und schrumpfte allein im Jahr 2011 um 6%. 2010 waren 12,5% aller Griechen arbeitslos, 2011 waren es 17,3% und heute sind es 21,8%. Laut Reuters sind 50% aller jungen Griechen ohne Beschäftigung. Allein in der Hafenstadt Perama liegt die Arbeitslosigkeit bei 60%. Im Lauf der Krise sind 20% aller Einzelhandelsunternehmen in Griechenland weggebrochen und die Staatsverschuldung ist auf 160% des BIP angeschwollen. Und die letzten vorhandenen Arbeitnehmer Griechenlands haben seit 2010 satte 40% ihrer Einkommen eingebüßt. Trotz aller sogenannten Sparmaßnahmen wird Griechenland aktuellen Schätzungen zufolge auch im Jahr 2012 ein Defizit von 7% des BIP verzeichnen. Für die kommenden Jahre muss Griechenland noch Verbindlichkeiten in Höhe von 800% des BIP stemmen. Kurz gesagt: An einem Bankrott des “für den Euro elementaren” Landes wird mittelfristig wohl kein Weg vorbeiführen.

Die Zahlen aus Spanien sehen auch kaum besser aus. So liegt die offizielle Arbeitslosigkeit bei 23,6%. Unter jungen Spaniern ist ähnlich wie in Griechenland jeder Zweite ohne Beschäftigung. Sogenannte “faule Kredite” umfassen derzeit rund 13% des spanischen BIP. Außerdem hat Spanien buchstäblich noch ein weiteres Riesenproblem: Das spanische BIP beträgt rund 1,1 Billionen Euro. Allein die drei größten Banken Spaniens halten Vermögenswerte von rund 2 Billionen Euro und stehen am Rande des Zusammenbruchs. Die Häuserpreise in Spanien sind allein 2011 um 11,2% gefallen und die Zahl der Zwangsversteigerungen stieg im gleichen Zeitraum um 32% an. Doch gibt es neben kriminellen Banken und einer schwachen Wirtschaft noch ein weiteres Problem: So kämpfen Spanien und Portugal mit der schlimmsten Dürreperiode seit 70 Jahren.

Apropos Portugal: Arbeitslosigkeit 15%, Jugendarbeitslosigkeit 35%. Portugiesische Banken liehen sich allein im März 56,3 Milliarden Euro von der EZB (Hallo Herr Draghi). Die portugiesische Wirtschaft wird aktuellen Prognosen folgend um 5,6% im Jahr 2012 schrumpfen. Addiert man alle Verbindlichkeiten Portugals, so kommt man auf eine Gesamtverschuldung von 360% des BIP.

Und in Draghis Heimatland Italien geht es ebenfalls abwärts: Jugendarbeitslosigkeit 31,8%, die Staatsverschuldung 2,7x so hoch wie von Griechenland, Portugal und Irland zusammen und rechnet man Pensionskosten und Staatsverschuldung zusammen, so kommt man 2012 auf ein Budgetdefizit von 23,1%. Die Staatsverschuldung steht aktuell bei 120% des BIP.

2 Kommentare

  1. spaßbremse

    er sagte ja auch “fast überstanden”, der kleine schelm :-)

  2. Francisco

    Das Problem ist erstmal von den Ozkident. Wir importieren Öl und industrialle produken mehr als wir importieren. Nur die Länder die selbst Gas oder oil produzieren sint etwas ausserhalb der Liste. Wir kauden Russland, China, Opep-ländern, Brasilien und India öl und industrialeprodukten und dann bekommen wir Geld von ihnen um mehr von ihnen zu kaufen, das seit 2000. Sozialstatt ist ein Produkt der Industrialle Geselschaften. Wenn wir uns weiter desindustrialisieren zerstören wir ihn. Der Euro kamm in 2001, für die kleine und Wirtschaftich schwache Länder Europas war das noch schliemmer. Luxus Produkten aus den Norden sind guntiger geworden, die EU offnet die Märkte an China und India, was nur die industriallsten Länder Europas interesierte, und dann um alles zu verschlimmern kommen die Ostländern mit ihren eigenen was gross gesagt ist das selbe wie Zolltariffa. Ist seit lange bekannt dass die Transktionsbillanz Portugals, Spanien, Griechenland und Italien verückt spielen, und die EU hätte das vor 5 Jahre was machen sollen. Man hat die Augen absiehtlich zugemacht. Die Problemen mit den Wachstum der Statt (mehr Sozialstatt -- so mehr Stattverschuldung) und die Transaktionsbillanz (mehr Privakt und Stattsverschuldung) sind von der EU mit einfahre billige Verschuldungs und nicht wirtchtliche instrumenten. Da spielen sicher die Reiche Länder eine grosse Rolle, da sie immer Angst von den gehabt haben. Ich habe schon zu viel geschrieben, wollte noch aber was erzählen die vieleicht uns als lösung dienen könnte. In 1960 bildet Portugal eine Weltfreiemarktwährung, der Escudo (noch goldstandart). In 1970, auch 10 Jahre, kommt sie in Kolaps. Mit der Escudo und ohne Zollbegrenzungen fangen die Kolonien (inbesonderes Angola und Mozambik, Macau hatte seine eigene Währung behalten und Goa war die einzige mit positive Billanz) grenzlos Portugals Europeische Festland an zu kaufen. Es war Razionell die Wirtschaft dort wachst und die Produkten aus den europeischem Festland sind so gustig wie noch nie. Als die Zahlungs an Portugal mit über 6 Monate verspätung kammen war man sicher was musste gemacht werden. Es gäbe zwei lösung. Entweder zu der vorherige kolonial system von Rediskontakzeptanz was bedeutet die Kolonien würden ärmer werden und damit die Schulden zu bezahlen oder die Kolonien bekammen der Recht Produkten der Festlandzubesteuern, so dass die europeischen festlandprodukten nicht mehr so aktraktiv wären und die Kolonien inzentiv mehr zuproduzieren hätten und so sich Wirtschaftlich zu wiederholen und ihre Sulden zu bezahlen, und trozdem einkaufsmacht zu behalten um feystlandsprodukten zu kaufen. In 3 Jahre Angola ist der grosserer Kaffeproduzent der Weltgeworden. Wenn die Rettungspaketsystem sich behält werden die Südländer einfach ärmer, und werden keine Produkten aus den Norden kaufen, wenn wir den Zolinstrumenten gäben werden Sie nicht so viel mehr kaufen, aber in 3 /5 Jahre sind sie wieder stärker.

    Last but not least ich verstehe das man hier zeigen will wie das frazionlle Fiatgeldsytem in Abrupt ist. Klar ist es. Aber nicht nur wegen Portugal Spanien, Italien oder Griechenland. Sondern ein Weltphenomen: Romänie, Hungern, Serbia, Tunisien, Dollar, Indonesia, Indien, Zimbabue, alle mit riesigen Problemem mit Inflations, oder Stattverschuldung (eigentlich das selbe, mit Stattsverschuldung sind alle EU-Mitglieder dabei).

    Reindustrialisierung, Energieautrakie, Protetionsinstrumenten umd Gleichgewicht innehalb der Union zu schaffen, und ein neue Geldsystem der nicht von Banken reproduziert werden kann.

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