Israel gibt Asylbewerbern 90 Tage, um das Land zu verlassen


Israel/Politik

Afrikanische Asylbewerber in Israel haben drei Monate Zeit, um das Land zu verlassen. Anderenfalls wandern sie ins Gefängnis.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Israel Asylbewerber Abschiebung
Israel Asylbewerber Abschiebung, Bild: Gegenfrage.com

Tausende Asylbewerber aus Eritrea und dem Sudan müssen innerhalb von 90 Tagen Israel verlassen oder sie werden ins Gefängnis gehen. Dies meldet die israelische Tageszeitung Ha’aretz. Die Einwanderungs- und Grenzbehörde des Innenministeriums hat im Dezember mit entsprechenden Maßnahmen begonnen.

Die Anordnung kommt angeblich direkt von Premierminister Benjamin Netanjahu, Innenminister Arye Dery und dem Minister für öffentliche Sicherheit Gilad Erdan. In der ersten Phase werden bestimmte Gruppen von der Abschiebung ausgenommen:

Kinder, Erwachsene über 60, Eltern von minderjährigen Kindern, Kranke oder Personen mit psychischen Problemen sowie Opfer von Menschenhandel und Sklaverei. Diese sind davon ausgenommen, in die Holot-Haftanstalt im Negev geschickt zu werden.

Personen, die den Flüchtlingsstatus beantragt haben, aber bislang keine Antwort erhalten haben, werden vorläufig ebenfalls bleiben dürfen. Tausende anderer Migranten, insbesondere Afrikaner, die illegal nach Israel eingereist sind, werden in Kürze Benachrichtigungen erhalten, dass sie Israel innerhalb von drei Monaten verlassen müssen.

Knapp 40.000 Afrikaner

Es gibt schätzungsweise 27.000 in Israel lebende Bürger Eritreas sowie 7.500 sudanesische Staatsangehörige sowie 2.500 Menschen aus anderen afrikanischen Ländern. Netanjahu ordnete an, dass viele dieser Migranten Israel innerhalb kurzer Zeit verlassen werden.

Das Innenministerium schätzt die Gesamtkosten der Abschiebung auf rund 300 Millionen Schekel (72 Millionen Euro) pro Jahr. Dazu zählen Gehälter von Mitarbeitern des Innenministeriums, Abschiebeflüge und Geld, das an Abreisende gezahlt wird.

Vorerst erhält jeder Asylbewerber, der das Land verlässt, rund 3.000 Euro. Dieser Betrag wird in Zukunft gekürzt. Allerdings sind Haftkosten für Asylbewerber, die sich weigern Israel zu verlassen, nicht enthalten. Dies ist der Hauptgrund für den Streit zwischen den Ministerien.

Der Israel Prison Service, der dem Ministerium für Öffentliche Sicherheit unterstellt ist, schätzt, dass hunderte afrikanische Asylbewerber lieber verhaftet werden, als das Land zu verlassen, was die Kosten in die Höhe treiben dürfte.

4.000 Euro je Abschiebung

Am Mittwoch sagten Vertreter des Innenministeriums gegenüber dem Knesset-Finanzausschuss, dass sie im vergangenen Jahr 68 Millionen Schekel (16,3 Millionen Euro) ausgegeben haben, um 4.500 afrikanische Asylbewerber aus Israel abzuschieben.

Dieses Geld floss hauptsächlich in Flugtickets und Geldzuwendungen. Laut einer Untersuchung von Ha’aretz belief sich die tatsächliche Zahl auf knapp unter 4.000, sodass sich die Kosten für eine Abschiebung je afrikanischer Flüchtling auf ungefähr 17.000 Schekel (4.080 Euro) beläuft.

Quellenangaben anzeigen
haaretz

9 Comments

  1. Die Israelis haben doch Erfahrung damit wie es ist, wenn das Leben bedroht ist, aber Niemand hilft.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  2. Hallo Markus,
    Deutschland darf man ja auch kritisieren, Israel nicht.
    Ich frage mich immer wieder, wie viel Generationen gerade die Deutschen Israel noch weiter in den Ar…. kriechen werden und dabei zusehen, wie dieses Volk Menschen so behandelt, wie Adolf die Menschen im Osten behandelt hat, als er Lebensraum im Osten“ erobern wollte.
    Ich denke, das Volk gehört einmal geschlossen in psychiatrische Behandlung, denn die Leute stecken in einem „Dramadreieck“ fest, in dem Täter, Opfer und Helfer kontinuierlich die Positionen wechseln.
    Aber wie soll man das organisieren, wenn gleichzeitig solche Reden von der Völkergemeinschaft kritiklos hingenommen werden:
    Der verstorbene israelische Premierminister Menachem Begin sagte:
    „Unsere Rasse ist die Herrenrasse. Wir Juden sind heilige Götter auf diesem Planeten. Wir unterscheiden uns von den niederen Rassen so, wie diese sich von den Insekten unterscheiden.
    Tatsächlich sind verglichen mit unserer Rasse andere Rassen Bestien und Tiere, Vieh bestenfalls. Andere Rassen werden als menschliche Exkremente betrachtet. Unsere Bestimmung ist es, über die niederen Rassen zu herrschen… Die Masse werden unsere Füße lecken und als unsere Sklaven dienen.“
    http://de.wikimannia.org/Herrenmensch

    Und hundert Seiten weiter mit der Kritik an Israel, hinsichtlich der Missachtung der Menschenwürde und der Androhung (Samsondoktrien) Europa mit Atomwaffen zu vernichten.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  3. Das Vorgehen Israels ist ein Schritt in die richtige Richtung. Weiter so.
    Ich war oft in Israel, habe allerdings keine negativen Erfahrungen gemacht. Das Gegenteil war der Fall.
    Was Sie da von sich geben, Herr Weber, ist mehr als rassistisch und zutiefst verachtenswert.

  4. @Heike
    Vielleicht macht Israel das in diesem Fall wirklich nicht allzu falsch. Jedenfalls besser als die Bundesregierung. Aber ist es wirklich „mehr als rassistisch und zutiefst verachtenswert“, auf Rassismus hinzuweisen? Eine detailliertere Erklärung hierzu würde mich interessieren.

  5. Hallo Heike Blank,
    ich habe nur die menschenverachtende Rede von dem verstorbenen Ministerpräsidenten wiedergegeben.
    Natürlich ist diese Rede menschenverachtend und rassistisch, aber diese Worte sind nicht von mir, sondern von einem Israeli.
    Ich glaube, Du bist etwas durcheinander.
    Viele Grüße
    H. J. Weber

  6. Diese Frau Heike hat ganz einfach die bekannte „Faschismuskeule“ gezeigt, das ist alles.
    Dasselbe hatte auch eine andere Person hier getan.

    Diese Texte, welche H.J. Weber hier zitiert hat, haben andere Würdenträger inner- und außerhalb Israels auch getan.
    So z.B. ein (noch lebender) bekannter Rabbi in London.
    Er sagte: „die Goim wurden überhaupt nur aus einem einzigen Grund geboren: um uns zu dienen“. „Goim“ ist der übliche Begriff für Nichtjuden.
    Aber soweit muss Heike gar nicht gehen; es genügt in die Thora zu schauen und dort zu lesen. Ersatzweise kann auch im Alten Testament gelesen werden, weil die Texte weitgehend gleich sind.

  7. Dabei ist die Ursache des Zeigens und des Schlagens mit der Faschismuskeule immer dieselbe: Unkenntnis.

    Denn es hat in Deutschland keinen Faschismus gegeben, sondern einen Nationalsozialismus.
    Im Ersteren (z.B. in Italien und in Spanien) wurde Juden kein Haar gekrümmt. Im Letzteren schon.

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