Intifada in Jerusalem: 30 Tote, 1500 Verletzte


Israel/Krieg

Zwischen Israelis und Palästinensern eskaliert die Gewalt: Palästinensische Medien schreiben von einer „Intifada“, israelische Medien von einer „Sicherheitskrise“. Beide Seiten schieben sich gegenseitig die Schuld zu, Israels Militär plant „gemeinsame Aktionen“ mit der Polizei.

"Brother's Keeper Operation in Judea & Samaria (14248086727)" by Israel Defense Forces from Israel - Brother's Keeper Operation in Judea & Samaria. Licensed under CC BY 2.0 via Commons.
Brother’s Keeper Operation in Judea & Samaria (14248086727)“ by Israel Defense Forces from Israel – Brother’s Keeper Operation in Judea & Samaria. Licensed under CC BY 2.0 via Commons.

Seit dem Ausbruch der Straßenkämpfe in Jerusalem sind 30 Palästinenser getötet und ca. 1500 verletzt worden, schreibt das Palestinian Information Center. Dort werden die Ausschreitungen als Intifada bezeichnet. Unter den 30 Getöteten sollen sich sieben Kinder befunden haben, 19 im besetzten Westjordanland, so die Nachrichtenagentur, und elf im Gazastreifen.

Laut palästinensischem Gesundheitsministerium wurden allein am Dienstag dutzende Menschen bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Besatzungsarmee in Beit Hanoun, al-Bureij, Ramallah, und al-Khalil verletzt. 350 Palästinenser erlitten Schussverletzungen, 650 weitere wurden durch Gummigeschosse verletzt, Tausende durch Tränengas. 150 Palästinenser wurden von israelischen Patrouillen und Vandalen verprügelt, heißt es.

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Das Ministerium fügte hinzu, dass 200 Kinder verletzt wurden, 90 von ihnen durch scharfe Munition und 55 durch Gummigeschosse. 40 Frauen wurden ebenfalls verletzt, darunter drei durch scharfe Munition und vier durch Gummigeschosse. 13 Frauen wurden aggressiv geschlagen und 20 wurden durch Tränengas verletzt.

Aus Israels Perspektive handelt es sich um eine Sicherheitskrise, in der drei Israelis getötet und 20 verletzt wurden. Aus diesem Grund wurden 1.400 Einsatzkräfte mobilisiert, welche die Sicherheit wiederherstellen sollen. Unterdessen kündigte die israelische Armee am Mittwoch an, dass sechs Operationen zur Unterstützung der Polizei geplant seien, um diese in der Sicherheitskrise zu unterstützen. Mindestens 300 Soldaten stünden für „gemeinsame Aktionen“ bereit.

Die Gewaltserie begann Anfang des Monats, nachdem ein Palästinenser zwei Israelis erschossen hatte, behaupten deutsche Medien. Das ist jedoch nicht ganz korrekt: Zuvor hatten israelische Soldaten die al-Aqsa Moschee, das drittwichtigste Gebetshaus im Islam nach Mekka und Medina, mehrfach gestürmt sowie ein palästinensisches Mädchen mit zehn Schüssen „aus Notwehr“ niedergestreckt.

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1 Comment

  1. immer wieder frage ich mich warum sich die Palästinenser diese Besatzer loswerden können. Die Stimmung ist dort über all gegen Israel. Die Isrealis töten die Palästinenser offen auf der Strasse. Die sind aufgewacht …
    Wenn ich sowas sehe glaube ich niemals an die Chance „Ami go home“ aus Deutschland.
    Obwohl ein Flugzeugttäger ist ja vor Angst schon geflüchtet. Evtl flüchtet der andere in Europa auch.

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