Waffenexporte:
Briten verdienen 6 Milliarden am Jemen-Krieg


Großbritannien/Jemen/Militär/Saudi-Arabien

Großbritannien hat durch Waffenexporte nach Saudi-Arabien seit Beginn des Kriegs gegen den Jemen sechs Milliarden Pfund verdient.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Waffenexporte Großbritannien Saudi-Arabien Jemen
Waffenexporte Großbritannien Saudi-Arabien Jemen, Bild: Gegenfrage.com

Britische Rüstungsunternehmen wie BAE Systems haben seit Beginn des saudi-arabischen Angriffskriegs auf den Jemen über sechs Milliarden Pfund (6,76 Milliarden Euro) durch Waffenexporte nach Riad verdient. Dies geht aus Zahlen der gemeinnützigen Organisation War Child UK hervor.

In einem Bericht meldete die Organisation am Dienstag, dass die Unternehmen gewissermaßen „vom Tod unschuldiger Kinder“ profitierten, indem sie die Saudis mit Raketen und Kampfflugzeugen bewaffnen.

Rocco Blume, humanitärer Berater bei War Child UK, sagte gegenüber dem Independent, dass die Regierung in London Geld erhalten habe, um die Waffenexporte aufrecht zu erhalten. „Wir alle wollen einen florierenden internationalen Handel, aber das hier ist zerstörerisch“, fügte er hinzu.

Während der weltgrößten Waffenmesse in London sagte der britische Handelsminister Liam Fox letzte Woche, dass alle Waffengeschäfte seines Landes „ethisch“ seien.

„Diejenigen von uns aus fortgeschrittenen Volkswirtschaften müssen sich daran erinnern, dass wir eine Verbreitung von unkontrollierten und unregulierten Waffenverkäufen sehen werden, wenn wir den Ländern keine Mittel zur Verteidigung zur Verfügung stellen“, argumentierte er.

In mindestens 80 völkerrechtswidrigen Angriffen im Jemen-Krieg wurden Bomben und Raketen eingesetzt, die aus britischer Produktion stammen. Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon rühmte sich übrigens auf der gleichen Veranstaltung, dass Großbritannien im Jahr 2016 Deals in Höhe von 5,9 Milliarden Pfund abschlossen hatte. Großbritannien sei damit der zweitgrößte Waffenexporteur der Welt, frohlockte der Minister.

In den zweieinhalb Jahren des Kriegs im Jemen wurden nach Schätzungen 1.300 Kinder getötet und 2.000 weitere verletzt. 212 Schulen wurden angegriffen, medizinische Einrichtungen zerstört und Millionen leiden unter einer Hungersnot. Desweiteren gibt es über 600.000 Cholera-Infizierte.

Quellenangaben anzeigen
independent, presstv

9 Comments

  1. Naja- ich denke nicht, dass die Britten diese 6 Milliarden
    „verdient“ haben, denn auch Waffen müssen entwickelt werden und gebaut werden und das kostet eine Stange Geld.
    Oft sind in dem Preis auch noch jahrelange Lieferung von Verschleißteilen und die Ausbildung an den Waffen enthalten.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  2. Hallo disking,
    bei „verdient“ wird hier im Artikel der Anschein erweckt, die Briten hätten wegen dem Waffenverkauf nun etwa
    6 Milliarden mehr auf dem Konto.
    Wenn die Briten nun die Waffen von den Amis für 5 Milliarden gekauft haben, dann haben sie nur 1 Milliarde „verdient“.
    Die Briten haben zwar 6 Milliarden an Waffen verkauft und somit 6 Milliarden *Umsatz* gemacht oder Verkaufserlöse, aber nicht 6 Milliarden verdient.
    Ein Goldmienenbesitzer hat auch nicht 6 Milliarden „verdient“, wenn er für 6 Milliarden gewonnenes Gold verkauft.

    Der Duden sagt zu „Verdienst“
    Substantiv, maskulin – durch Arbeit erworbenes Geld, Einkommen

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  3. sie liefern waffen für 6 milliarden pfund in ein kriegsgebiet und die gehen auf britische konten. davon werden britische entwickler, manager und arbeiter, britische mieten für britische fabrikgebäude und britische steuern bezahlt. verstehe die diskussion grade überhaupt nicht. dass die briten für die 6 milliarden pfund auch ein wenig was tun mussten ändert ja nichts daran das saudi arabien denen 6 milliarden pfund für waffen überwiesen hat.

  4. Ja disking, da hast Du vollkommen Recht.
    Ich habe mich nur an dem Wort „verdient“ gestoßen.
    Verdienst ist Verkaufserlös minus Kosten.
    Das die Bundesregierung ebenfalls Waffen an Saudi-Arabien liefert, macht es sicherlich auch nicht besser.
    Aber wir können die Welt nicht ändern.
    Wir können nur das Land, mit dessen Politik wir nicht einverstanden sind, verlassen, wenn es geht.
    Deshalb habe ich Deutschland vor etwa 20 Jahren verlassen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  5. Helmut Josef Weber hat m.E. ganz zu Recht darauf hingewiesen, dass bei jedem Unternehmen von den Erlösen noch die Kosten abzuziehen sind.
    Nicht anders ist es bei Staaten.
    Wenn die USA z.B. für 1 Mrd. Dollar Flugzeuge nach Saudi- Arabien verkaufen, dann hat der Hersteller dieser Flugzeuge zwar 1 Mrd. Dollar auf dem Konto, aber diese Firma hatte vorher Kosten der Herstellung. Außerdem sind in der Regel noch Wartungskosten mit dabei, welche oft (je nach Vertrag)
    im ursprünglichen Verkaufspreis enthalten sind.
    Wenn Mcdonnel Douglas also z.B. 1 Mrd. an Erlösen hatte, dann beträgt der Gewinn gefühlt um die 150 Millionen Dollar. Und das wäre dann noch großzügig gerechnet.

  6. ja, das britische unternehmen verdient dann halt nur 150 mio… und wo landen die restlichen 850 mio? etwa nicht auf anderen britischen konten?

  7. Die Amis kassieren für ihre ganze Logistik auch nette Summen, siehe unten im Artikel.
    Ich verlinke den mal erneut. Ohne diese Logistik läuft kaum was, speziell nicht in der Luft

    http://www.salem-news.com/articles/september252015/saudi-monarchy-yemen.php

    Im Jemen ist ein Bürgerkrieg zwischen Volksgruppen, die Amis mussten seinerzeit überhastet ihr Camp räumen. Die Amis lassen dort eine Allianz kämpfen. Ein tzpischer USA Stellvertreterkrieg, und nicht der Erste. Die Leitung wurde den Saudis gegeben. Und wie woanders auch, kann die Nummer noch jahrelang so weiter gehen. Das ist Business, einfach mal googeln : WAR IS BUSINESS

    Das ist die Nummer, vor welcher Präsident Eisenhower vor langer Zeit gewarnt hat.

  8. @ disking

    Vielleicht in Frankreich oder in Deutschland?
    Mache er sich frei von dem Gedanken, es existiere in der Rüstungsbranche nationales Denken.
    Ich würde mich nicht wundern wenn von den besagten britischen Lieferungen etwa die Hälfte oder weniger an „Fremdlieferanten“ gegangen sind.
    Aber auch das ist letztlich uninteressant. Denn woher wollen wir überhaupt wissen, ob der Auftrag kostendeckend war?
    Wir können nicht diese Kosten unter den Tisch fallen lassen.
    Denn dann könnten alle Unternehmen in Deutschland künftig nicht kostendeckend arbeiten. Und zwar mit der Begründung, immerhin würden die Löhne der Beschäftigten bezahlt und blieben dann in Deutschland. Denn noch nicht einmal das stimmt. Wir wissen überhaupt nicht, was die Beschäftigten mit dem erhaltenen Lohn angestellt haben.
    Haben diese eine Reise nach Mallorca gebucht (Mallorca ist voll von Engländern) dann bleibt das Geld in Spanien. Oder die kaufen sich ein koreanisches Auto, dann geht die MwSt. an das britische Finanzamt und der Nettobetrag nach Südkorea.

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