Dollarindex steigt auf gefährliches Niveau


USA/Wirtschaft

Am Freitag stieg der Dollarindex auf ein 13-Jahreshoch. Der Dollarindex bemisst den Wert des US-Dollars gegenüber einem Korb der wichtigsten Währungen der Welt. Erfahrungsgemäß folgen starken Ausschlägen des Dollarindex nach oben oder unten bedeutende, wirtschaftliche Ereignisse.

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New York Stock Exchange, Bild: Gegenfrage.com

Am Freitag stieg der US-Dollar auf ein 13-Jahreshoch gegenüber einem Korb der wichtigsten Währungen der Welt. Gründe dafür sind laut Medienberichten die Erwartungen einer Zinserhöhung und die wachsenden Haushaltsausgaben unter Donald Trump. Finanzexperten sind besorgt, dass die vergleichsweise starke US-Währung die Weltwirtschaft zu destabilisieren droht.

Der Dollarindex, ein Maß für den Wert des US-Dollars gegenüber einem internationalen Währungskorb, notierte am Freitag auf 101,48 Punkten, dem höchsten Stand seit April 2003. Allein in den vergangenen zwei Wochen stieg der Dollarindex um satte vier Prozent. Laut der russischen Finanzanalystin Anna Koroleva, Journalistin beim russischen Magazin Expert, weist ein starker Dollar auf eine Wiederbelebung der US-Wirtschaft hin.

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„Ein solcher kometenhafter Anstieg der Währung könnte das Wirtschaftswachstum in den USA abwürgen“, was eine Bedrohung für die gesamte Welt sowie die Weltwirtschaft darstelle. Nicht nur der Export der Vereinigten Staaten werde dadurch belastet, auch die eigenen massiven Schulden könnten somit entsprechend schwerer bedient werden. Auch Schwellenländer, die auf ausländisches Kapital angewiesen sind, würden dadurch unter hohen Druck geraten.

Da die meisten Rohstoffe in Dollar gehandelt werden, stelle die starke Leitwährung gleichzeitig eine Belastung für rohstoffexportierende Länder wie Australien, Neuseeland, Kanada oder Russland dar. Aus Marktsicht mache ein Anstieg des US-Dollars hingegen Sinn, glaubt Anna Bodrova von der Alpari Group.

Der designierte US-Präsident Donald Trump plane die Produktion in den USA zu stärken, gleichzeitig kündigte die Federal Reserve steigende Zinsen im Dezember an. Ab einem gewissen Punkt werde sich die Stärke des US-Dollars jedoch negativ auf die hohen Staatsschulden auswirken, glaubt Bodrova.

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Dollarindex – einige Eckdaten

Erfahrungsgemäß folgen starken Ausschlägen des Dollarindex nach oben oder unten bedeutende, wirtschaftliche Ereignisse. Als der Dollarindex bis 1971 auf rund 120 Punkte anstieg, wurde der Dollar vom Gold abgekoppelt. Ein neuer Tiefstand wurde im Jahr 1980 mit dem Beginn der Ölkrise erreicht. Im Jahr 1985 stieg der Dollarindex auf ein Allzeithoch von ca. 165 Punkten, als die Savings-and-Loan-Krise losbrach.

Als der Index Ende der 1990er-Jahre rasant auf rund 120 Punkte anstieg, platzte die Dotcom-Blase. Nach den Ereignissen des 11. September und der Einführung des Euro fiel der Index bis März 2008 auf 72,17 Zähler, ein neues Allzeittief seit der Erfassung der Daten im Jahr 1967.

Im selben Monat brach die US-Großbank Bear Stearns zusammen, was den Beginn der Weltwirtschaftskrise einläutete, welche bis heute nicht überstanden ist. Seit 2008 betreibt die Federal Reserve ihre historische, beispiellose Nullzinspolitik.

Quellen: expert, sputnik, tradingeconomics

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