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29.12.1890: Wounded Knee-Massaker in den USA


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Am 29. Dezember 1890 fand das Wounded Knee-Massaker in den USA statt. US-Soldaten umzingelten eine Gruppe Geistertänzer der Sioux-Indianer und massakrierten 146 von ihnen.

Wounded Knee-Massaker
Wounded Knee-Massaker, Indianer: Gegenfrage.com, Flagge gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1890, im letzten Kapitel der langen Indianerkriege Amerikas, tötete die US-Kavallerie 146 Sioux beim Wounded Knee-Massaker am Pine-Ridge-Reservat in South Dakota.

Während des gesamten Jahrs 1890 sorgte sich die US-Regierung um den zunehmenden Einfluss der Geistertanzbewegung (Ghost Dancers) in Pine Ridge, die lehrte, dass die Indianer besiegt und auf Reservate beschränkt worden seien, weil sie die Götter verärgert hätten, indem sie ihre traditionellen Bräuche aufgegeben hätten.

Viele Sioux glaubten, wenn sie den Geistertanz ausübten und die Wege des weißen Mannes zurückwiesen, würden die Götter die Welt neu erschaffen und alle Ungläubigen, auch Nicht-Indianer, vernichten. Am 15. Dezember 1890 versuchte die Polizei den berühmten Sioux-Häuptling Sitting Bull zu verhaften, den sie fälschlicherweise für einen Geistertänzer hielten, und tötete ihn dabei.

Dies erhöhte die Spannungen in Pine Ridge massiv. Am 29. Dezember umzingelte die 7. Kavallerie der US Army eine Gruppe der Geistertänzer unter Sioux-Häuptling Big Foot in der Nähe von Wounded Knee Creek und verlangte, dass sie ihre Waffen abgaben.

Beginn des Massakers

Als dies geschah, brach ein Kampf zwischen einem Indianer und einem US-Soldaten aus und ein Schuss wurde abgefeuert. Obwohl unklar war, von welcher Seite der Schuss erfolgte, gab es ein brutales Massaker, bei dem schätzungsweise 146 Indianer getötet wurden.

Einige Historiker gaben diese Zahl doppelt so hoch an. Fast die Hälfte der Getöteten waren Frauen und Kinder. Die Kavallerie verlor 25 Männer. Der Konflikt bei Wounded Knee wurde ursprünglich als Kampf bezeichnet, aber in Wirklichkeit war es ein tragisches und vermeidbares Massaker.

Umgeben von schwer bewaffneten Truppen gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass Indianer absichtlich einen Kampf begonnen hätten. Einige Historiker spekulieren, dass die Soldaten der 7. Kavallerie absichtlich Rache für die Niederlage des Regiments bei Little Bighorn im Jahr 1876 genommen haben.

Was auch immer die Motive waren, durch das Massaker endete die Geistertanzbewegung und war die letzte große Konfrontation in Amerikas Krieg gegen die Prärie-Indianer.

Im Jahr 1973 entdachte erneut ein Konflikt bezüglich des Wounded Knee-Massakers, als dort eine 71-tägige Besatzung der Aktivistengruppe AIM (American Indian Movement) und ihrer Anhänger stattfand, die gegen die Misshandlung der Indianer durch die US-Regierung protestierte. Dabei wurden zwei Indianer getötet, ein Marschall wurde schwer verletzt und zahlreiche Menschen wurden verhaftet.

2 Kommentare

  1. Mich wundert, dass hier bei Gegenfragen auch solche Vorfälle totgeschwiegen werden, sobald sie in Europa passieren, aber bei den Russen, Amis und Chinesen wird nicht weggesehen.
    Oder habe ich am 17. Oktober einen Bericht verpasst?

    Als Massaker von Paris ging ein Massenmord und Staatsverbrechen in Paris am 17. Oktober 1961 während des Algerienkriegs (1954–1962) in die Geschichte ein. Die Pariser Polizei ging auf Anordnung der Verwaltung brutal gegen eine nicht genehmigte, aber *friedliche* Demonstration mehrerer zehntausend Algerier vor, zu der die algerische Unabhängigkeitsbewegung FLN aufgerufen hatte. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 200 Menschen getötet wurden. Sie wurden *erschossen*, erschlagen und zum Teil in der Seine ertränkt.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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