Woher hat der Jemen seine Raketen?


Jemen/Militär/Nordkorea

Der Westen glaubt, dass die Houthis im Jemen ihre ballistischen Raketen vom Iran erhalten haben. Das ist aber nicht sehr wahrscheinlich.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Jemen Nordkorea Raketen
Jemen Nordkorea Raketen, Bild: Gegenfrage.com, Flagge gemeinfrei

Saudi-Arabiens brutale militärische Aggression gegen den Jemen hat seit seinem Beginn im März 2015 einige drastische Wendungen genommen. Der tödliche Krieg hat dazu geführt, dass Saudis im Westen illegale Waffen wie Streubomben über bevölkerten Gebieten einsetzen.

Der Krieg hat auch dazu geführt, dass die Alliierten des Riad-Regimes, wie die USA und Großbritannien, trotz internationalen Aufschreis ihre Waffengeschäfte mit der Monarchie weiterführen. All dies wurde jedoch überschattet von einer Frage: Wie haben die Ansarullah-Kämpfer Jemens ballistische Raketen in die Hände bekommen?

Wie haben die Milizsoldaten das Know-How erworben, um ihr Arsenal zu bestücken und zu bedienen? Seit die jemenitischen Streitkräfte ihre Fähigkeiten aufgezeigt haben, deuten Saudi-Arabien und seine Verbündeten, einschließlich die Vereinigten Staaten, mit dem Finger auf den Iran.

Der allgemeine Tenor: Die Islamische Republik rüste die Houthis im Kampf gegen Saudi-Arabien auf. So zeigte Nikki Haley, US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, im November eine angebliche jemenitische Rakete auf, die allen von den USA bereitgestellten Patriot-Raketenabwehreinrichtungen entwischte und im November nahe der Hauptstadt Saudi-Arabiens einschlug.

Seither war klar, dass die Jemeniten über ballistische Raketen mit einer Reichweite von knapp 1.000 Kilometern verfügen. Doch ist der Iran tatsächlich in der Lage, Raketenteile in den Jemen zu schleusen, obwohl die wichtigen Häfen und Flughäfen des verarmten Landes von den saudischen Streitkräften streng blockiert werden?

Selbst Hilfsgruppen und sogar in das Land entsandte medizinische Kräfte erhalten selten die Chance, irgendetwas tatsächlich in den Jemen zu liefern, um die dort tobende humanitäre Krise zu bekämpfen. Ein großes und schweres Gerät dieser Größenordnung in den Jemen zu schmuggeln wäre eine enorme Leistung.

Raketen bereits vor dem Krieg verfügbar gewesen?

Also müssen die Raketen bereits vor Beginn des Kriegs in das Land geliefert worden sein. Blickt man etwas in der Geschichte zurück, ist eine relativ enge Beziehung zwischen dem Jemen und Nordkorea feststellbar.

In den frühen 1990er Jahren befand sich der von Saudi-Arabien unterstützte Nordjemen, der zu dieser Zeit von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh angeführt wurde, mitten in einem Krieg mit dem Südjemen.

Saleh wurde der erste Präsident des vereinigten Jemen und unterstützte öffentlich die Houthis, als sie den flüchtigen Hadi ablösten. Die Unterstützung endete jedoch schon bald. Saleh wurde schließlich im Dezember 2017 von getötet, vermutlich von den Houthis selbst.

Pjöngjang war immer daran interessiert, Verbindungen mit dem Südjemen aufgrund seiner kommunistischen Vergangenheit zu knüpfen, als es von der marxistischen Partei, der Nationalen Befreiungsfront, und ihrer Nachfolgerin, der Jemenitischen Sozialistischen Partei, regiert wurde. Berichten zufolge unterstützte Nordkorea 1994 sogar ein Sezessionsgebot im Südjemen.

Im Jahr 2015 behauptete ein südkoreanischer Geheimdienstchef, Pjöngjang habe den jemenitischen Truppen nicht weniger als 20 Scud-Raketen zur Verfügung gestellt.

Die Behauptung wurde später von einem ehemaligen nordkoreanischen Sicherheitsbeamten bestätigt, der der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap mitteilte, dass Pjöngjang sogar Ingenieure entsandt habe, um Salehs Regierung in technischen Angelegenheiten zu unterstützen.

Die Beziehungen erhielten im Jahr 2002 öffentliche Aufmerksamkeit, als Spanien bekannt gab, ein Schiff mit Scud-Raketen von Nordkorea nach Jemen abgefangen zu haben. Der Jemen gab zu diesem Zeitpunkt sofort bekannt, dass alle militärischen Verbindungen mit Pjöngjang beenden würden.

Die Raketen habe man nur akzeptiert, um bestehende Verträge einzuhalten. Der Jemen hat bisher zwei Varianten seiner neuen Borkan-Raketenfamilie vorgestellt, von denen man annimmt, dass sie nachgerüstete Scuds sind.

Quellenangaben anzeigen
presstv

2 Comments

  1. Jeder liefert an Jeden! Am Schlimmsten sind Die,Die mit moralisch erhobenen Zeigefinger auf Andere zeigen und
    Sich den Heuchlerischen Schaum vor Ihren Mund abwischen!
    Und Die finden Sich überwiegend in der sogenannten
    Westlichen „Wertegesellschaft“. Die gehen jeden Sonntag
    in die Kirche und finden nichts dabei , den Schlimmsten
    Verbrecherischen Regierungen Tonnen weise Waffen zu
    liefern!Sie organisieren Kriege und wischen sich danach
    Ihre Tränen aus den Augen, ob der Opfer die Sie Selber zu
    verantworten haben.
    Man müsste Sie nach den Kirchgang
    Kreuzigen damit Sie ein Gefühl der Verständigung bekommen, warum die Kirchen gebaut wurden, aus der Sie
    gerade gekommen sind!

  2. Im Dezember gab es einen Artikel von Scott Ritter, einem bekannten US-Waffeninspekteur, der die Sache bereits untersuchte.
    Zusammengefasst sagte der aus, dass es sich bei den von den Houthis verwendeten Raketen um alte sowjetische SCUD-Modelle handelt, deren – aus den 60er Jahren stammende – Technik mit einigen Modifikationen auf eine größere Reichweite und besserem Zielsystem getrimmt wurde.
    So gibt es Techniker, die damals zusammen mit den Irakern arbeiteten, als Saddam Hussein seine Raketen verbesseren lies. Das Know How ist daher vorhanden. Die Scud Raketen befinden sich in Jemen selbst. Es ist zwar auch möglich, dass andere Kräfte mit wirkten, aber wie schon richtig auch gezeigt, vom Iran kam da wenig.

    http://www.theamericanconservative.com/articles/propaganda-exercise-aiming-to-prove-iran-supplied-missiles-backfires/

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