Wird Griechenland 50 Prozent der Schulden kappen?


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Die Europäische Union hat vorgeschlagen, den Stabilitätsfonds EFSF auf 2 Billionen Euro aufzustocken. Zudem solle ein Weg gefunden werden, um 50% der öffentlichen Verschuldung Griechenlands abzuschreiben, wie die russische Zeitung Nesawissimaja Gaseta berichtet. Angeblich bereite sich die Ratingagentur Moody’s auf einen Staatsbankrott Griechenlands vor, so die Zeitung weiter. Der griechische Premierminister George Papandreou appellierte indes an deutsche Unternehmer, seinem Land weitere Unterstützung zu geben, obwohl es derzeit in einer „lähmenden Wirtschaftskrise“ stecke. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte trotz der akuten Warnungen vor einem drohenden Haircut, dass Deutschland alles tun werde, dass Griechenland das Vertrauen der Märkte zurückerlange.

Finanzminister Wolfgang Schäuble betonte am Montag, dass es keinen Plan für eine Aufstockung des EFSF gebe. Man werde die vorhandenen Mittel effektiv nutzen, jedoch bestehe nicht die Absicht, diese aufzustocken. Papandreou, der am Dienstag in Berlin sprach, bevor die Gespräche mit der Bundeskanzlerin begannen, bemerkte, dass Griechenland in der Vergangenheit Fehler gemacht habe, jedoch alle Schulden zurückzahlen werde. Er versicherte Investoren, dass ihr Geld verwendet würde, um das Land voranzubringen, wie der Nachrichtensender Al Jazeera berichtet. „Wenn die Menschen nur Bestrafung und Verachtung empfinden und diese Krise nicht als Chance wahrnehmen, dann werden alle Bemühungen umsonst sein. Doch wir sind entschlossen, erfolgreich zu sein“, sagte er weiter. Griechische Politiker und Bürger leisteten übermenschliche Anstrengungen, um die Krise zu bewältigen.

Griechische Bürger verlieren die Hoffnung und die Motivation, bei den Sparanstrengungen der Regierung weiter mitzuspielen. Man sehe kein Licht am Ende des Tunnels, zudem sind auch deutsche Bürger nicht mehr bereit, anderen Ländern Finanzhilfen zu leisten. 90 Prozent der deutschen Bürger glauben, dass die Schuldenkrise mit immer größeren Rettungsschirmen nicht gelöst werden kann. Die Bundesregierung bereitet nach Angaben des Nachrichtensenders Bloomberg Notfallpläne vor zur Stützung deutscher Banken, für den Fall, dass Griechenland die Bedingungen für weitere Hilfen nicht einhalten kann und aus diesem Grund fallen gelassen wird.

Zahlen & Fakten

  1. 90 Prozent der deutschen Bürger glauben, dass die Schuldenkrise mit immer größeren Rettungsschirmen nicht gelöst werden kann
  2. Die griechische Staatsverschuldung erreicht laut Prognosen nächstes Jahr 172% des BIP
  3. Das griechische Defizit beträgt Ende des Jahres voraussichtlich 9%
  4. Barclays rechnet mit einem Rückgang von 5,7% des griechischen BIP in diesem Jahr
  5. Seit Mai 2010 kaufte die EZB Staatsanleihen im Gesamtwert von 115,5 Milliarden Euro
  6. Es werden sogar Stimmen laut, dass man den 440 Milliarden Fonds verzehnfachen müsse
  7. Der freie Markt fordert auf griechische Staatsanleihen nun 135% Zinsen
  8. Am 9. September gab es die Meldung, dass sich die Bundesregierung auf eine Griechenpleite vorbereitet

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