Weltbank: Starker Anstieg globaler Lebensmittelpreise


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Die Weltbank hat in ihrem aktuellen Quartalsbericht vor stark steigenden Lebensmittelpreisen gewarnt. Als Ursachen werden China, das Wetter und die Ukraine genannt. In der Vergangenheit war jedoch häufig auch die Finanzbranche der Auslöser derartiger Preisschocks.

Frauen in Zimbabwe, Afrika
Bildquelle: Gegenfrage.com

Im ersten Quartal des Jahres 2014 sind seit dem Allzeithoch im August 2012 zum ersten mal wieder die Preise für Lebensmittel gestiegen, laut einem Bericht der Weltbank getrieben durch die steigende Nachfrage Chinas, der Dürre in den Vereinigten Staaten und den Unruhen in der Ukraine. Insgesamt haben sich die Lebensmittelpreise im Vergleich zum vergangenen Quartal international durchschnittlich um 4,0 Prozent erhöht.

Insbesondere Weizen und Mais zogen im ersten Quartal stark um 18 und 12 Prozent an. „Wachsende Probleme durch das Wetter, steigende Nachfrage und wohl auch in geringerem Maße die Unsicherheit aufgrund der Situation in der Ukraine sind hauptsächlich für die Preissteigerungen verantwortlich“, so der Quartalsbericht der Weltbank. Trotz Rekordernten im Jahr 2013 seien die Preise weiter angestiegen. „Solch ein steiler Preisanstieg hatte sich in den Monaten vor dem historischen Gipfel im Sommer 2012 ereignet“, so der Bericht weiter.

Die Zuckerpreise stiegen seit dem vergangenen Quartal um 13 Prozent und Sojaöl um 6,0 Prozent. Die Preise für Reis gingen aufgrund gefallener Düngemittelpreise um 7,0 Prozent zurück. Der durchschnittliche Rohölpreis stieg um 3,0 Prozent auf 104 $ je Barrel.



In 2007 und 2008 hatten steigende Lebensmittelpreise zahlreiche Unruhen auf der ganzen Welt ausgelöst, unter anderem in Haiti, Kamerun und Indien. Seit 2007 fanden global 51 Hungerrevolten in 37 Ländern statt, die meisten davon als Folge eines Preissprungs bei Lebensmitteln. Laut dem Bericht war dies auch die Ursache für die Krise in Tunesien ab 2011.

„Lebensmittelpreisschocks können sowohl der entzündende Funke oder die Verschärfung von Konflikten und politischer Instabilität bedeuten und es ist wichtig, Politik zu betreiben die diese Effekte mildern“, so der Bericht weiter. Was darin leider nicht erwähnt wird, ist die Beeinflussung der Lebensmittelpreise durch den Handel von Zertifikaten an den globalen Börsen, was in der Vergangenheit häufig die Ursache von Hungerkrisen war.

So berichtete etwa die FAZ Anfang 2011 sehr aufschlussreich über drohende Hungerkrisen in Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien, noch bevor der Begriff „Arabischer Frühling“ in den Medien kursierte. Nur Wochen zuvor hatten Ökonomen davor gewarnt, dass Milliarden aus Banken und Hedgefonds in Lebensmittel-Zertifikate flössen und die Preise dadurch explodierten. „Wenn die Derivatmärkte mit den Rohstoffmärkten verknüpft sind, kann das nahezu unbegrenzte Kapital aus der Finanzbranche zu extremen Preisschwankungen führen“, schrieb der britische Guardian.

Ein Forscherteam des New England Complex Systems Institute in Cambridge hatte 2010 eine Formel ermittelt, mit der sich anhand der Lebensmittelpreise genau der Beginn von Unruhen in bestimmten Regionen errechnen lässt. Am 13. Dezember 2010 hatten die Forscher die US-Regierung in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass die globalen Lebensmittelpreise im Begriff seien, die von ihnen definierte Schwelle zu überqueren. Nur vier Tage später begannen die Proteste in Tunesien, die sich auf den gesamten Nahen Osten ausbreiten sollten.

2 Kommentare

  1. da wird wohl nicht nur auf Lebensmittel spekuliert sonder auch auf Unruhen die zu Konflikten werden sollen. Um dann Bomben zu werfen die die noch lebenden Menschen vom Hunger erlöst.

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