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14.05.1955: Warschauer Pakt wird gegründet


Geschichte/Russland

Am 14. Mai 1955 wurde der Warschauer Pakt gegründet. Dabei handelte es sich um ein Militärbündnis des Ostblocks und das Gegenstück zur noch heute bestehenden, von den USA geführten NATO.

Warschauer Pakt
Mitglieder des Warschauer Pakts, alle Landesflaggen gemeinfrei

Am 14. Mai 1955 wurde der Warschauer Pakt gegründet. Dabei handelte es sich um ein von bis 1991 bestehendes Militärbündnis des Ostblocks unter der Führung der Sowjetunion.

Mitgliedsstaaten waren Albanien (bis 13. September 1968), die Sowjetunion (bestehend aus Russland, Weißrussland, Estland, Lettland, Litauen, Moldawien, Ukraine, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan), Bulgarien, die Deutsche Demokratische Republik (bis 2. Oktober 1990), Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei und Ungarn.

Erst im Jahr 1985 hatten die Mitglieder beschlossen, den Vertrag um weitere 20 Jahren zu verlängern. Gegründet wurde der Warschauer Pakt als Reaktion auf die bereits 1949 gegründete NATO. Die Aufrüstung der Bundesrepublik Deutschland und die Aufnahme in die NATO veranlasste Moskau schließlich zur Gründung des osteuropäischen Militärbündnisses.

Sowjetische Dominanz innerhalb der Allianz

Das Vereinte Oberkommando hatte zu jedem Zeitpunkt ein sowjetischer Marschall. Der Warschauer Pakt hatte nicht nur die Aufgabe, die Mitgliedsstaaten vor einem äußeren Angriff zu schützen. Im Jahr 1968 wurde die sogenannte Breschnew-Doktrin verkündet, durch die der Sozialismus in den Mitgliedsstaaten geschützt werden sollte.

Die Sowjetunion behielt sich damit das Recht vor, im Falle eines Systemwechsels in den entsprechenden Staat militärisch einzudringen. Damit war die Souveränität der Mitglieder stark eingeschränkt, auch wenn in der Verkündung mehrfach das Gegenteil behauptet wurde.

Einsätze des Warschauer Pakts

  • Im Jahr 1956 drangen Truppen des Warschauer Paktes während des Volksaufstands in Ungarn in das Land ein. Das Land stand seit Ende des Zweiten Weltkriegs unter sowjetischer Herrschaft. Der neue ungarische Regierungschef Nagy kündigt am 01. November die Mitgliedschaft im Warschauer Pakt.Drei Tage später rollten sowjetische Panzer über die Grenze, schlugen den Aufstand nieder und verhafteten Nagy, der im Juni 1958 zusammen mit 350 weiteren „Aufständischen“ gehängt wurde. Tausende weitere wurden eingesperrt. Rund 200.000 Ungarn flüchteten ins Ausland, die meisten nach Österreich.
  • Während des Prager Frühlings marschierten sowjetische, polnische, bulgarische und ungarische Truppen im Jahr 1968 in die Tschechoslowakei ein und schlugen die sogenannte angestrebte Entstalinisierung durch die KPČC (Kommunistische Partei) nieder. Weitere Militäreinsätze des Warschauer Pakts fanden bis zur Auflösung im Jahr 1991 nicht statt.

Auflösung

Sowjet-Präsident Michael Gorbatschow, erklärte den Hegemonieanspruch der Sowjetunion für nichtig und entließ die ehemaligen Mitgliedsstaaten in die Selbständigkeit. Das Bündnis war ein Gegenstück zur von den USA geführten NATO, welche bereits im Jahr 1949 gegründet wurde und bis heute besteht. 

Moskau fordert bis heute eine Auflösung der NATO. Russland müsse in neue Friedensordnungen einbezogen werden. Stattdessen expandiere die NATO immer weiter nach Osten, wie die russische Zeitung Kommersant im Jahr 2015 anmerkte. Eine Folge davon seien etwa die Krisen in Jugoslawien und der Ukraine gewesen. Im Westen ist man hingegen der Auffassung, dass sich Russland keinen Sicherheitsbündnissen anschließen möchte.

Seit der Auflösung des Warschauer Pakts hat sich die NATO-Grenze um etwa 1.000 Kilometer Richtung Russland verschoben. Die meisten früheren Mitglieder des „Roten Bündnisses“ sind heute NATO-Mitglieder.

Quellenangaben anzeigen
csmonitor, wikpedia



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