USA verantwortlich für 160’000 Krebsfälle im Irak?


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Die USA haben laut einem Bericht der Umweltorganisation „Green Peace“ während der Besetzung des Irak seit dem Jahr 2003 über 2’000 Tonnen abgereichertes Uran militärisch eingesetzt, nachdem sie bereits 800 Tonnen abgereichertes Uran gegen das Land während des Golfkriegs im Jahr 1991 eingesetzt hatten. Das irakische Volk habe daher immer häufiger mit bösartigen Tumoren und verschiedenen Arten von Krebs zu kämpfen.

Nach Angaben der irakischen Ministerien für Umwelt und Gesundheit wurden seit Kriegsbeginn im Jahr 2003 mehr als 140’000 Krebserkrankungen und 20.000 andere Tumorarten gemeldet. Zudem verfügten sie offenbar auch über einige Belege, dass amerikanische Streitkräfte „Weißen Phosphor“ während der Kämpfe in Falludscha, einer Stadt in der irakischen Provinz Al Anbar, verwendeten. „Weißer Phosphor“ entzündet sich selbst durch den Kontakt mit Sauerstoff und brennt dann mit einer 1’300 Grad Celsius heißen Flamme unter starker Entwicklung von weißem Rauch (Phosphorpentoxid), der in größeren Mengen gesundheitsschädlich ist.

Berichte der irakischen Regierung besagen, dass ein Großteil der insgesamt 160’000 Krebs- und Tumorerkrankungen der irakischen Bevölkerung bei Kindern festgestellt wurde. Angeblich sterben 8’000 irakische Kinder jedes Jahr an Krebs, auch aufgrund der schlechten Versorgung an Medikamenten. Wie die Nachrichtenagentur Farsnews berichtet, zeigen aktuelle medizinische Berichte, dass sich Krebs wie ein Lauffeuer im Irak ausbreitet. Tausende Kinder werden mit Missbildungen geboren. Ärzte sagten, sie stellten einen extremen Anstieg von Krebs und Fehlgeburten fest, der kaum noch zu bewältigen sei. Speziell treffe dies auf Städte zu, die während des Krieges unter starkem amerikanischen und britischen Beschuss gestanden hatten.

Dr. Ahmad Hardan, wissenschaftlicher Berater der Weltgesundheitsorganisation, der Vereinten Nationen und dem irakischen Gesundheitsministerium, sagte, dass abgereichertes Uran zu Krebserkrankungen und Missbildungen führe. „Kinder mit angeborenen Anomalien wurden einer Chromosomenanalyse unterzogen. Diese und weitere internationale Analysen ergaben, dass abgereichertes Uran verheerende Folgen nach sich zieht“, so Hardan. Zahlreiche irakische Ärzte teilten mit, dass sie vermehrt Krebserkrankungen feststellten, nach dem Krieg von 1991 sowie der Invasion im Jahre 2003. Abdulhaq Al-Ani, Autor des Buches „Uranium in Iraq“, hatte bekräftigt, dass die Inkubationszeit für abgereichertes Uran etwa fünf bis sechs Jahre betrage, was die Spitzen der Krebsraten in den Jahren 1996-1997 und 2008-2009 erkläre.



Ein direkter Zusammenhang zwischen alliierten Bombenangriffen auf irakische Gebiete und dort auftretenden Tumorerkrankungen wurde vom Pentagon bislang bestritten. Doch zahlreiche irakische Ärzte und etliche westliche Gelehrte bestätigten, dass enorme Mengen von abgereichertem Uran in amerikanischen und britischen Bomben verwendet wurden und werden, und der starke Anstieg der Krebsraten mit großer Wahrscheinlichkeit damit zusammenhänge. In Falludscha, was im Jahre 2004 heftig von der US-Armee beschossen wurde, wiesen rund 25% der Neugeborenen schwere Missbildungen auf. Zudem wurden zahlreiche kongenitale Anomalien, Hirntumore und Neuralrohrdefekte im Rückenmark festgestellt.

Die Krebsrate in der Provinz Babil, südlich von Bagdad, stieg von 500 diagnostizierten Fällen im Jahr 2004 auf 9’082 im Jahr 2009. Das Wasser, der Boden und die Luft sind in weiten Teilen des Irak, einschließlich Bagdad, mit abgereichertem Uran verunreinigt. Die Halbwertszeit von abgereichertem Uran beträgt etwa 4,5 Milliarden Jahre.