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03.07.1979: USA beginnen Unterstützung der Mudschaheddin, Taliban


Afghanistan/Geschichte/Russland/USA

Am 03. Juli 1979 unterzeichnete US-Präsident Carter auf Drängen seines Beraters Brzeziński die Operation Cyclone. Damit wurden vor dem Einmarsch der Sowjetunion nach Afghanistan Waffen an die Mudschaheddin geliefert, die Vorläufer der Taliban.

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Mudschaheddin, Brzeziński, Taliban, CIA, Bild: Flaggen USA + Sowjetunion, beide gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1979 segnete US-Präsident Jimmy Carter die Operation Cyclone ab, wozu er von seinem Sicherheitsberater Zbigniew Brzeziński überredet wurde. Damit war die Unterstützung antikommunistischer Kämpfer in Afghanistan durch die CIA, der Mudschaheddin, in trockenen Tüchern.

Dies fand wohlgemerkt rund ein halbes Jahr vor der Intervention durch die Sowjetunion statt. Im Januar 1980 unterzeichnete Carter die Bewaffnung der Mudschaheddin, den Vorläufern der Taliban. Dafür wurden zunächst über Umwege sowjetische Waffen bezogen und an afghanische Kämpfer übergeben.

Brzeziński-Interview aus dem Jahr 1998

Der offiziellen Geschichte zufolge begannen die Hilfen für die Mudschaheddin im Laufe des Jahres 1980 – nachdem die sowjetische Armee nach Afghanistan eindrang. Wie Brzeziński in einem Interview mit der französischen Zeitung „Le Nouvel Observateur“ aus dem Jahr 1998 sagte, brachte man die Russen zwar nicht dazu, in Afghanistan zu intervenieren.

„Aber wir haben wissentlich die Wahrscheinlichkeit erhöht.“ Wie Brzeziński weiter sagte, kaufte die CIA die Waffen sogar von der Regierung der Tschechoslowakei und dem sowjetischen Militär. Nach dem Amtsantritt Ronald Reagans im Jahr 1981 wurde die Unterstützung für die Mudschaheddin stark ausgebaut. So wurden unter anderem Luftabwehrsysteme an die Kämpfer geliefert.

Als die Sowjetunion ihre Truppen mobilisierte, begründeten sie dies unter anderem mit einer „geheimen Beteiligung der USA“, doch niemand glaubte daran. Brzeziński bezeichnete die Operation Cyclone als „ausgezeichnete Idee“, welche die „Russen in die afghanische Falle“ gelockt hätten („Sovietnam“, „Russland-Falle“).

„Tatsächlich folgte ein fast zehn Jahre dauernder Krieg, der nicht einmal von der Regierung in Moskau wirklich unterstützt wurde“, so der Sicherheitsberater weiter. Es handelte sich um einen „Konflikt, der die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums zur Folge hatte.“

„Es gibt keinen globalen Islam“

„Was ist für die Weltgeschichte am wichtigsten? Die Taliban oder der Zusammenbruch des sowjetischen Reiches? Einige nervöse Moslems, oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges?“, so Brzeziński weiter.

Der Interviewer fragte erschrocken: „Einige aufgeregte Moslems? Aber es wurde gesagt und wiederholt: Der islamische Fundamentalismus stellt heute eine Bedrohung für die Welt dar.“ Brzeziński erwiderte: „Unsinn! Es wird gesagt, dass der Westen eine globale Politik in Bezug auf den Islam verfolgte. Das ist dumm. Es gibt keinen globalen Islam.“

„Betrachten Sie den Islam rational und ohne Demagogie oder Emotionen. Es ist die führende Religion der Welt mit 1,5 Milliarden Anhängern. Aber was gibt es unter dem saudi-arabischen Fundamentalismus, dem gemäßigten Marokko, dem pakistanischen Militarismus, dem ägyptischen pro-westlichen oder dem zentralasiatischen Säkularismus? Nichts mehr als das, was die christlichen Länder verbindet.“

Eine der teuersten CIA-Operationen

Operation Cyclone war eine der teuersten CIA-Operationen seit der Gründung der Behörde. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, doch gehen einige Schätzungen von zwei bis sechs Milliarden Dollar aus, die für die Waffenkäufe nach Pakistan geleitet wurden.

Die dafür benötigten Mittel wurden im US-Budget verschleiert. Auch Saudi-Arabien finanzierte die Mudschaheddin in ungefähr derselben Höhe.

Quellenangaben anzeigen
counterpunch, gwu, cia



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