USA: Misstrauen gegenüber Banken auf Rekordniveau


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Zwar ist die Rezession dank leistungsstarker Druckerpressen und nach Aussagen ranghoher Politiker bis auf weiteres vorbei, doch genießen die großen Geldinstitute in den USA weiterhin nur wenig Vertrauen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup sagten 36 Prozent der Amerikaner, dass sie „sehr wenig“ oder „kein“ Vertrauen in US-Banken hätten, was der höchste Wert seit Erfassung dieser Daten ist. Rekord! Fairerweise muss man dazusagen, dass 23 Prozent der Befragten bereits das zweite Jahr infolge angaben, dass sie „großes“ und „sehr großes“ Vertrauen in das heimische Bankensystem hätten, nach 22 Prozent im Jahr 2009. Vorsichtig ausgedrückt waren die vergangenen zwei Jahre also mehr als hart für die Werbeabteilungen amerikanischer Geldhäuser. Wie die US-Zeitung Huffington Post berichtet, leisteten die Banken in den letzten Monaten zudem offenbar aggressive Lobbyarbeit gegen die Umsetzung der Dodd-Frank-Finanzreform, die letztes Jahr durch die Unterzeichnung von US-Präsident Barack Obama verabschiedet wurde. In den USA, der Nation mit den fünf größten Hypothekenbanken der Welt – Bank of America, JPMorgan Chase, Wells Fargo, Citigroup und Ally Financial – haben es die Institute nach den vergangenen Misserfolgen wahrlich nicht leicht.

Außerdem wurden im Mai Untersuchungen eingeleitet, durch die herausgefunden werden sollte, ob die genannten Banken mit bestimmten Vorgehensweisen bei Zwangsvollstreckungen möglicherweise die Steuerzahler betrogen haben. Darüber hinaus wurde im April die landesweit größte Bank Goldman Sachs in einem Bericht des Senats beschuldigt, Kunden systematisch irregeführt zu haben. Angeblich wurde den Kunden „wertloser Plunder und Gerümpel“ als Vermögenswerte verkauft. Anschließend wettete die Bank auf einen Wertverfall dieser Anlagen.

Die diesjährigen Gallup-Ergebnisse unterstreichen die wachsende Feindseligkeit gegenüber amerikanischen Banken und deren Geschäftsmethoden. Angeblich hatten die US-Bürger vor der Krise niemals mehr Misstrauen als Vertrauen in die Institute. Und die Tendenz ist im Zuge des aktuellen Negativ-Rekords offenbar weiter fallend. Zum Vergleich: Im Jahr 1979 vertrauten rund 60 Prozent der Bevölkerung den heimischen Banken. In den frühen 1990er-Jahren fiel dieser Wert auf 30 Prozent, bevor er wieder auf 53 Prozent bis 2004 zulegte. Seit 2007 hat sich dieses Ergebnis wieder halbiert. Am wenigsten vertrauen die Bürger den Banken laut Gallup-Umfragen im Osten der USA: Hier stimmten lediglich 20 Prozent für „großes“ und „sehr großes“ Vertrauen.

1 Kommentar

  1. Das Mißtrauen gegenüber Banken ist auch in Deutschland schon sehr groß, aber es gibt immer noch zahlreiche Leute und das ist die Mehrheit, die glauben, in der Bank sitzt ein BERATER… und haben noch nicht begriffen, daß das alles „VERKÄUFER“ sind, die die Bankprodukte verkaufen, damit es der Bank gut geht. Dafür bekommen sie Gehalt…

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