USA: Frackingfirmen haben 200 Mrd. Dollar Schulden


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Durch den fallenden Ölpreis machen Fracking-Unternehmen aus den USA enorme Verluste. Dennoch müssen sie weiter produzieren, um einen gigantischen Schuldenberg in Höhe von 200 Milliarden Dollar zu bedienen. Am Sonntag hat eine Frackingfirma Insolvenz angemeldet.

Barrel-Oel

Die fallenden Ölpreise üben enormen Druck auf US-amerikanische Fracking-Unternehmen aus. Durch vergangene Investitionen durch die Wallstreet und London lasten Schulden in Höhe von 200 Milliarden Dollar auf den Schultern der Firmen, wie der Guardian meldet.

Seit 2010 haben sich die Schulden der Unternehmen um 55 Prozent erhöht, die Erträge sind seither jedoch nur um 36 Prozent gestiegen, so das Wall Street Journal. Sogenanntes Hydraulic Fracturing bzw. Fracking ist wesentlich teurer als die herkömmliche Ölförderung. Am Sonntag meldete das erste Fracking-Unternehmen Konkurs an. WBH Energy LP, ein in Texas ansässiges Unternehmen, gab an, kein Geld mehr von den Kreditgebern zu erhalten. Die Schulden des Unternehmens belaufen sich auf 10 bis 50 Millionen Dollar. In den USA gibt es Hunderte solcher Unternehmen.



Nordamerikanische Fracking-Unternehmen benötigen in den meisten Fällen einen Ölpreis von 60 bis 100 Dollar je Barrel, um rentabel zu arbeiten. Da der Preis nun zeitweise sogar unter 50 Dollar gefallen ist, machen die Unternehmen Verluste, müssen jedoch weiter produzieren, um die angehäuften Schulden weiter zu bedienen. Steigt der Ölpreis nicht bald wieder, werden viele weitere Unternehmen bankrott gehen.

Hydraulic Fracturing (Fracking) ist eine Technik, bei der eine chemische Flüssigkeit mit hohem Druck in Gesteinsschichten gepresst wird, um diese aufzubrechen und daran gebundene Öl- und Gasvorkommen zu fördern. Kritiker fürchten durch die Chemikalien eine Verunreinigung des Grundwassers. Fracking ist umstritten, steht unter internationaler Kontrolle und wurde in einigen Ländern aufgrund seiner Auswirkungen auf die Umwelt verboten.

Bild: Standardfass (55 gallon drum), Autor: Trevor MacInnis (Wikipedia), Lizenz: CC BY-SA 2.5