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03.10.2015: USA bombardieren Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan


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Am 03. Oktober 2015 bombardierte die US Air Force eine Stunde lang ein Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan. Aus welchem Grund der Luftangriff stattfand konnte nicht aufgeklärt werden. Konsequenzen ab es praktisch keine.

Bombardierung Ärzte ohne Grenzen 2015 Afghanistan
Bombardierung Ärzte ohne Grenzen 2015 Afghanistan, Bild: Gegenfrage.com

In der Nacht zum 03. Oktober 2015 bombardierte die US Air Force mehrere Male ein Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen in Kundus, Afghanistan. Insgesamt 42 Menschen kamen ums Leben, darunter Krankenhauspersonal, Patienten und einige Angehörige von Patienten. Zahlreiche weitere Mitarbeiter, Pfleger und Ärzte wurden verletzt.

Die Ärzte ohne Grenzen verurteilten den US-Luftangriff scharf. Knapp zwei Monate nach dem Luftangriff legte das US-Verteidigungsministerium einen Untersuchungsbericht vor, der auf erschreckende Fehler seitens des US-Militärs hinwies.

Die Ärzte ohne Grenzen verfassten einen eigenen Bericht mit einer chronologischen Auflistung der Ereignisse. Weder der Bericht des US-Militärs, noch der Bericht der Ärzte ohne Grenzen konnte herausfinden, warum die Luftangriffe überhaupt stattfanden, da den USA und allen anderen kämpfenden Einheiten in Afghanistan die GPS-Position des Krankenhauses bekannt war.

Keine Taliban im Krankenhaus

Die Taliban gaben an, dass sich keine ihrer Kämpfer zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus aufhielten. Vor allem das Hauptgebäude des Krankenhauses, wo die Versorgung der Patienten stattfand, wurde eine Stunde lang immer wieder schwer getroffen.

Die Ärzte ohne Grenzen hatten unmittelbar nach dem Beginn der Angriffe die Regierungen in Kabul und Washington informiert, dennoch hörten die Bombardierungen nicht auf. Es handelte sich um das einzige Krankenhaus mit einer chirurgischen Abteilung im gesamten Norden Afghanistans.

Das US-Militär suspendierte im April 2016 einen Offizier, was die einzige nennenswerte Konsequenz des Vorfalls blieb.



3 Kommentare

  1. Aus dem BBC-Artikel: „No criminal charges have been filed“. Es gab einige Disziplinarmaßnahmen, aber Konsequenzen gab es für niemanden, wie ich das verstehe.

  2. @Bürgender
    Für etliche der bestraften Crew war es das -AUS- bei der Airforce, die anderen wurden im Rang herabgestuft. No criminal charges aus dem Grund, weil der Vorfall nicht als -war crime- angesehen wurde.
    Hier wurde aus einer Verkettung von Umständen das falsche Objekt platt gemacht. Detaillierte Berichte sind reichlich einlesbar.

    https://www.military.com/daily-news/2015/11/25/ac-130-crew-ground-troops-punished-kunduz-hospital-strikes.html

    https://www.stripes.com/news/16-military-personnel-punished-for-deadly-hospital-airstrike-in-afghanistan-1.406788

    Vergess mal zu solchen Dingen Quellen wie BBC etc.
    .
    Die Bezeichnung -bombardiert- ist auch nicht richtig, zumal da von stundenlanger Aktion was behauptet wurde. Nur 2 moderne Typen einer C-130 Hercules Gunship können überhaupt Bombenlast oder Raketen tragen, und bei Bomben nur total 4 Stück. Eine Info, dass Bomben abgeworfen wurden, fand ich nirgends.

    Es war nur 1 Flugzeug im Einsatz und hat für 29 Minuten so genannte -strafe runs- geflogen, 5 Runden. Beschuss aus den Bordkanonen 105mm, 40mm, 25mm. Dabei ist Explosivmunition, damit wird dann auf fliehende Personen geschossen, die in diesem Fall aber nicht die bösen Taliban waren.

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