USA: 75 Prozent aller Jobs sind "schlechte Jobs"


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Sagenhafte drei von vier Jobs in den USA sind „schlechte Jobs“ mit geringer Bezahlung und ohne soziale Sicherheit, wie eine Studie ergeben hat. Am sogenannten Fachkräftemangel liegt es nicht, eher tragen ein gigantischer Wasserkopf aus tausenden und abertausenden Gesetzen und Vorschriften, zu hohe Steuern und ein enormer Kostendruck die Hauptschuld an der Misere.

Während Barack Obamas 163’000 neu geschaffene Jobs im Juli von der Propaganda gefeiert und der US-Arbeitsmarkt grundsätzlich als „positiv“ erachtet wird, schauen die durch die Bankenkrise geprellten Menschen in die Röhre. Warum? Die Jobs in den USA verlieren immer mehr an Qualität. Laut einer Studie des Center for Economic and Policy Research sind nur noch 24,6 Prozent aller Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten „gute Jobs“. Ein fallender Wert infolge zunehmenden Kostendrucks in Unternehmen: Ausgaben senken, Gewinne steigern. Für die Studie wurden Arbeitsmarktzahlen von 2010 untersucht.

Folgende Kriterien werden für einen „guten Job“ vorausgesetzt:

  1. Der Job muss mit mindestens 18,50 Dollar (ca. 15 Euro) pro Stunde vergütet werden.
  2. Der Job muss eine vom Arbeitgeber zumindest teilweise finanzierte Krankenversicherung beinhalten.
  3. Der Job muss eine Altersversorgung beinhalten.

Satte 75,4 Prozent aller Jobs in den USA erfüllen diese Voraussetzungen nicht. Am sogenannten Fachkräftemangel, wie es in Deutschland immer wieder durch die Medienlandschaft posaunt wird, liegt es dieser Studie zufolge nicht: Während 1979 insgesamt 19 Prozent aller Arbeitnehmer einen College-Abschluss hatten, waren es 2010 ganze 34 Prozent. 1979 war die Situation dennoch besser: Damals hatten immerhin „nur“ 72,6 Prozent aller Arbeitnehmer einen „schlechten Job“. Also woran liegt es dann?



Das Problem ist laut US Desk ein ähnliches wie in den meisten europäischen Ländern: Es gibt tausende und abertausende von Gesetzen, Regeln und Vorschriften, die eingehalten werden müssen, ständig werden neue Steuern eingeführt aber in den meisten Fällen nie wieder abgeschafft. Ein riesiger Wasserkopf der Bürokratie. Jeder einzelne Arbeitnehmer muss einen gigantischen Steuer- und Verwaltungsapparat mit durchfüttern, sodass von den 18,50 Dollar nurmehr wenig übrig bleibt, um ein anständiges Leben zu führen.

Obwohl also nur Hungerlöhne bei den Arbeitnehmern ankommen, sind die Lohnkosten für amerikanische Unternehmen dennoch sehr hoch. Aus diesem Grund entschließen sich viele Unternehmen, die Arbeitsplätze in Länder mit weniger Bürokratie und geringeren Steuern zu verlagern, wodurch die Situation noch weiter verschlimmert wird.

Apropos Fachkräftemangel: Etwa 53 Prozent aller US-Hochschulabsolventen unter 25 Jahren waren im vergangenen Jahr entweder arbeitslos oder nur gering beschäftigt. Vor 30 Jahren waren 30 Prozent aller Arbeitsplätze in der Vereinigte Staaten sogenannte „Low Income Jobs“, heute sind es 40 Prozent. Das freiste Land der Welt und der „unbegrenzten Möglichkeiten“ erlebt einen echten Niedergang.

Hoffen wir dennoch, dass das freundliche, begeisterungsfähige und offene amerikanische Volk nicht wieder in den Krieg ziehen muss, um die bankrotte heimische Wirtschaft zu sanieren. Betrachtet man die vergangenen 100 Jahre, bleibt leider nur wenig Hoffnung.

3 Kommentare

  1. Huch, doch kein Fachkräftemangel? Nicht dass wir umsonst ganz Anatolien, den Libanon und Nordafrika nach hochgebildeten Experten abgrasen.

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