Neun Verhaftungen täglich:
UK: Festnahmen wegen Online-Posts um bis zu 877 % gestiegen


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Britische Polizeikräfte verhafteten im vergangenen Jahr mindestens neun Menschen pro Tag aufgrund „anstößiger“ Online-Kommentare.

Online-Posts Großbritannien
Online-Posts Großbritannien, Bild: Gegenfrage.com

Laut neuen Zahlen, die von der britischen The Times veröffentlicht wurden, nahmen britische Behörden im vergangenen Jahr insgesamt 3.955 Menschen in Gewahrsam, die ihre anstößige Meinung im Internet verbreiteten. Dies stellt in Großbritannien einen Verstoß gegen Section 127 des Communications Act 2003 dar.

Die tatsächliche Zahl ist aber wahrscheinlich noch viel höher, da die britische Polizei angeblich nur wenig brauchbare Daten zur Verfügung stellte und einige Informationen zu diesem Thema verweigerten. Etwa die Hälfte der Ermittlungen wurden eingestellt.



Die Polizei hat sich auf die Verfolgung sogenannter „Trolle“ konzentriert, die Hass-Postings im Internet verbreiten, heißt es. Die Zahl der Verhaftungen der West Midlands Police ist seit 2014 um unglaubliche 877 Prozent gestiegen. Nun will sich die Polizei noch weiter auf Hass-Postings konzentrieren, weshalb ein weiterer Anstieg erwartet wird.

Fälle

Im Oktober 2015 wurde Bahar Mustafa „aufgrund bedrohlicher Kommunikation auf einer Social Media Plattform“ verhaftet, so der Wortlaut der Polizei. Dieser hatte das Hashtag #killallwhitemen in einem Post verwendet.

Im Jahr 2012 wünschte der in Großbritannien lebende Azhar Ahmed britischen Soldaten in Afghanistan, dass diese „zur Hölle fahren“ sollen:

„Leute quatschen über den Tod von Soldaten! Was ist mit den unschuldigen Familien, die brutal getötet worden sind. Die Frauen, die vergewaltigt wurden. Die Kinder, die aufgeschnitten wurden. Ihre Feinde waren die Taliban, nicht unschuldige harmlose Familien. Alle Soldaten sollten sterben und zur Hölle fahren!“ Ahmed wurde zu 240 Sozialstunden und 300 Pfund Strafe verurteilt.

Gelegentlich handelt es sich bei den Posts aber nicht unbedingt um Hass oder um von der Regierung abweichende Meinungen, sondern um missglückte Scherze. Wie etwa im Mai 2016, als die schottische Polizei einen Mann verhaftete, der ein Video eines Hundes postete, der den Hitlergruß zeigte („Nazi Dog“).

Quellenangaben anzeigen
times, openrightsgroup, breitbartguardian

1 Kommentar

  1. Naja- die Soldaten die unschuldige Menschen abschlachten, können nicht verurteilt werden, auch nicht tausendfacher Drohnenmord
    Aber in der Verwaltung arbeitende Zwangsverpflichtete, die die Armsehligkeiten der Opfer nur sortiert haben, werden in Deutschland noch als Hundertjährige wegen Beihilfe zum Mord verurteilt.
    Frau Merkel, was würden Sie denn so bekommen, wenn Sie wegen Beihilfe zum tausendfachen Drohnenmord angeklagt und verurteilt würden?
    Wenigstens hätten Sie die Möglichkeit der Verteidigung und würden nicht per Fernsteuerung zerfetzt.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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