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26.04.1986: Atomunfall von Tschernobyl


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Am 26. April 1986 ereignete sich die Katastrophe von Tschernobyl, die heute als der schwerste Atomunfall in der Geschichte gilt.

Tschernobyl
Tschernobyl, Bild: Gegenfrage.com, Warnzeichen gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1986 ereignete sich der Atomunfall von Tschernobyl, auch bezeichnet als der Tschernobyl-Unfall oder Tschernobyl-Katastrophe. Dabei handelte es sich um einen schweren Atomunfall im Kernkraftwerk in der Nähe von Pripyat, einer Stadt im Norden der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik, ca. 104 km nördlich von Kiew.

Der Unfall ereignete sich während eines Sicherheitstests, bei dem ein Stromausfall der Station simuliert wurde. Sicherheitssysteme wurden absichtlich abgeschaltet. Eine Kombination von inhärenten Fehlern am Reaktor und einigen Bedienungsfehlern führte zu einer unkontrollierbaren Reaktion.

Wasser verdampfte blitzartig und erzeugte eine zerstörende Dampfexplosion, ein Feuer brach aus. In einem Zeitraum von etwa neun Tagen schleuderte praktisch das gesamte radioaktive Material in die Atmosphäre und verteilte sich über dem Westen der Sowjetunion und Europa.

Verluste und Kosten

Die Katastrophe von Tschernobyl gilt als der schwerste Nuklearunfall der Geschichte, sowohl hinsichtlich der Kosten als auch der Verluste. Mehr als 500.000 Arbeiter kämpften gegen die Katastrophe an, die Kosten beliefen sich auf schätzungsweise 18 Milliarden Rubel.

Während des Unfalls verursachte die Explosion zwei Todesfälle innerhalb der Einrichtung. Den ersten unmittelbar nach der Explosion und den anderen später aufgrund tödlicher Strahlendosen. Später wurden 134 Menschen mit akuten Strahlensymptomen in Krankenhäusern behandelt. 28 Feuerwehrleute und Angestellte starben in den folgenden Tagen und Monaten.

Die genaue Todeszahl ist allerdings bis heute umstritten. Die meisten Todesfälle erfolgten durch Krebs oder Immunschwächekrankheiten in den Jahren nach der Katastrophe. Die Schätzungen reichen von 10.000 bis 250.000 Todesfälle, die mit dem Nuklearunfall von Tschernobyl zusammenhängen.

Geheimhaltung

Das Unglück wurde aus propagandistischen Gründen geheimgehalten. Desweiteren, um keine Panik in der eigenen Bevölkerung zu verursachen. Darum wurde die umliegenden Orte um das Kernkraftwerk zu spät evakuiert, was die Opferzahlen weiter in die Höhe trieb.

Erst 30 Stunden nach dem Ereignis meldeten die Behörden den Bewohnern erstmals, dass sie die Region verlassen sollten. Die Strahlung lag zu diesem Zeitpunkt rund 600.000 Mal über dem Grenzwert. 200.000 Quadratkilometer wurden verseucht. Über die Luft wurden Plutonium, Strontium und Barium weiträumig verteilt.

Durch den Unfall wurde auch das größte Radarsystem der Sowjets zerstört und unbrauchbar, da Duga 1. Dieses System informierte Moskau frühzeitig über den Abschuss von Raketen.

Die Kleinstadt Pripyat, welche erst 1970 gegründet wurde, bleibt bis heute unbewohnbar. In den meisten Wohnungen befindet sich noch immer das Inventar der früheren Bewohner. Seit 2011 kann die Stadt von Touristen besucht werden.

Sonstiges

In Deutschland sorgte die Tschernobyl-Katastrophe für große Aufregung. Da die sowjetischen Behörden den Unfall zunächst geheim hielten, erfuhr man in Deutschland erst Tage später davon. Die Partikel schlugen auch über Deutschland nieder, weshalb vor allem in Süddeutschland vom Verzehr bestimmter Pilzarten abgeraten wird.

Dabei handelt es sich um einen von zwei Kernenergieunfällen, die als ein Ereignis der Stufe 7 (die maximale Klassifizierung) auf der Internationalen Nuklearen Ereignisskala eingestuft werden. Die zweite Katastrophe ist die Kernschmelze von Fukushima Daiichi in Japan im Jahr 2011.

3 Kommentare

  1. Einen alternativen Hintergrund zu diesem Thema beleuchtet die Doku „Der russische Specht“ von 2015.

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