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02.08.1964: Der Tonkin-Zwischenfall


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Am 02. und am 04. August 1964 griffen Nordvietnamesen einen US-Zerstörer im Golf von Tonkin an. Dies jedenfalls behauptete die US-Regierung und begründete damit den Beginn des Vietnamkriegs. Später stellte sich heraus, dass die Geschichte frei erfunden war.

Tonkin-Zwischenfall False Flag
Tonkin-Zwischenfall False Flag, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1964 griffen Nordvietnamesen das US-amerikanische Kriegsschiff USS Maddox im Golf von Tonkin an. Jedenfalls behaupteten dies die Amerikaner und rechtfertigten damit einen Eintritt in den Vietnamkrieg.

Genauer handelte es sich um zwei getrennte Konfrontationen zwischen Nordvietnam und den Vereinigten Staaten in den Gewässern des Golfs von Tonkin. Der ursprüngliche amerikanische Bericht machte Nordvietnam für beide Vorfälle am 02. und 04. August 1964 verantwortlich. Heute ist klar, dass mindestens einer, möglicherweise beide Vorfälle frei erfunden waren.



Der Tonkin-Zwischenfall ist die vielleicht eine der schwerwiegendsten False Flag-Operationen der amerikanischen Geschichte, da diese letztendlich zum Tod von Millionen Menschen führte. US-Außenminister Robert McNamara log offen während einer gemeinsamen Ausschusssitzung, obwohl er in die Lüge eingeweiht war. Dies gab er Jahrzehnte später sogar öffentlich zu.

Laut später freigegebenen Dokumenten wussten auch einige Senatoren darüber Bescheid, dass der Tonkin-Zwischenfall eine Operation unter falscher Flagge war, bzw. niemals stattfand. Eine im März 1968 einberufene Sitzung des Komitees für Auswärtige Beziehungen blockierte sogar die Untersuchung eines Komiteemitglieds, das Zweifel darüber aufkommen ließ, ob der Tonkin-Vorfall jemals stattgefunden hatte.

Widersprüche

US-Präsident Johnson beschuldigte die Nordvietnamesen in einer öffentlichen Rede als „Aggressoren“ und beteuerte, dass er „keinen Wunsch nach Krieg“ gebe, die USA sich „lediglich verteidigen“ müssten. Es gab eine klare Widersprüchlichkeit zwischen Johnsons Handlungen und seinem öffentlichen Diskurs.

Das Ergebnis dieser beiden Zwischenfälle war die Verabschiedung der Golf-von-Tonkin-Resolution durch den US-Kongress. Damit hatte US-Präsident Lyndon B. Johnson die Befugnis, jedem südostasiatischen Land zu helfen, dessen Regierung durch eine „kommunistische Aggression“ gefährdet war.

Die Resolution diente Johnson als Freifahrtschein für die Mobilisierung der US-Streitkräfte und den Beginn eines totalen Kriegs gegen Nordvietnam.

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