Südkorea stoppt Tränengasexporte nach Bahrain


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Südkorea hat auf Druck von Menschenrechtsorganisationen den Export von Tränengas nach Bahrain eingestellt. Der von Protesten erschütterte Inselstaat sorgte in der Vergangenheit international für Empörung, nachdem Sicherheitskräfte Tränengas auf Wohnhäuser gefeuert hatten, wodurch Zivilisten verletzt und getötet wurden.

Bahrain, Manama
Bild: Wikipedia

Zwei südkoreanische Unternehmen haben auf Druck von verschiedenen Menschenrechtsgruppen ihre seit 2011 durchgeführten Tränengasexporte nach Bahrain ausgesetzt, wie Offizielle am Mittwoch bekanntgaben. Die verantwortliche Stelle des Verteidigungsministeriums hat einen weiteren Export nach Bahrain untersagt.

Die Entscheidung sei vor dem Hintergrund der Gesamtsituation in Bahrain erfolgt, wie Beamte mitteilten. Bahrains Innenministerium sagte in einer Erklärung am Mittwoch, dass es nicht von offizieller Seite über das Exportverbot informiert worden sei. Das Ministerium verteidigte den Einsatz von Tränengas und gab an, dass die heimischen Sicherheitskräfte dieses stets in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht eingesetzt hätten.

Verfolgungen und Verhaftungen sind seit knapp drei Jahren an der Tagesordnung, dennoch protestiert die Bevölkerung rund um die Uhr gegen die Regierung. Wie bereits 2012 bekannt wurde, haben Einsatzkräfte auch Tränengas in Wohnhäuser von Regierungsgegnern gefeuert, wodurch Menschen verstarben.

Obwohl die frühen Ursachen für die Proteste in Syrien und Bahrain im Zuge des sogenannten “Arabischen Frühlings” grundsätzlich vergleichbar sind (eine u.a. durch lockere westliche Geldpolitik ausgelöste Nahrungsmittelkrise, dazu gibt es in Bahrain Konflikte zwischen der sunnitischen Regierung und den schiitischen Teilen der Bevölkerung), wird Bahrains Herrscherfamilie anders als in z.B. Assad in Syrien von der Mehrheit der Bevölkerung nicht unterstützt, zudem richtet sich die Gewalt der Einsatzkräfte in erster Linie gegen die unbewaffnete Zivilbevölkerung.

Das Königreich Bahrain ist ein aus 33 Inseln bestehender Inselstaat im Persischen Golf und verfügt über intensiv genutzte Öl- und Gas-Vorräte, die laut Prognosen bis 2015 erschöpft sein werden. Anders als in Tunesien, Ägypten, Libyen oder Syrien unterstützen die USA die Regierung in Bahrain seit Beginn der Proteste.

7 Kommentare

  1. Ich fange mal beim letzten Absatz an …..“große Öl und Gasvorräte“
    Das kann man so nicht mehr sagen. Die gehen offenbar sehr stark zur Neige.

    Aber warum holt man sich die „Kampfgase“ nicht von den dortigen Ami-Piraten?

    Oder ist die 5.Flotte durch die Pleite der USA schon so stark gebeutelt?

    Die Maßnahme gegen ein westhöriges Land ist aber überhaupt schon wundersam. Läuft das auf die Formel hinaus:Kein Öl mehr – dann auch kein Kampfgas mehr?

  2. @Eckart
    Ja stimmt, 2015 sollen die Vorräte erschöpft sein.

    Laut Bahrains Botschaft in Berlin baut man sich durch einen Offshore-Bankensektor ein zweites Standbein auf und ist „heute eines der wichtigsten Finanzdienstleistungszentren des Nahen Ostens“. Ob das in diesen Zeiten eine gute Idee ist?

  3. @ Bürgender
    Also das mit der Offshore Bank muss keine schlechte Idee sein. Da wären die dann doch in guter Gesellschaft mit anderen Oasen für Geld von dem der jeweilige Staat nichts wissen soll, denn das ist bekanntlich immer noch das profitabelste Geld.

    Oder so: Überfalle keine Bank, sondern gründe lieber eine Bank 😉

    Aber den Mangel mit dem Ausfall des Kampfgases müssen sie trotzdem lösen. Aber ich glaube die Amis zweigen in Italien bestimmt syrische Spenden ab.

  4. Info update :

    Merkwürdig! Die Firma -Rheinmetall Denel Munition- mit Sitz in Südafrika stellt Tränengas (Granaten) her und hat Bahrain damit beliefert. Die dortige Polizei hat das Zeugs eingesetzt.

    Ich habe es doch schon oft erwähnt hier : Rheinmetall ist überall!!

    Ich glaube kaum, dass es für die Hersteller in den USA ein Problem ist, den
    Nachschub für Bahrain zu liefern, denn die USA belieferten auch Ägypten.

    Tränengaskanister Made in Korea tauchten auch schon in der Türkei auf.

    Die Firma Daekwan Chemical (Daekwan Industry Co., Ltd) bezeichnet sich als die EINZIGE Firma die in Korea tear gas produziert. Sie exportiert das Zeugs in 17 Länder weltweit, darunter auch die Türkei. Die Türkei bezieht
    das Zeugs auch aus Brasilien.

    Im Artikel oben aber ind zwei Firmen erwähnt. Der andere koreanische Hersteller / Lieferant ist

    http://www.cnotech.com/en/

    @Eckart – Schwer nachzuprüfen, aber auf den Schiffen der 5. Flotte sind wohl eher wenig Bestände an 40mm Tränengasgeschossen und Tränengas Wurfkörpern wie sie z.B.von der POLIZEI verwendet werden gegen ZIVILISTEN.

    Die 5. Flotte modernisiert und rüstet aber auf am Stützpunkt Bahrain

    http://news.usni.org/2013/07/03/u-s-navy-trading-destroyers-for-pcs-in-5th-fleet

  5. Danke für die Infos. Im verlinkten Artikel wird von 2 Unternehmen geschrieben, weiß aber auch nicht welche das sind. Denke ebenfalls, dass sie das (Gift-) Gas dann eben einfach von woanders kaufen. Deutschland hat sowas bestimmt auch im Angebot und wie wir alle wissen, verkauft oder verschenkt die Bundesregierung ja bekanntermaßen auch sehr gerne Hightech-Kriegswaffen an die gruseligsten Apartheitsregime und Wüstendiktaturen, während die eigene Bevölkerung nicht einmal ein Klappmesser mit sich führen darf.

  6. Die von mir erwähnten Firmen sind die beiden einzigen koreanischen Hersteller dieser Tränengasmunition. Habe so auf Anhieb keine weiteren gefunden.

    Deutschland hat das Zeugs logisch. Geliefert wird notfalls aus der Filiale Südafrika

    http://www.rheinmetall-defence.de/en/rheinmetall_defence/company/divisions_and_subsidiaries/rheinmetall_denel_munition/index.php

    Kommt aber auch aus der Heimat

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/154657

    In Bezug auf gewisse Kleinwaffen, steht Deutschland schon auf Platz 2.

    Heckler & Koch produziert mittlerweile in vielen Ländern der Welt.
    Hat in der Zeit des Kalten Krieges 80 Länder beliefert

    Hier ne alte Meldung

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ruestung-firma-aus-saudi-arabien-baut-gewehre-in-deutscher-lizenz-11109120.html

    Wir könnten schon in Sachen Rüstung den Exportweltmeistertitel holen. Es geht ja um den Gesamt-Umsatz. Da bietet sich doch an, für die nächsten atomwaffenfähigen U-Boote aus Kiel von Israel den offiziellen Listenpreis zu verlangen, anstatt den großzügig vergebenen Rabatt vom deutschen Steuerzahler einzutreiben.

  7. Noch mal zum Thema Rüstung

    http://www.kojote-magazin.de/2014/hunderte-rebellenfuhrer-prugelten-sich-um-probefahrt-mit-neuem-toyota-pickup/8979/

    Ich denke mal das sich hier eine echte Marktlücje auftut. Da muss die deutsche Auto-Industrie mal schnell agieren. Leicht gepanzerter Pick-Up
    mit langem Radstand. Lackiert in passenden Wüstenfarben und mit wahlweise
    Aufsatz für alle Modelle des Rheinmetall MGs. Deutsche Autos und deutsche MGs sind Spitzenklasse. Die Modelle können auch passende Namen bekommen.
    Also der neue Rommel V6 Diesel Turbo, oder der höher gelegte El Alamein mit Sportfahrwerk. Innenausstattung in Kamel-Leder gegen Aufpreis.

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