Studie: Armut in Großbritannien rasant gestiegen


von

Laut einer neuen Studie unter der Leitung der University of Bristol hat sich die Armut in Großbritannien in den vergangenen 30 Jahren extrem erhöht: Jede dritte Familie lebt heute unter dem Existenzminimum, 18 Millionen Briten hausen in zu kleinen Wohnungen und viele Eltern verzichten auf Mahlzeiten, damit ihre Kinder nicht hungern müssen.

Ein Drittel aller Briten ist völlig pleite
Bildquelle: Youtube

Die Zahl der in Armut lebenden Briten hat sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt, wie eine Studie des Poverty and Social Exclusion in the United Kingdom (PSE) Projektes von der University of Bristol ergeben hat. Mehr als jede dritte Familie in Großbritannien lebt heute unter dem Existenzminimum, so der Bericht.

Fast 18 Millionen Briten können sich keine angemessene Wohnung leisten und ein Drittel der Bevölkerung hat kein Geld, um im Winter die Wohnräume zu heizen. Die Mehrheit der unter dem Existenzminimum lebenden Kinder leben in kleinen Familien mit mindestens einem arbeitenden Elternteil. In Haushalten, die sich nicht ausreichend Nahrungsmittel leisten können, so die Studie, verzichtet in 93 Prozent der Fälle mindestens ein Elternteil (meistens Frauen) auf Mahlzeiten, damit andere Familienmitglieder genug zu essen bekommen.

Die Forscher forderten die britische Regierung im Bericht zu Handlungen auf, um die Armut schnell zu bekämpfen. Die britische Regierung selbst hat die neue Studie als „irreführend“ kritisiert und bekräftigte, dass die Koalitionsregierung bereits viel gegen die Armut unternehme.

Die britische Wirtschaft ist in den vergangenen 30 Jahren um rund 100% gewachsen, doch ist dies in erster Linie auf den gigantischen Finanzsektor zurückzuführen: Dieser macht fast drei Viertel der britischen Wirtschaftsleistung aus, beschäftigt 80% aller britischen Arbeitnehmer und expandiert zunehmend.“Die Kluft zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander“, stellt Professor David Gordon von der University of Bristol fest.

Einer anderen Umfrage zufolge haben 22% aller Briten zwischen 30 Jahren und dem staatlichen Rentenalter bislang überhaupt nichts für ihren Ruhestand gespart. Addiert man öffentliche, private und sonstige Schulden zusammen, kommt man auf Gesamtschulden in Höhe von fast 1000% des Bruttoinlandsprodukts Großbritanniens.

Originalbericht + weitere Quellen hier:

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang:

4 Kommentare

  1. GB und Amiland sind die Schamrotzer des Globus, sie konsumieren nahezu alle Ressourcen und zahlen mit ungedeckten Schuldscheinen….
    kein Problem des Schuldners, eher eines der Gläubiger, denn sowohl in GB als auch Amiland ist nix zu finden, was diese Welt brauchen könnte.

  2. In Ihrem Bericht über „Armut in Großbritannien“ schreiben Sie unter anderem: „Addiert man öffentliche, private und sonstige Schulden zusammen, kommt man auf Gesamtschulden in Höhe von fast 1000% des Bruttoinlandsprodukts Großbritanniens“.

    Da haben Sie stark übertrieben. Per 3. Quartal 2013 lauten die Verschuldungsgradzahlen für das Vereinigte Königreich in Prozent zum Bruttoinlandprodukt:

    Staatliche Verschuldung plus Privathaushalte plus Unternehmen
    = 245,2 %

    Deutschland zum Vergleich
    = 202,1 %

    Quelle: Unicredit veröffentlicht am 21.05.2014 in Börsen-Zeitung Frankfurt

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.