Student zu Medwedew: "Bereit für das Schicksal Saddams?"


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Bei einem Besuch in Moskaus Journalistischer Fakultät, genannt Jourfak, stellte sich der russische Präsident den Fragen junger Nachwuchsjournalisten. Nicht alle waren ihm dabei wohlgesonnen. So wurde er beispielsweise gefragt, ob er bereit sei „Saddams Schicksal zu erleiden“.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew kassierte laut einem Bericht des Nachrichtenportals Al Arabiya am Mittwoch eine verbale Ohrfeige: So fragte ihn ein Student bei einem Besuch in der Journalistenschule in Moskau, ob er bereit sei, vor Gericht für die Entscheidungen während seiner Herrschaft Verantwortung zu übernehmen und gegebenenfalls das gleiche Schicksal zu erleiden wie der frühere irakische Führer Saddam Hussein.

Hintergrund dafür sind die Massenproteste in Russland gegen die offensichtlich manipulierten Dumawahlen Anfang Dezember. „Eine akute revolutionäre Situation braut sich in diesem Land zusammen. Sind Sie bereit, Verantwortung zu übernehmen?“ fragte Journalistik-Student Wladimir Poljakow. „Ist Ihnen klar, dass Sie sogar zum Tode verurteilt werden können? Sind Sie bereit, sich dem tapfer zu stellen, wie Saddam Hussein es getan hat, oder werden Sie nach Nordkorea auswandern?“

Medwedew erwiderte, dass er kein Potential für eine Revolution in Russland erkennen könne und vor nichts Angst habe. „Sie haben mir gerade eben wahrscheinlich die mutigste Frage ihres Ihres Lebens gestellt“, witzelte er. Der Student, der ein Schild mit der Aufschrift „Verantwortung“ trug, fragte Medwedew, ob er bereit sei, für seine Ideale zu sterben. „Wenn Sie eine präzise Antwort benötigen: Natürlich bin ich bereit, für meine Ideale zu sterben“, antwortete der Kreml-Chef.

Kurze Anmerkung d. Red.: Der Vergleich mit dem irakischen Herrscher Saddam Hussein hinkt: Zwar wurde dieser von US-Truppen im Dezember 2003 gefangen genommen und im Dezember 2006 hingerichtet, nachdem man ihn wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt hatte. Doch war der tatsächliche Grund für die Hinrichtung offenkundig die Infragestellung des US-Dollars als führende Handelswährung.

3 Kommentare

  1. Wir sollten froh sein , dass es Putin und Medwedew als Gegenpart zu den USA gibt . Nicht auszudenken , wie sich die USA aufspielen und breitmachen würden ohne diese Herren !

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