Stellung Deutschlands 1940/41 im Zweiten Weltkrieg


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Kurzfassung über die Stellung Deutschlands 1940/41 im Zweiten Weltkrieg und Alternativen der deutschen Politik. Ein Gastbeitrag von KUNO.

Stellung Deutschlands 1940/41
Stellung Deutschlands 1940/41, Bild: Gegenfrage.com

Leider werden in unserer Zeit schriftlich belegte Äußerungen handelnder Personen des Dritten Reiches, aber auch der Sowjetunion nur verkürzt wieder gegeben. Deshalb erscheint es notwendig an die ungekürzten Äußerungen zu erinnern. Vollständige Äußerung, Hitler im August 1939:

„Unsere Ziele: Ich bin entschlossen: 1. die Frage Danzig, 2. die Frage des Korridors zu lösen, und 3. dafür zu sorgen, daß im Verhältnis Deutschlands zu Polen eine Wendung eintritt, die ein friedliches Zusammenleben sicherstellt.“ (Zitat nach Domarus, Hitler, Band II, S. 1315)



Die ersten beiden Punkte dieser Äußerung Hitlers werden von vielen Historikern oft und gern wiederholt. Der dritte Punkt in aller Regel unterschlagen. Vollständige Äußerung, polnischer Kriegsminister Kasprzycky im Mai 1939 in Paris: „Wir gedenken einen Bewegungskrieg zu führen und gleich bei Beginn der Operationen in Deutschland einzufallen.“

Vollständige Äußerung Hitlers in seiner Reichstagsrede vom 6. Oktober 1940: „Die Deutsche Regierung ist entschlossen, den Krieg, in den Europa unglücklicherweise gestürzt worden ist, mit aller Kraft weiter zu führen, bis ein Friede gesichert ist, der den Bestand, die Unabhängigkeit, die Lebensbetätigung und die Sicherheit des Deutschen Reichs und Volks gewährleistet und gegenüber Polen im wesentlichen die alte Reichsgrenze wieder herstellt.“

Dieser Teil der Rede Hitlers wird sehr selten zitiert; eben weil Hitler nach dieser Äußerung die Tür für einen neuen polnischen Staat (sogar mit alter Reichsgrenze!) offen ließ. Dies geschah im Oktober 1940, als die französischen und britischen Truppen in Frankreich gerade kapituliert hatten.

Allerdings muss das wie Hohn in den Ohren Stalins geklungen haben, der keineswegs gewillt war den Teil Polens wieder heraus zu rücken, den die Rote Armee 1939 besetzt hatte.
Und es ist auch klar, dass Hitler die Stadt Danzig (die nicht zu Polen gehörte, sondern dem Völkerbund unterstand) und wahrscheinlich auch den Korridor mit der Einschränkung „im Wesentlichen“ gemeint hatte.

Die Rede wurde zwar vor dem Reichstag gehalten, aber es war klar, dass der eigentliche Adressat England war. Am 12. Oktober 1940 lehnte Chamberlain vor dem britischen Unterhaus Hitlers Angebot ab, mit der Begründung, dieses sei „vage und unbestimmt“.

„Ich habe Hitler hinters Licht geführt!“

Hören wir uns an, was Stalin nach Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Paktes am 23.8.1939 freudig ausrief: „Ich habe Hitler hinters Licht geführt!“ (Nach Chrustschow, Erinnerungen, Band 2, S. 69)

Genau das war auch geschehen. Deutschland war von Anfang an in eine Lage geraten, in der Deutschland den Krieg nur noch verlieren konnte. Nach dem Sieg in Frankreich war Deutschlands strategische Lage katastrophal geworden: auf der einen Seite England (mit den USA im Rücken) und auf der anderen Seite die Sowjetunion. Hitler war bereits im Sommer 1940 diese Sache klar geworden, als Stalins Ultimatum vom Mai 1940 an Rumänien erging.

Rumänien war der Hauptlieferant für das Erdöl des Deutschen Reiches und Stalins territoriale Forderungen an Rumänien hätten die Sowjets näher an die Ölquellen gebracht. Im Falle eines sowjetischen Angriffs, hätte diese Hauptquelle leicht unterbunden werden können.

Aber noch hatte sich Hitler nicht zu einem Krieg gegen die Sowjetunion, um sich aus dieser Lage zu befreien, entschieden. Gegen Ende November 1940 war der sowjetische Außenminister Molotow nach Berlin eingeladen. Hier bot Ribbentrop und Hitler den Beitritt der Sowjetunion zum Dreimächtepakt an. Molotow telegraphierte mit Stalin und lehnte dann dieses Angebot ab. Die offizielle Absage schickte Stalin gegen Silvester 1940 mit der üblichen diplomatischen Post.

Der nächste Akt ist der serbisch-britische Putsch gegen die deutschfreundliche Regierung in Belgrad im Frühjahr 1941, die gerade dem Dreimächtepakt (Deutschland, Italien, Japan) beigetreten war. Diese Putschregierung wurde von Stalin sofort anerkannt.

Um die alte Regierung wieder einzusetzen schickte Hitler einige Divisionen nach Belgrad, welche von italienischen Soldaten unterstützt wurden. Nun war Hitler absolut klar, dass Stalin nicht mehr auf seiner Seite stand (da hatte er ohnehin nie gestanden) sondern auf der Seite des Krieg führenden England.

Da ihm außerdem die deutsche Aufklärung den umfangreichen Aufmarsch der Roten Armee gegenüber Rumänien und der polnischen Demarkationslinie gemeldet hatte, war dies nun nicht mehr zu verneinen.

Hätte es eine Alternative gegeben? Ich glaube (mit Einschränkung): Ja. Der Angriff auf die voll mobilisierten polnischen Armeen war ein Fehler, denn die Mobilisierung in Polen erfolgte erst infolge des Druckes der Regierung Hitler auf Polen.

Deutschland hatte sich hierbei auf das Völkerrecht berufen können, denn die von Hitler beanspruchten Gebiete waren fast vollständig nur mit Deutschen bewohnt und überdies 1919 dem Völkerbund zur Verwaltung übertragen worden.

Es hatte mehrere überzeugende Abstimmung in Danzig und weiteren Gebieten zum Anschluss an Deutschland. Diese Situation ähnelt der angeblichen Annexion der Krim durch Russland nach dem Putsch in Kiew 2015. Auch da hatte es eine Volksabstimmung zugunsten Russlands und gegen die Ukraine gegeben.

12 Kommentare

  1. Auf dem Wege zu einem wahnsinnigen Vorhaben scheint zu Beginn jeder Schritt logisch und zielführend. – Aber je bescheuerter dann dabei vorgegangen wird, desto reziproker stellt sich am Ende das erzielte Ergebnis ein.

    Das „schön“ reden zu wollen , ist auch nur noch Unsinn.

    Fakt ist, dass Deutschland heute ein kleiner Vasall ist.

  2. „Aber je bescheuerter dann dabei vorgegangen wird, desto reziproker stellt sich am Ende das erzielte Ergebnis ein.“

    Ein nicht unwesentlicher Punkt ist aber der, dass nach dem nationalen Aufbruch in Deutschland genau dieser Aufbruch ansteckend wirkte auf die übergroße Mehrheit der Deutschen in den fremd verwalteten Gebieten.
    Erschwerend kommt noch hinzu (das hatte ich doch im Text erwähnt), dass das Gebiet von Danzig einschließlich dem internationalen Hafen juristisch eben nicht zu Polen gehörte, sondern dem Völkerbund unterstand!
    Somit war die Regierung in Warschau nicht befugt Zwangsmaßnahmen und Erschießungen gegen die aufbegehrende Volksgruppe im Gebiet Danzig zu verhängen.
    Man kann leider nicht, wie Du es tust, die Sinnhaftigkeit einer Handlung am Endergebnis festmachen.
    Wenn ich z.B. privat einen Fehler mache, weil ich statt mit dem Fahrrad zum Biergarten zu fahren, das zu Fuß mache und deshalb nach einer Stunde Wanderung gerade ankomme als ein Gewitter sich ankündigt, dann kann ich nicht sagen: wäre ich mit dem Fahrrad gefahren dann wäre ich schon nach einer Viertelstunde dort gewesen und hätte mindestens eine Dreiviertelstunde im Freien sitzen und Bier trinken können.
    Denn, in reziproker Gedankenvielfalt, hätte ich mit dem Fahrrad stürzen und mir schwere Verletzungen zu ziehen können. Also bin ich glücklich, dass ich heil bin und trinke mein Bier eben drinnen und warte auf das Ende des Gewitters und wandere dann wieder heim.
    Die heutige BRD ist ein recht großer Vasall, weil diese immerhin die viertgrößte Wirtschaftsleistung aller Staaten hat. Russland kommt nur auf Platz 6.
    Doch zurück zu den Zwängen eines Hitlers in der Neuen Reichskanzlei: Wenn man sich dessen Zwänge anschaut und dann mit den Zwängen der Staaten der Freien Welt nach 1945 anschaut und deren fast unbekümmertem Griff zur Gewalt, dann relativiert sich die Handlungsweise des Gefreiten in der Reichskanzlei.
    Bedeutet: nicht ich relativiere, sondern die Taten und die Taten nach 1945 relativieren einander.

  3. „Man kann leider nicht, wie Du es tust, die Sinnhaftigkeit einer Handlung am Endergebnis festmachen.“
    Ab der Zeile habe ich nicht mehr weiter gelesen – die Schmerzen wurden einfach unerträglich!

  4. Kuno, vielleicht leuchtet dir eine 2000 Jahre alte Weisheit doch noch einmal einen Weg aus der Dunkelheit ans Licht,

    quidquid agis, prudenter agas et respice finem

  5. Die Menschheit entwickelte und entwickelt sich auch weiterhin immer nur durch Versuch und Irrtum.
    Leider garniert durch Unmengen von Kriegen, aber das gehört eben auch zu diesen Versuchen.
    Das Ergebnis hatte noch nie fest gestanden und auch heute weiß keiner, wo dieses Experiment der Durchvolkung oder des Kampfes gegen den Klimawandel letztlich enden wird. Alles ist möglich, jedes Ergebnis.
    In dreissig Jahren werden wir schlauer sein, aber da lebt vermutlich keiner mehr von uns.
    Ob du das glaubst oder nicht ist völlig unerheblich: die Meise singt im Frühjahr; ob dir das gefällt oder nicht.

  6. @Eckart
    Also Leser gibt es noch recht viele denke ich. Aus bestimmtem
    Grund haben sich Leser aber als Kommentatoren ausgeklinkt,
    und den Grund kennst du, denke ich mal.
    Gruß kw

  7. Muss ich denn immer alles ganz genau erklären?
    Kern der Aussage von @Eckart war, dass alle Politik und somit logischerweise auch Lebenswege, vorher bestimmt sind. Dagegen hatte ich mich gewandt, weil das Leben und die Jahrtausende alten Erfahrungen das Gegenteil beweisen.
    Die Meise, ich hätte auch den berühmten Sack in China nehmen können, passt doch da ganz genau ins Bild.
    Diese singt eben im Frühjahr immer, kann aber in jedem Augenblick von einem Habicht getötet werden.
    Davon weiß die Meise nichts. Das ist dasselbe, wie wir nicht wissen was morgen ist. Jeder von uns kann plötzlich umfallen und dann ist auf einmal alles, was bisher wichtig erschien, absolut bedeutungslos.
    Dem Eckart wünsche ich nichts Schlechtes, sondern nur Gutes: nämlich mehr Toleranz.

  8. @ K W

    Frei alles sagen zu dürfen ist Genuss, doch nichts mehr sagen zu müssen ist ein Hochgenuss. Dem gebe ich mich jetzt hin.

  9. @Eckart
    Ich schließe mich an!
    Dazu dir noch die Info, dass nur Leute die absolut keine
    Ahnung haben diese dumme falsche Bemerkung über den Sack Reis in China anwenden.
    So wie Reis in Säcken transportiert wird, kann ein Sack Reis
    gar nicht umfallen. Nicht einmal ein Sack der Sack Reis im Haus der schon geöffnet wurde und dem schon Reis entnommen wurde.
    Gruß KW

  10. @KW
    Mit der Logik hast du es leider ja noch nie gehabt!
    Die Sache mit dem Reis Sack ist eine bekannte Redewendung und du begründest, das diese Säcke nicht umfallen könnten.
    Eine Redewendung hat damit nichts zu tun.

    Begründe mal lieber deine wilde Behauptung, dass Michelle Obama früher mal ein Mann gewesen sein soll!
    Da du das ganz offensichtlich nicht kannst und auf jede noch so abstruse Verschwörungstheorie herein fällst und anscheinend auch gern hinein fällst, weichst du auf derartigen nebensächlichen Unsinn aus.

    Ich habe in anderen Foren gelegentlich durch Verlinkung mehrfach Werbung für gegenfrage.com gemacht.
    Weil ich wollte, dass Leute, die ich kannte und die so ähnlich denken wie ich, hier mehr Farbe herein bringen.
    Keiner, kein einziger war dazu bereit.
    Warum wohl? Weil hier von einigen Leuten, denen die Ausdrucksweise, Schreibweise etc. Anderer nicht passt, der jeweils andere persönlich angegangen wird. Und das ist etwas, was in Foren unbedingt vermieden werden muss.
    Wie soll sich eine freie und ungezwungene Diskussion entwickeln, wenn jede Formulierung hinterhältig dahin gehend abgeklopft wird, ob es nicht gegen den Schreiber verwendet werden kann. Leider haben Leute wie du auch noch Unterstützer, wobei wahrscheinlich @Eckart mit @grillbert verwandt sein wird. In anderen Foren wäre deine Art längst untergegangen. Dort werden selbsternannte Zuchtmeister nicht geduldet. Es geht ja nicht um meinen Beitrag zum Thema von 1940/41. Es geht euch nicht um die Sache, ob richtig oder falsch. Ihr stört euch nur an der Tatsache, dass ich es war der den Beitrag schrieb.

  11. Hallo Kuno, manchmal gibt es „Verschwörungstheorien“, die sind durchaus glaubhaft, aber bei Michelle Obama biegen sich tatsächlich die Balken. Genauso bescheuert ist die These, dass die Erde in Wirklichkeit eine Scheibe sei…
    Naja, den Leichtgläubigen kann man auch einen Zentner Vogelfutter für die Kuckucks-Uhr gleich mit verkaufen.

  12. Hallo Vision, schön dass Du den Weg hierher gefunden hast!
    In der politischen Aussage sind wir uns ja weitgehend einig und das muss auch nicht diskutiert werden.
    Michelle Obama: es existieren Belege darüber, dass Michelle den Samen für ihre beiden Kinder zwar künstlich eingepflanzt bekam, aber die Kinder aber allein austrug.
    Das bedeutet, dass die Michelle eine Gebärmutter gehabt haben muss- und das kann man durch eine Geschlechtsumwandlung eben nicht machen.

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