Statistisch betrachtet ist die Zeit des US-Dollars als Reservewährung abgelaufen


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Rein statistisch betrachtet müsste die Zeit des US-Dollars bald abgelaufen sein, da sich eine Reservewährung durchschnittlich 94 Jahre hält. Oder die USA schaffen es, Rekorde zu brechen und Geschichte zu schreiben.

US-Dollar bald am Ende?
US-Dollar bald am Ende? Bild: Gegenfrage.com (Dollarnote)

Die Vereinigten Staaten von Amerika treten vielleicht schon bald in die schwierigste Periode ihres Bestehens ein. Angefangen als Kolonie der Briten stiegen zur mächtigsten Nation der Welt auf und wurden selbst zum Imperium mit einer gigantischen militärischen und wirtschaftlichen Schlagkraft.

Dieser Werdegang ist jedoch so alt wie die Menschen selbst und wiederholt sich in geradezu regelmäßigen Abständen immer und immer wieder. In den letzten Jahrhunderten beherrschten Portugal, Spanien, die Niederlande, Frankreich und Großbritannien die Welt.



Davor waren es die Osmanen, die Mongolen, die Chinesen, die Griechen, die Römer und viele andere. Zwangsläufig wurden sie letztendlich alle von anderen aufstrebenden Mächten verdrängt. Eine gute Möglichkeit, die Lebensdauer eines Imperiums zu visualisieren, ist die globale Reservewährung.

Dies ist die Währung, die am häufigsten in der Welt genutzt wird. Das Land, das die globale Reservewährung beherrscht, beherrscht bekanntermaßen die Welt. Mit einer stark nachgefragten Währung können sie nach Belieben neues Geld drucken und ihr Imperium finanzieren. Hier ist die übliche Lebensdauer der globalen Reservewährungen interessant:

  • Portugal (1450 – 1530): 80 Jahre
  • Spanien (1530 – 1640): 90 Jahre
  • Niederlande (1640 – 1720): 80 Jahre
  • Frankreich (1720 – 1815): 95 Jahre
  • Großbritannien (1815 – 1920): 105 Jahre
  • USA (1921 – ???): ??? Jahre

Die letzten fünf Imperien vor den USA dominierten die Welt durchschnittlich 94 Jahre. Diesen Wert haben die Vereinigten Staaten bereits überschritten. Wird Washington Geschichte schreiben und diesen Durchschnittswert als erstes Weltreich deutlich überschreiten?

Oder kann man der Statistik glauben und der Dollar findet bald seinen Meister? Interessant ist hierbei, dass keine der oben genannten Weltmächte und auch keines der Imperien davor jemals freiwillig ihre Macht an den Nachfolger abgegeben hat. Wir stecken also – rein statistisch betrachtet – in einer sehr interessanten Zeit.

15 Kommentare

  1. Die Zeit des US Dollars ist politisch gesehen am Ablaufen.
    Allerdings haben die Rezession von 1930 bis 1933, wie auch die Mehrheit der kleinen Rezessionen in der Nachkriegszeit,
    immer einen starken Dollar hervorgebracht.
    Dieses ging immer auch mit sinkendem oder stagnierendem Goldpreis einher.
    Ab 1932 stieg dann der Goldpreis kräftig an, was dann sofort die US Regierung mit einem Goldverbot auf den Plan rief. In Deutschland tat Hitler dasselbe.

  2. Abgesehen von der Schlappe der Holländer weist die Tabelle eine steigende Lebensdauer aus. Führt man diesen Trend fort, dürfte der USD auf 110-120 Jahre kommen. Als Reservewährung.
    Man könnte sich die Frage stellen, inwieweit das Jahr 1921 für eine Prognose geeignet ist. Denn „den“ USD gibt es eigentlich nicht. Vom schweren Silberling zum privaten Konfettigeld, über Goldstandard und Petrostütze blieb der Name immer erhalten, „der“ Dollar jedoch nicht.
    Der Wandelbare. Drohnen-Öl-Heroin-durch-den-Kosovo-Uran-in-den-Irak-kipp-Dollar.

    Frybeer for Future und Gruß in die Runde
    Joe

  3. @Joe
    Interessanter Gedanke. Aber ich halte nichts von Zeitabläufen und Geschichte wiederholt sich nur deshalb gelegentlich, weil die Dummheit der Menschen eine verlässliche Konstante ist.
    Wenn der Dollar durch eine andere Papierwährung ersetzt werden sollte, dann setzt das voraus, dass die neue Währung all die historisch gewachsenen Mängel des US Dollars nicht hat. Ist das beim Renminbi der Fall?
    Wir wissen doch, dass das enorme Wachstum Chinas der letzten zwanzig Jahre vorrangig kreditgetrieben war. Diese Schulden verschwinden nicht von selbst.
    So fürchte ich entweder eine weitere Vorherrschaft des US Dollars oder keine Leitwährung mehr und stattdessen ein Nebeneinander nationaler Währungen. Das wäre zwar etwas umständlicher, funktioniert aber auch.

  4. Mir erschließt sich die Statistik nicht.

    Das britische Pfund Sterling gibt es seit 1200 Jahren.

    Den Gulden gibt es seit 1378.

    Den US Dollar gibt es seit 1690

    Und ganz nebenbei, die dänische Krone gibt es seit 1875

    Also das mit den „Hundertjährigkeit“ ist ein Mythos.

  5. @Bürgender, ich war auch zuerst falsch abgebogen. Lag daran, dass es oben heißt „…ist die Zeit des US-Dollars abgelaufen“. Erst viel später, im Zusammenhang mit der Tabelle, taucht das Wort „Reservewährung“ auf, die Tabelle meint dann wohl auch die Funktion des Dollars als Reservewährung und nicht als Zahlungsmittel in den USA.
    Mit „…die Zeit des Dollars als Reservewährung…“ in der Überschrift, wäre alles klar gewesen. (-;
    Hoffe, mit die Infos jedient zu haben!
    Joe

  6. @ Bürgender, ich bin wieder in der Spur. Die Kette erkannt.
    Betrachtet man den letzten „Wachwechsel“ nach 1920, hat damals doch ein Wirtschaftsaufschwung begonnen. Es folgten die „Goldenen Zwanziger“ von 1924-1928. – War das dem Übergang zum Dollar als Leitwährung geschuldet, oder gab es andere Gründe für diesen allgemeinen Aufschwung?
    Stellt sich wieder mal die Frage nach der Henne vs Ei.

  7. Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland und dem Rest der Welt von 1924 bis 1929 war eindeutig Kredit induziert.
    Ich habe zwar aktuell, hier in der Reha Klinik, keinen Zugriff auf meine Bibliothek, aber ich kann mich erinnern.

  8. Zu jener Zeit kannte man noch einen Unterschied zwischen golden und gülden. Die goldenen 20er hatten die Farbe des Goldes, ohne aus Gold (gülden) zu sein. So gingen sie dann als „Markenzeichen“ mit großgeschriebenem Golden in die Geschichte ein. – Hehe, also mal ernsthaft jetzt, mit Kredit (s.Kuno) + Leitwährung (s.Eckart) geht die Rechnung auf. Die meisten Kredite kamen von den Wallstreetbankern und in Leitwährung. Erhöhter Konsum fand während dieser Zeit statt, verlieh ihr die goldene Farbe, einen echten Wirtschaftsaufschwung gab es nur kurzfristig. Auch hat die einfache Landbevölkerung von der goldenen Farbe nicht unbedingt was abgekriegt.
    Kredit + die Tatsache, dass dieser in Leitwährung zur Verfügung steht, sind die wichtigsten Gründe gewesen. Natürlich spielt auch die Verwendung der Mittel eine Rolle. Konsum und Party(„Kaviarimport“), oder zukunftsorientierte Investition (z.B. in die Infra)?
    Mit Krediten in nationalen Währungen (ohne USD) läuft sowas eigentlich nicht. Mit dem „Buchungssatz“ Staatsanleihe an Reichsmark sollte das nicht funktioniert haben. Ohne die Wallstreetbanker der BIZ (ab 1930) und die Kredite an Hitler (und den ganzen Rest natürlich auch) in Leitwährung hätte auch der Krieg nicht (jedenfalls nicht in dieser Dimension) stattfinden können.
    Die Frage nach der Leitwährung ist somit keine Frage nach einem Imagegewinn etwa im Sinne einer Goldmedaille oder eines Nobelpreises, sondern eine Frage nach ökonomischer Macht, die sich in politsche Macht transformieren läßt.

  9. @Joe

    liefere mir bitte den Beweis, dass die „Wallstreetbanker“
    der Regierung Hitler einen Kredit gaben!

    Die US Regierung erkannte bereits nach der deutschen Hyperinflation von 1923, dass der aufdiktierte Versailler Vertrag unmäßig und nicht zu leisten war. Deshalb wurde nach Wiedereinführung der Reichsbank 1924 ein „Marschallplan“ in Kraft gesetzt. Aber da war Hitler noch lange nicht im Amt.
    Dieser Marschallplan (alte Bezeichnung!) erzeugte in Deutschland einen Wirtschaftsaufschwung, war also Kredit induziert. Grundsätzlich gilt, ähnlich wie das Schwerkraftgesetz, dass ein Wirtschaftsaufschwung nur durch Bestellung und Liefern/ Bezahlen erfolgen kann.
    Da weder Reichsregierung noch das Volk, Geld flüssig hatten, konnte der Aufschwung in Deutschland nur durch Kreditausweitung erfolgen.

  10. @Kuno, ich spiele nur nach meinen Regeln. Danach akzeptiere ich Dich nicht in der Rolle des Richters, der Beweise fordert und darüber befindet, ob sie ausreichend sind oder nicht. Ich übernehme auch nicht die Rolle des Laufburschen, der Beweise auftreibt und herbeischleppt, bis er tot umfällt, oder der Richter befriedigt ist.
    Ich spiele nach folgenden Regeln:
    1) Ich tue meine Meinung kund, sofern ich sie guten Gewissens vertreten kann.
    2) Ich gebe Angaben Anderer weiter, sofern ich die Quellen für vertrauenswürdig halte.

    Nun zu Deinem Anliegen:
    (Mit „Marshallplan“ meinst Du wahrscheinlich den Dawes-Plan.)
    Brüning tat dann 1929 oder 1930 kund, nicht mehr zahlen zu können. In der Schweiz, aber auf eigenem Hoheitsgebiet, wurde 1930 die BIZ auf die Beine gestellt. Von besagten Herrschaften. Die relevanten Zentralbanken waren ebenfalls in der BIZ. Die BIZ hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Einhaltungen des -nennen wir es mal so- Tilgungsstreckungsplans zu garantieren und die Zahlungen/Überweisungen von der R.Bank zu den anderen Zentralbanken durchzuführen.
    1933 tat Hitler dann kund, nicht zahlen zu wollen. Er empfand Versailles -öh- ja irgendwie als sittenwidrig oder so. Der Vertrag sei durch Gewaltandrohung entstanden und stelle keine Willensübereinkunft dar, oder so ähnlich. Habe das alles nicht auswendig drauf.
    Dennoch wurde Hitler guter Kunde. Er wollte aufrüsten und brauchte -richtig: nicht „Anleihe an Reichsmark“- sondern Leitwährung USD und noch einige Escudos, weil die netten Portogallier eben die Wolframvorkommen hatten. Wolfram macht sich gut im Stahl, wenn er warm wird. Kreditwürdig war Hitler nicht, aber er hatte geklautes Gold auf den Tisch zu legen. Und Herr Rockefellow wußte das Ausfallrisiko zu mindern, indem er zur Bedingung machte, dass mit seinen USD-Krediten nur bei United Steal -oh, muss natürlich United Steel heißen, obwohl… – also nur in Rockefellows Stahlladen durfte das Geld für den Stahl fließen. (Wir erkennen die Verwandtschaft mit dem späteren Marshallplan: Wieder Kredit in Leitwährung USD, wieder nur zum Einkauf in USA-Buden zzg. saftiger Zinsen.)
    So aus dem Stegreif bringe ich die genauen Details auch nicht zusammen. Wenn Du Dir Quellen ansehen willst, finde ich im Gedächtnis jetzt auch nicht unbedingt die große Liste, meine aber, dass Dr.W.Rügemer sich in wenigstens einem seiner Bücher ausführlich dieser Sache gewidmet hat. Empfehle deshalb mal Rügemer als erste Anlaufstelle.

  11. Letztlich muss jede Behauptung bewiesen werden.
    Im Internet finde ich alles, sogar die Behauptung dass mein vor Jahren verstorbener Vater noch lebt.

    Ich halte es wie mein Freund Prof. Max Otte.
    Dieser sagt ganz klipp und klar: nur dass, was in gedruckten Büchern in Regalen rund um die Welt steht, kann nachgewiesen werden.
    Denn diese sind nicht nachträglich veränderlich.
    Die Wahrheiten im Internet können jedoch jederzeit gelöscht oder geändert werden und wie sieht es dann mit den „Wahrheiten“ aus.
    In der Medizin gibt es dazu, das ist der Königsweg, die Doppelblindstudien.
    Nur diese gelten in der Schulmedizin etwas, weil jederzeit an jedem Ort dieser Versuch oder dieses Verfahren wiederholt werden kann.
    Ich habe den Begriff Marschallplan natürlich nicht aus der Zeit von nach 1945 entnommen, weil dieser Begriff älter ist. Aber ich habe jetzt keinen Zugriff auf meine Bibliothek.
    Auf die Schnelle habe ich jetzt im Internet auch nur den Marschallplan in Verbindung mit der Zeit nach 1945 gefunden.
    Bei geschichtlichen Ereignissen sollte man, siehe weiter oben, sich nicht auf das jederzeit veränderbare Internet setzen. Wikipedia ist für Zahlenangaben gut, aber nicht um geschichtliche Abläufe zu verstehen.
    Denn daran besteht meistens kein Interesse. Jeder, der bei Wikipedia einstellt, oder Artikel dort einstellt, später verändert, löscht, wie auch immer, sind immer Nachgeborene und müssen von Büchern abgeschrieben haben. Du kennst mich ja weniger, deshalb sage ich Dir, dass ich eine erstklassige Bibliothek habe, worauf ich auch Stolz bin.
    Meine Autoren sind immer die aus erster Hand, das heißt die, die damals an den Schalthebeln saßen.
    Das Wort „Versailler Diktat“ ist in Deutschland verboten und wird deshalb von mir auch nicht verwendet. Sondern ich verwende den beweisbaren Begriff: diktierter Versailler Vertrag. Oder auch: erzwungener Versailler Vertrag. Denn die teilnehmenden Vertreter der Reichsregierung und der deutschen Generäle wollten sowas nicht unterschreiben und wieder abreisen.
    Daraufhin sagte der französische General ungerührt, das sei kein Problem, dann werde man eben die Kampfhandlungen wieder aufnehmen und dann in Berlin den Vertrag neu vorlegen. Keiner der deutschen „Unterhändler“ reiste ab.

  12. Zumindest habe ich jetzt im Internet, abgesehen von den üblichen Lügen, dass die US Industriellen oder jüdischen Bankiers Hitler finanziell gestützt hätten,
    etwas gefunden was damit aufräumt.
    Wer Geschichte verstehen will, der muss in erster Linie logisch denken.
    Hitler hatte die gesamte Nachrüstung natürlich nicht mit Fremdwährung bezahlt, sondern in Landeswährung. Denn er kontrollierte natürlich die Reichsbank und eben nicht die FED.
    Deshalb wurden alle Lieferungen immer in Landeswährung bezahlt.

    https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article184341446/Hitler-Finanzierung-Das-Boot-spielt-mit-einer-Geschichtsklitterung.html

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