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26.09.1983: Russischer Offizier Petrow verhindert Dritten Weltkrieg


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An diesem Tag im Jahr 1983 verhinderte der sowjetische Offizier Stanislav Petrow den Dritten Weltkrieg. Ein Frühwarnsystem meldete den Abschuss einer US-Atomrakete Richtung Sowjetunion. Petrow jedoch entdeckte technische Unstimmigkeiten und wartete mit einem Gegenschlag ab. Tatsächlich handelte es sich um einen Fehlalarm.

Stanislav Petrow, Dritter Weltkrieg
Stanislav Petrow, Dritter Weltkrieg, Bild: Flaggen Sowjetunion + USA, (gemeinfrei)

Am 26. September 1983 warnte ein sowjetisches Satellitensystem vor dem Anflug einer US-amerikanischen Atomrakete. Obwohl er sofortige Maßnahmen hätte einleiten müssen, behielt der damals 44-jährige russische Offizier Stanislav Petrow die Nerven. Petrow war Leiter des Satellitenüberwachungssystems in der Nähe von Moskau.

Kurz nach Mitternacht schlug die Anlage Alarm. Eine rote Laufschrift zeigte „START“ an, eine Satellitenkarte zeigte Ziele für einen Atomwaffenangriff auf die USA. Petrow analysierte die Satellitendaten und informierte die Zentrale in Moskau. Laut Frühwarnsystem blieb ca. eine halbe Stunde bis zum Einschlag der US-Atomraketen.

Petrow entdeckte allerdings keine Rakete auf den Satellitenbildern. Technisch war die Anlage in Ordnung, was den Offizier stutzig machte. Hinzu kam, dass nur der Anflug einer Rakete gemeldet wurde. Bei einem echten Angriff würden jedoch höchstwahrscheinlich mehrere Raketen abgefeuert.

Petrow vermutete einen Fehlalarm

Ein weiteres Mal ertönte der Alarm, erneut leuchtete „START“ auf. Petrow kam zum Entschluss, dass es sich um einen Fehlalarm handeln musste, ganz sicher konnte er jedoch nicht sein. Er wartete ab, bis die US-Rakete in den sowjetischen Luftraum eindringen sollte, ca. 18 ewige Minuten lang. Als auch dann nichts zu sehen war, stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um einen Fehlalarm handelte.

Grund für den Fehlalarm war ein äußerst unglücklicher Zufall: Eine Spiegelung von Sonnenstrahlen zur Satellitenüberwachung, genau über einer US-Militärbasis. Der Vorfall wurde erst zehn Jahre später bekannt, als ein Vorgesetzter Petrows einen Zeitungsartikel darüber verfasste.

Kalter Krieg war 1983 in seiner heißesten Phase

Dem voraus gingen extreme politische Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Washington baute zu dieser Zeit die Taliban auf, die in Afghanistan gegen sowjetische Soldaten kämpften, wodurch die Intervention zu einem blutigen Stellvertreterkrieg heranwuchs.

Nur wenige Wochen vor dem Fehlalarm hatte die Sowjetunion eine südkoreanische Boeing 747 mit 269 Passagieren abgeschossen. Offenbar hatte Moskau angenommen, es handle sich um ein Spionageflugzeug der USA. Ronald Reagan bezeichnete die Sowjetunion daraufhin medienwirksam als „Reich des Bösen“.

Im November 1983 probte die NATO so realistisch wie nie zuvor einen Atomkrieg gegen die Sowjetunion, was Moskau als ernste Vorbereitung wertete. Gleichzeitig fand eine US-Invasion in Grenada statt. Die Situation war zu dieser Zeit laut einigen Historikern noch angespannter, als während der Kubakrise im Jahr 1962.

Petrow starb am 19. Mai 2017

1984 verließ Petrow das Militär und erhielt einen Job bei dem Forschungsinstitut, das das Frühwarnsystem der Sowjetunion entwickelt hatte. Er zog sich später zurück, nachdem seine Frau mit Krebs diagnostiziert wurde, damit er sich um sie kümmern konnte.

Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1997 lebte er einsam und verarmt im Moskauer Vorort Frjasino. Er starb am 19. Mai 2017 in seiner Wohnung an einer hypostatischen Pneumonie. Öffentlich bekannt wurde sein Tod erst im September.

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