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13.09.1789: Beginn der Staatsschulden in den USA


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Am 13. September 1789 lieh sich die US-Regierung erstmals Geld von den einzigen zwei Banken des Landes. Dies stellt den Beginn der US-Staatsverschuldung dar.

Staatsschulden USA 1789
Staatsschulden USA 1789, Bild: George Washington New York, Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1789 nahm die US-Regierung erstmals einen Kredit auf, der von ihr von New Yorker Banken bereitgestellt wurde. Der neue US-Finanzminister Alexander Hamilton verhandelte mit der Bank of New York und der Bank of North America – damals die einzigen beiden Banken des Landes – über ein befristetes Darlehen.

Im folgenden Februar ging der Deal durch und die Regierung lieh sich 19.608,81 Dollar. Dies markiert den Beginn der US-amerikanischen Staatsverschuldung im Rahmen der neuen, bis heute gültigen Verfassung. Die Vereinigten Staaten waren zu dieser Zeit ein hochriskanter Schuldner.

Tatsächlich war es eine Glücksache, dass die neue Regierung den Kredit überhaupt erhielt. Hamilton hatte geholfen, die Bank of New York zu gründen, was in dieser Sacher wahrscheinlich dienlich war. Die Buchführung der US-Regierung war chaotisch, zudem schuldete der Kontinentalkongress den Franzosen und Niederländern Millionensummen, die seit 1786 nicht mehr bedient worden waren.

Kontinentalanleihen

Die Regierung hatte darüber hinaus Millionen an Fiat-Geld ausgegeben, sogenannte Kontinentalanleihen, die bereits praktisch wertlos inflationiert waren. Die Redewendung „kein Kontinental wert“ war noch ein Jahrhundert später in amerikanischen Lexika zu finden.

So war es nicht verwunderlich, dass das Finanzministerium mit 39 Angestellten die größte Abteilung der neuen Regierung war. Zum Vergleich: Das Außenministerium beschäftigte nur fünf Personen.

Hamilton war jedoch ein gut ausgebildeter in Wirtschaftstheoretiker und verstand, wie nützlich das Instrument der Staatsverschuldung war, um die nationale Macht zu behaupten. Großbritannien hatte 1694 die Bank of England gegründet, und ihre Staatsanleihen wurden frei am Markt gehandelt.

So war sie in der Lage, sich zu viel niedrigeren Kosten als Frankreich Geld zu leihen und den mächtigen Rivalen in den Kriegen des 18. Jahrhunderts mehrfach zu bezwingen. Hamilton glaubte fest daran, dass eine ähnliche Art von Staatsschulden „ein nationaler Segen“ sein könne, „falls wir es nicht übertreiben“.

Um dies zu erreichen, schickte Hamilton am 14. Januar 1790 seinen „Bericht über den öffentlichen Kredit“ an den Kongress. Darin schlug er drei Dinge vor. Zunächst wollte er die alten Schulden großzügig begleichen, indem er neue Anleihen ausgab, die durch die Einnahmen aus dem Zoll, der Haupteinnahmequelle des Bundes, gedeckt werden sollten.

Gründung der ersten US-Zentralbank

Hamiltons wichtigster Vorschlag war, eine Bank in den Vereinigten Staaten zu schaffen, die der Bank of England nachempfunden war, um als Fiskalverwaltung der Regierung zu fungieren, eine solide Papiergeldversorgung bereitzustellen und einen Kreditversorger für die Regierung darzustellen.

Thomas Jefferson und seine politischen Verbündeten vermuteten, es handle sich dabei um nichts anderes als einen Plan, der Reichen bereichern sollte. Sie hielten die Idee zudem für verfassungswidrig. Hamilton schrieb in einer einzigen Nacht einen Aufsatz mit 15.000 Wörtern, der die Regierung vom Gegenteil überzeugen sollte – mit Erfolg.

1791 wurde die First Bank of the United States gegründet, der erste Vorläufer der heutigen Federal Reserve. Innerhalb weniger Jahre verkauften sich US-Anleihen auf den europäischen Märkten überdurchschnittlich gut und galten als sehr sicher. Der rege Handel mit Staatsanleihen brachte erstmals Kapitalmärkte hervor, die Aktienmärkte von New York und Philadelphia etablierten sich 1792.

Heute entspricht die Staatsverschuldung, die US-Finanzminister Hamilton dereinst mit einem Bankkredit von 19.608,81 Dollar begann, den Zinsen, die die US-Regierung rund alle 2 Sekunden für laufende Schulden bezahlen muss. Hamilton wäre davon sicherlich sehr beeindruckt. Und vermutlich meinte er genau das, als er sagte „falls wir es nicht übertreiben“.

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