Spanien stellt Notenbanker vor Gericht


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In Spanien stehen sechs Notenbanker vor Gericht. Grund: Ihnen wird vorgeworfen, Anleger dazu ermutigt zu haben, Anteile der fast insolventen Bankia zu erwerben. Die Bank ging pleite und musste mit Steuergeldern gerettet werden. Auf diese Weise seien die Angeklagten zu hohen Einnahmen gekommen.

Notenbanker in Spanien vor Gericht
Notenbanker in Spanien vor Gericht, Spanischer Stier, Bild: Gegenfrage.com

Sechs leitende Mitarbeiter der Bank von Spanien werden vor Gericht gestellt. Sie befinden sich derzeit in verschiedenen Haftanstalten. Ihnen werden „Verbrechen gegen die spanische Bevölkerung“ vorgeworfen. Spanische Behörden behaupten, sie hätten das spanische Volk ermutigt, Anteile an der im Jahr 2011 gegründeten neuen Bank „Bankia“ zu erwerben.

Bankia ging 2010 aus sieben bankrotten Finanzinstituten hervor. Den Bankern sei im Vorfeld bekannt gewesen, dass die neue Bank pleite gehen und von den Steuerzahlern gerettet werden müsse. Im Jahr 2012 geriet die Bank in Schieflage und musste gerettet werden, wodurch die Angeklagten in zwei Fällen zu hohen privaten Einnahmen kamen.

Geprellte Anleger klagten gegen ihre Verluste. Bankia wurde zu hunderten Millionen Euro an Entschädigungen verurteilt, was im Zuge der Rettung aus der Staatskasse bezahlt wurde. Dies meldete die zweitgrößte spanische Tageszeitung El Mundo in der vergangenen Woche.

Angeklagt ist unter anderem Miguel Ángel Fernández Ordóñez, von 2006 bis 2012 Leiter der Zentralbank. Spanien folgt damit dem Beispiel Islands, wo Banker für die Finanzkrise verantwortlich gemacht wurden, statt sie mit Millionen zu überschütten. Abzuwarten bleibt, ob es in Spanien tatsächlich Verurteilungen geben wird.

Quellenangaben anzeigen
elmundo, thelocal, wolfstreet

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