An diesem Tag
29.08.1949: Sowjetunion führt ersten Atomwaffentest durch


von

Am 29. August 1949 führte die Sowjetunion unter Mitwirkung deutscher Atomforscher erfolgreich ihren ersten Atomwaffentest durch.

Sowjetunion Atomwaffentest Atombombe 1949
Sowjetunion Atomwaffentest Atombombe 1949, Bild: Gegenfrage.com, Flagge gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1949 detonierte unter dem Codenamen RDS-1 die erste Atombombe der Sowjetunion. Die Explosion hatte eine Stärke von 22 Kilotonnen TNT und war um 50 Prozent größer, als die Forscher erwartet hatten.

Die Sowjetunion begann ihr Atomprogramm bereits im Jahr 1943, nachdem die USA, Großbritannien und Kanada mit der Entwicklung der Bombe begonnen hatten. Gestützt auf Informationen aus Quellen des Manhattan-Projekts der USA entwickelte sich das Programm der Sowjetunion rasch.

Die Sowjets kopierten einige Forschungsschritte der US-Forscher und vermieden einige kostspielige Fehler ihrer amerikanischen Gegenspieler. Obwohl die Mehrheit der Wissenschaftler des Kalten Kriegs daran festhielt, dass der Erfolg der Sowjetunion in der eigenen Expertise begründet lag, ist man sich darin einig, dass die Zeit aufgrund der Spionage in den USA verkürzt werden konnte.

Die Arbeit wurde nach dem Atomkrieg gegen Japan in geheimen, eigens erbauten Städten beschleunigt, die dem Atomprogramm gewidmet waren. Im Jahr 1949 hatten die Sowjets zwei Arten von Bomben entwickelt. Sie entschieden sich jedoch dafür, die primitivere der beiden Entwicklungen zuerst zu testen, die der amerikanischen Fat Man-Bombe ähnelte, mit der 1945 Nagasaki zerstört wurde.

Der RDS-1-Atomwaffentest wurde heimlich durchgeführt, um zu vermeiden, dass die USA ihr eigenes Atomprogramm aufstockten. Doch stellte die US Air Force wenige Tage später den radioaktiven Niederschlag der Explosion fest. Das Wissen über das Atomwaffenprogramm der Sowjetunion erhöhte die Spannungen in den ersten Jahren des Kalten Kriegs dramatisch.

Deutsche Beteiligung

Die Siegermächte zogen nach dem Zweiten Weltkrieg Tausende Forscher aus Deutschland ab, darunter auch Hunderte Atom-Experten. Deutschland hatte bereits in den 1930er-Jahren mit Urananreicherung begonnen und verfügte über die weltweit besten Experten auf diesem Gebiet.

Bereits ab Juli 1945 entwickelten deutsche Forscher in der Sowjetunion das Verfahren zur Trennung der Uranisotope. Unter den Forschern waren Manfred von Ardenne, Gustav Hertz, Peter Adolf Thiessen, Gernot Zippe und Max Steenbeck.

Durch die von Max Steenbeck durchgeführte Uran-Anreicherung verfügte die Sowjetunion über die damals modernste Isotopen-Trenntechnologie. Max Volmer und Gustav Richter errichteten eine Anlage für die Produktion von Schwerem Wasser.

Zarbombe

Im Jahr 1961 detonierte nach zahlreichen weiteren Atomwaffetests die sowjetische Zarbombe. Dabei handelte es sich um die stärkste Wasserstoffbombe, die jemals zur Explosion gebracht wurde. Mit einer Sprengkraft von mindestens 50 Megatonnen TNT war sie weit über 3.000 mal stärker als die Hiroshima-Bombe.

Die Sprengkraft betrug damit das Zehnfache aller im Zweiten Weltkrieg verwendeten Explosivstoffe zusammengerechnet und war um ein Vielfaches stärker, als die größte US-Wasserstoffbombe „Castle Bravo„.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.