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12.11.1940: Sowjetunion will Achsenmächten beitreten


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Am 12. November 1940 begannen die offiziellen Verhandlungen zwischen Moskau und Berlin um einen Beitritt der Sowjetunion zu den Achsenmächten Japan, Deutschland und Italien.

Sowjetunion Achsenmächte
Sowjetunion Achsenmächte, Bild: Gegenfrage.com

Im Oktober und November 1940 fanden deutsch-sowjetische Gespräche über den möglichen Eintritt der Sowjetunion als vierte Achsenmacht im Zweiten Weltkrieg statt. Die Verhandlungen, die zu Zeiten des Molotow-Ribbentrop-Pakts geführt wurden, beinhalteten eine zweitägige Berliner Konferenz zwischen dem sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw Molotow , Adolf Hitler und dem deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop, um eine schriftliche Vereinbarung auszuhandeln.

Nach zwei Verhandlungstagen vom 12. bis 14. November 1940 übermittelte Deutschland den Sowjets den Entwurf eines schriftlichen Abkommens über den Achsenpakt. Darin waren die Einflussbereiche der vier Achsenmächte (Japan, Deutschland, Sowjetunion, Italien ) festgelegt.

Hitler, Ribbentrop und Molotow versuchten, deutsche und sowjetische Bereiche zu verhandeln. Hitler ermutigte Molotow, den Süden vom Iran bis nach Indien zu übernehmen, während Deutschland den Zugang zu den Ressourcen Finnlands anpeilen sollte. Gleichzeitig sollten die Sowjets ihren Einfluss auf dem Balkan reduzieren.

Molotow hingegen schlug einen Abzug der deutschen Truppen aus Finnland vor und verhandelte um den Erhalt eines Hafens auf dem Balkan. Die sowjetische Außenpolitik basierte auf der Annahme, dass ein langer Krieg bevorstehen werde. Daher wurde die deutsche Prognose eines schnelles Siegs über Großbritannien mit Skepsis betrachtet.

Stalin fordert „mehr und mehr“

Außerdem wollte Stalin in Bulgarien und Jugoslawien einflussreich bleiben. Diese Faktoren führten dazu, dass Molotow auf seinen Forderungen berharrte. Laut Untersuchungen der Columbia University legten die Sowjets am 25. November 1940 einen von Stalin entworfenen schriftlichen Gegenvorschlag vor, in dem sie den Vierpakt akzeptiert. Darin forderte Moskau auch sowjetische Rechte an Bulgarien und dem Gebiet um des heutigen Irak und Iran.

Deutschland ließ diesen Vorschlag unbeantwortet, weshalb die Verhandlungen als beendet angesehen wurden. Hitler sagte später gegenüber seinen höchsten Generälen, Stalin fordere „mehr und mehr“.

Quellenangaben anzeigen
worldwar2database, wikipedia (en)

1 Kommentar

  1. Auf diese Sache war ich schon vor geraumer Zeit eingegangen.
    Hitler halte ich in dieser Sache für naiv. Er bot Molotow an, sich an den „bald zur Verteilung anstehenden 20 Millionen Quadratkilometer“ des auseinanderfallen britischen Weltreiches ein Stück herauszunehmen.
    Das sagte also der Führer eines relativen Kleinstaates zu einer Macht, welche selbst über 22 Millionen Quadratkilometer verfügte.
    Einzige Bedingung: Beitritt zum Dreimächtepakt, woraus dann der Viermächtepakt entstanden wäre.
    Zwischenzeitlich hatte Stalin das kleine Finnland überfallen und die drei baltischen Staaten okkupiert. Neben Finnland und Polen hatte Stalin also fünf Länder überfallen.
    Deutschland hatte niemanden überfallen, sondern Polen angegriffen, jedoch nicht überfallen.
    Lassen wir das aber. Heute soll Hitler angeblich die ganze Welt überfallen gewollt haben- und das alles ohne geeignete Kriegsflotte.
    Molotow sagte bereits mündlich gegenüber Ribbentrop und Hitler ab, telefonierte mit Stalin zweimal und reiste später ab. Stalin schickte dann um den Silvester 1940 herum die offizielle Absage der Sowjetregierung.
    Wenn Ihr mich fragt: das war eigentlich vorauszusehen!
    Warum sollte Stalin in den Krieg gegen GB und USA einsteigen? Das tat er nicht. Damit war für Hitler klar, dass die Sowjetunion früher oder später ein Gegner sein würde und gab Anweisung, den „Fall Barbarossa“ auszuarbeiten.
    Aber ich weigere mich, darin den Willen Hitlers zum Krieg gegen die Sowjets sehen zu sollen. Es war nichts als ein Sandkastenspiel. Die Bestätigung folgte dann im Frühjahr 1941: britische Offiziere hatten einen Putsch gegen die jugoslawische Regierung in Belgrad eingefädelt, die zuvor einen Freundschaftsvertrag mit Deutschland geschlossen hatte. Stalin erkannte diese Putschregierung innerhalb von 24 Std. an und zeigte damit, wo er wirklich stand.
    Hitler schickte ein paar Panzerdivisionen und setzte in Belgrad die alte Regierung wieder ein.
    Stalin war düpiert und Hitler war nun klar, dass es ohne Krieg gegen die Sowjetunion nicht gehen würde.
    Das war eben ein Krieg, der viele Väter hatte.

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