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04.12.1992: USA schicken 28.000 Soldaten nach Somalia


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Am 04. Dezember 1992 schickten die USA 28.000 Soldaten – angeblich aus humanitären Gründen – nach Somalia. Der Einsatz führte zu den heftigsten Gefechten seit Vietnam, sodass die USA 1994 ohne Ergebnis wieder abzogen.

Somalia USA 1992
Somalia USA 1992, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1992 befehligte US-Präsident George HW Bush 28.000 US-Soldaten nach Somalia, eine vom Krieg zerrissene ostafrikanische Nation. Rivalisierende Warlords verhinderten die Verteilung humanitärer Hilfe an Tausende hungernde Somalier.

In einer Militärmission, die er als „Gottes Werk“ bezeichnete, sagte Bush, Amerika müsse mehr als eine Million somalische Leben retten. Gleichzeitig versicherte er den Amerikanern, dass „diese Operation nicht offen ist“ und dass „wir nicht einen Tag länger bleiben werden als absolut notwendig“.

Unglücklicherweise mischten sich die US-Truppen damit in Somalias politischen Konflikt ein. Die umstrittene Mission dauerte 15 Monate, bis sie 1993 von Präsident Bill Clinton abrupt beendet wurde.

1992 führten Clan-basierte Bürgerkriegskämpfe und eine der schlimmsten afrikanischen Dürren des Jahrhunderts Hungersnöte herbei, die ein Viertel der Bevölkerung Somalias mit Hunger bedrohten.

Im August 1992 begannen die Vereinten Nationen eine Friedensmission in dem Land, um die Verteilung von Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe zu gewährleisten, doch blieb dies weitgehend erfolglos.

Während UN-Truppen Somalias Kriegsparteien nicht kontrollieren konnten, die Sicherheit sich verschlechterte und tausende Tonnen Lebensmittel in Lagerhäusern gebunkert blieben, ordnete US-Präsident Bush am 04. Dezember 1992 das US-Militär an, nach Somalia einzudringen.

„Operation Restore Hope“

Fünf Tage später landeten die ersten US-Marines in der ersten Phase von „Operation Restore Hope“. Mit Hilfe von US-Militärtruppen und Streitkräften aus anderen Nationen gelang es den UN, Nahrungsmittel an hungernde Somalis zu verteilen.

Da jedoch die Kämpfe unvermindert fortgesetzt wurden und die UN keine effektive Agenda zur Lösung der politischen Unruhen hatten, schien kein Ende der Operation Restore Hope in Sicht zu sein, als US-Präsident Bill Clinton im Januar 1993 sein Amt antrat.

Clinton versprach die Soldaten nach Hause zu holen. Im Mai wurde die Mission offiziell an die Vereinten Nationen übergeben. Bis Juni 1993 blieben nur noch 4.200 US-Soldaten in Somalia. Am 05. Juni wurden jedoch 24 pakistanische UN-Friedenstruppen, die eine Waffenlagerstätte inspizierten, von somalischen Soldaten unter General Mohammed Aidid überfallen und massakriert.

Anschließend begannen die US- und die UN-Truppen eine ausgedehnte Suche nach Aidid. Im August begaben sich 400 Elite-US-Truppen der Delta Force und der US Rangers auf die Suche nach Aidid.

Zwei Monate später, am 03. und 04. Oktober, wurden 18 dieser US-Elitesoldaten bei einem verheerenden Angriff auf Mogadischus Olympia Hotel auf der Suche nach Aidid getötet und 84 verletzt. Die blutige Schlacht, die insgesamt 17 Stunden dauerte, war das heftigste US-Gefecht seit Vietnam.

Drei Tage später, als Aidid noch immer auf freiem Fuß war, ordnete US-Präsident Clinton aufgrund der heftigen Verluste den Rückzug der gesamten US-Truppen aus Somalia an. Am 25. März 1994 verließen die letzten US-Truppen das Land und hinterließen 20.000 UN-Truppen, um das „Nation Building“ im geteilten Land zu erleichtern.

Die UN-Truppen zogen 1995 ebenfalls ab und politische Kämpfe und militärische Gefechte setzten sich in Somalia bis ins 21. Jahrhundert fort.

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