Silber müsste 50 Dollar kosten – im Verhältnis zum Ölpreis


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Silber ist heute trotz steigender industrieller Nutzung und sinkender Verfügbarkeit im Verhältnis zu vielen anderen Werten stark unterbewertet. Unter anderem im Verhältnis zu Rohöl. Geht man vom historischen Öl-Silber-Verhältnis vergangener Jahrzehnte aus, müsste Silber heute bei knapp 50 Dollar je Unze stehen.

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Der aktuelle Silberpreis müsste heute bei knapp 50 Dollar pro Unze stehen, auf Basis des historischen Öl-Silber-Verhältnisses in den 1960er Jahren. Leider ist dies nicht der Fall, da die Welt einen Großteil ihres Vermögens in „zukunftslose, fremdfinanzierte Finanzpapiere“ investiert hat. Dies schreibt Silverseek.com.

Als die Welt noch nicht von Terminmärkten, sondern eher von einer physischen Ökonomie abhing, waren Edelmetalle wie Gold und Silber noch eng mit dem Ölpreis verknüpft. Heute sind die Energiemärkte stark volatil, in den 1960er-Jahren, als der US-Dollar noch an den Goldpreis gebunden war, blieb der Ölpreis für etwa zehn Jahre nahezu unverändert. Die einzige nennenswerte Volatilität am Ölmarkt fand statt, als der Ölpreis im Jahr 1961 von 1,90 Dollar je Barrel auf 1,80 Dollar in den Jahren 1962-1970 fiel.

In den 1960er Jahren war Silber noch als offizielle Währung in den Vereinigten Staaten in Umlauf. Nachdem US-Präsident Lyndon Johnson im Jahr 1965 das Scheidemünzengesetz unterzeichnet hatte und Silber damit de facto aus dem Verkehr zog, stieg der Silberpreis im Verhältnis zu Rohöl. 1966: Öl = $ 1,80 vs Silber = $ 1,29, 1967: Öl = $ 1,80 vs Silber = $ 2,06, 1968: Öl = $ 1,80 vs Silber = $ 1,96, 1969: Öl = $ 1,80 vs Silber = $ 1,81.

Für eine kurze Zeit fiel das Öl-Silber-Verhältnis auf bis zu 0,9 in den Jahren 1967 und 1968. Für eine Unze Silber konnte man in dieser Zeit also etwas mehr als ein Barrel Öl kaufen. Auf den gesamten Zeitraum der 1960er Jahre gerechnet betrug das Öl-Silber-Verhältnis durchschnittlich 1,3 : 1.

In den 1970er Jahren stieg der Ölpreis von 2,24 Dollar pro Barrel im Jahr 1971 auf 11,58 Dollar pro Barrel im Jahr 1974. Dies hatte auch enorme Auswirkungen auf Silber, das sich in diesem Zeitraum von 1,39 Dollar auf 4,39 Dollar verteuerte. 1977 stieg das Verhältnis auf 3 : 1. Erst 1979 fiel das Öl-Silber-Verhältnis zurück auf das Niveau der 60er.

Heute ist Silber im Vergleich zu Öl sehr viel günstiger, als in den 60ern, 70ern und 80ern. Im Jahr 2000 lag der Verhältnis bei 5,8 : 1, fünf Jahre später sogar bei 7,5 : 1. Im Jahresdurchschnitt 2014 liegen wir laut Kitco bei 5,3 : 1. Geht man vom damaligen Verhältnis von 1,3 : 1 aus, müsste Silber heute auf Jahresbasis bei genau 49,16 Dollar je Unze stehen.

Charts und Grafiken dazu finden Sie hier.

1 Kommentar

  1. Eine (diachronische) Äquivalenzauflistung:
    gab es schon im Alten Orient. Da gibt es ellenlange Listen, zur Umrechnung. So kann man Preisentwicklungen über tausende Jahre machen.

    Wofür die diachronische Äquvalenzrechnung? Da Währungen keine Konstante sind,(zumal Fiatwährungen, innerhalb eines Währungslebens und auch über mehrere Währungsleben hinweg) kann man über die Äquivalenzrechnung die Preisentwicklung überhaupt irgendwie nachvollziehen.

    Man vergleicht nur Dinge, die möglichst unverarbeitet sind, unwidersprochen verbreitet sind, möglichst global, zeitlich keiner Mode unterworfen, im Leben zu den zentraleren Dingen zählen usw..

    Man kann Gold, Silber, Kupfer, Öl, Getreide, Holz, Gas, Schafe und Dinge solcher Art vergleichen.

    Es ist wenig sinnvoll stark verarbeitete Produkte zu vergleichen. Da sich die Produktionstechniken immer geändert haben. Es sei denn, man will Aussagen über die produktionstechnische Entwicklung bekommen.

    Dann macht es auch Sinn den Preis von Erdnussbutter und Fußmatten diachronisch zu verfolgen.

    Mit der Äquvalenzrechnung kann man sich einem universalen (zeitlich und kulturell unabhängigem) Preis der Dinge annähern – sozusagen dem Wert. Der Mensch lebt nicht lange und lebt normalerweise in Modeintervallen. Wenn er aber eine nachhaltige Perspektive anstrebt, die über die Modeintervalle hinweg Bestand hat, also am Eigentlichen interessiert ist, dann helfen solcher Art Betrachtungsweisen.

    Es geht im Artikel im Grunde darum den wahren Wert von Silber zu erkennen. Um zu verstehen ob der heutige Preis (oder der einer anderen Zeit) historisch gerechtfertigt ist, oder nicht.

    Es ist natürlich eine Annäherung. Verzerrend kommt auch hier die Fortentwicklung der Fördertechniken hinzu, aber auch die Bevölkerungsentwicklung. Aber anders geht es nicht. In Dollar eine Wertentwicklung der letzten 200 Jahre sinnvoll zu verfolgen, ergibt kein aussagekräftiges Ergebnis.

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