300 Dollar/Oz?: Silber-/Dow Jones-Ratio verspricht viel


Ist Silber heute günstig oder teuer? Halbtote oder tote Inflationswährungen wie US-Dollar, Euro oder Zimbabwe Dollar helfen als Grundlage für eine vernünftige Einschätzung nur begrenzt weiter. Im Verhältnis zum Dow Jones Index ergibt sich jedoch ein etwas deutlicheres Bild.

Silber Dow Jones Ratio
Silver Eagle, Silbermünze

„Laut dem historischen Silber-/DowJonesIndex-Verhältnis müsste Silber bei 300 Dollar je Unze stehen“, schreibt der SRSrocco Report. Viele Edelmetall-Analysten prognostizieren dreistellige Silberpreise, doch wird das Silber-Dow-Verhältnis dabei nur wenig beachtet. In den 1970er-Jahren begann eine schwere Wirtschaftskrise in den USA, die von der Aufhebung der Goldbindung des Dollars bis zu einer Vervielfachung Edelmetall- und Ölpreise führte.

Gold stieg von 25 auf 850 Dollar, Öl von 1,80 auf 36 Dollar je Barrel. Heute werden diese Entwicklungen gerne den Gebrüdern Hunt zugeschrieben, die den Silbermarkt cornerten und so die Preise in die Höhe trieben. Aber wer kaufte Öl? Wer kaufte Gold? In den 1980ern explodierten die Militärausgaben, in den 1990ern gab es die Tech-Blase, in den 2000ern die Immobilienblase, heute gibt es es Blasen auf den Auto-, Häuser-, Gesundheits-, Aktien- und Anleihenmärkten, die vielleicht größte Blase aller Zeiten ist die heutige US-Wirtschaft.

„Viele Analysten des Silbermarkts sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht“, so SRSrocco weiter. Im Jahr 1980, am Höhepunkt der Silberrally, belief sich das Silber-/DJI-Verhältnis auf 25:1. Im Juni 2001 stand das Verhältnis hingegen bei 2500:1 und hatte sich innerhalb von nur 21 Jahren ver-100-facht. Beim neuen Hoch in 2011 stand das Verhältnis bei 250:1, vervierfachte sich seither aber wieder auf heutige 1000:1.

Auch interessant: Im ersten Quartal 1980 stand der DJI bei 865 Punkten, die US-Staatsverschuldung belief sich auf 863 Milliarden Dollar. Bis heute hat sich der DJI auf 17.660 Punkte ver-21-facht, die US-Schulden haben sich im selben Zeitraum auf 19,2 Billionen Dollar ver-22-facht. Zufall? Vielleicht. Die extremen Aufs und Abs des Silbers im Verhältnis zu anderen Assets sind jedoch Fakt, und wer nicht unbedingt mit einem baldigen Ende der tobenden Weltwirtschaftskrise rechnet, sollte die Silber-DJI-Ratio unbedingt im Auge behalten.

4 Comments

  1. Ja, da ist was im Busch.
    J. P. Morgan hat schon über 10.000 Tonnen Silber gebunkert.
    Würde mich freuen, wenn Silber steigt.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  2. Genau, Silbermünzen werden wahrscheinlich auch nicht verboten, weil Markt zu klein. Bei Gold bin ich mir da nicht so sicher.

  3. Silber wird ohne Frage in wenigen Jahren, sicherlich bis 2020, auf mind. 35 US Dollar je Unze steigen.
    Das zwitschert mir mein Oheim aus Perus Silberwerkstatt!

    Viele Grüße nach Andalusien!
    guguk

  4. Aber mit Silber oder Gold wird man in Zukunft nicht einkaufen gehen können, weil kein gesetzliches Zahlungsmittel.
    Also muss dieses Silber nach dessen unwahrscheinlicher Performance verkauft und in das dann wahrscheinlich allein gültige elektronische Geld umgetauscht werden.
    Da jedoch dieses Geld nicht mehr materiellen Wertes ist, niemand kann den Inhalt auf einer Festplatte anfassen, kann niemand mehr „sein“ Geld von der Bank abheben und unter sein Kopfkissen legen. Und weil das so ist, ist letztlich der Staat der Eigentümer dieser „Guthaben“. Denn auch die Sparkasse um die Ecke kann das Geld nicht anfassen.
    Daraus folgt, dass alle Gewinne versteuert werden müssen. Wer den Einkaufsbeleg nicht mehr hat, dessen Gewinn wird dann einfach geschätzt und zwar zugunsten des Finanzamts.
    Wer in die Zukunft investieren will, sollte über Lithium und Seltene Erden nachdenken.
    Genauer: über die Gesellschaften die dieses fördern oder damit handeln.

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