An diesem Tag
22.04.1946: SPD und KPD verschmelzen zur SED


Geschichte

Am 22. April 1946 vereinigten die sowjetischen Besatzer die Parteien SPD und KPD und gründeten die SED, welche den Sozialismus in der späteren DDR 40 Jahre lang aufrecht erhielt.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
SED
SED, Bild: Gegenfrage.com, Sowjetische Flagge und Partei-Logo gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1946 vereinigten die sowjetischen Besatzer die SPD und die KPD und gründeten damit die SED. Dieser Schritt wird auch als Zwangsvereinigung bezeichnet, da nach dem Zweiten Weltkrieg eine besonders große Uneinigkeit zwischen den Parteien herrschte. Unter anderem weil sich die beiden Parteien im Hinblick auf den Aufstieg der NSDAP in den 1930er-Jahren gegenseitig die Schuld zuwiesen.

Ein Teil der Sozialdemokraten machte die verheerende Rolle der Kommunisten in der Endphase der Weimarer Republik dafür verantwortlich. Die Kommunistische Partei ihrerseits bezeichnete die Sozialdemokraten als „Sozialfaschisten“.

Andere wiederum glaubten, dass die Spaltung der Arbeiterbewegung in SPD und KPD im Ersten Weltkrieg den Aufstieg der Nationalsozialisten überhaupt erst ermöglicht habe. Darum forderten Mitglieder beider Parteien im Jahr 1945 eine gemeinsame Arbeiterpartei.

Die sowjetische Militäradministration widersetzte sich dieser Idee zunächst, weil sie es für selbstverständlich hielten, dass sich die Kommunistische Partei unter ihrer Führung zur stärksten politischen Kraft in der sowjetischen Besatzungszone entwickeln würde.

„Gefahr Österreich“

Die Ergebnisse der im November 1945 in Ungarn und Österreich abgehaltenen Wahlen und insbesondere die schlechte Leistung der kommunistischen Parteien zeigten jedoch, dass die kommunistische Partei dringend einen Strategiewechsel benötigte.

Sowohl Stalin als auch der KPD-Politiker Walter Ulbricht erkannten die „Gefahr Österreich“ und starteten im November 1945 eine Kampagne zur Durchsetzung einer Vereinigung der beiden Parteien, um die führende Rolle der kommunistischen Partei zu sichern.

Mastering

Die Verschmelzung der beiden Parteien wurde teils gewaltsam durchgesetzt. Zahlreiche Parteimitglieder, die sich gegen die Gründung der SED aussprachen, wurden bedroht oder in Lager gesteckt. Am 22. April 1946 wurde die Vereinigung von SPD und KPD zur SED vollzogen.

Es waren über 1.000 Parteimitglieder anwesend, 47 Prozent von der KPD und 53 Prozent von der SPD. Die Parteivorsitzenden waren von nun an Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD), ihre Stellvertreter Walter Ulbricht (KPD) und Max Fechner (SPD).

Der Handschlag der beiden Parteivorsitzenden wurde im zentralen Element des Logos der neuen Partei verankert. Die SED hatte bis kurz vor dem Mauerfall insgesamt 2,6 Millionen Parteimitglieder. Nach der „Wende“ gründete sich aus der SED die PDS, welche sich im Jahr 2007 in „Die Linke“ umbenannte.

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1 Comment

  1. „Andere wiederum glaubten, dass die Spaltung der Arbeiterbewegung in SPD und KPD im Ersten Weltkrieg den Aufstieg der Nationalsozialisten überhaupt erst ermöglicht habe. Darum forderten Mitglieder beider Parteien im Jahr 1945 eine gemeinsame Arbeiterpartei.“

    Der Erste Weltkrieg wurde von 1. Frankreich, 2. England und 3. Russland gewollt. Das Deutsche Reich war 1914 „saturiert“ und sah keinen Grund für einen europäischen Krieg.
    Das sollte unter aufgeklärten Zeitgenossen unserer Jetztzeit eigentlich Konsens sein.
    Dass es das nicht ist, verdanken wir den Kommunisten in der DDR. Denn diese waren es doch, die den Begriff der „Befreiung“ der beiden Kapitulationen Hitlerdeutschlands vom 7.5. und 9.5.1945 erfanden.
    Im Westen Deutschlands, also in den Westzonen, erinnere ich mich ganz genau, dass noch bis weit in die Siebziger Jahre hinein diese Kapitulationen, die dann zum 8.5. als einzige Kapitulation festgelegt wurde, immer entweder von der „Stunde Null“ oder dem „Tag des deutschen Zusammenbruchs“ bezeichnet wurde.
    Es war also die zwangsvereinigte KPD und SPD die, wahrscheinlich um den sowjetischen Besatzern einen Gefallen zu tun, vom „Tag der Befreiung“ schwätzte.
    Wer die Fakten kennt (und da meine ich die Verlautbarungen der Sieger von 1945 selbst), kann über diese Bezeichnung „Befreiung“ nur den Kopf schütteln.

    In der Summe sehen wir da nur eine gewaltige Geschichtslosigkeit. Allein die Idee, dass die Schnapsidee des Karl Mardochai Marx, der Klassenkampf sei die eigentliche Triebfeder aller menschlichen Gesellschaft gewesen, ist schon rein intellektuell höchst bedenklich.

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