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20.06.1756: Britische Gefangene im „Schwarzen Loch von Kalkutta“


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Am 20. Juni 1756 sperrten bengalische Truppen nach der Eroberung einer britischen Festung mehrere Dutzend Briten in ein winziges Verlies, das „Schwarze Loch von Kalkutta“. Die meisten der Gefangenen starben, was zu einem vernichtenden Gegenschlag der Briten führte.

Schwarzes Loch von Kalkutta
„Schwarzes Loch von Kalkutta“, Britisch-Indien, Bild: Gegenfrage.com, Flagge gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1756 pferchte die bengalische Arme britische Kriegsgefangene ins „Schwarze Loch von Kalkutta“ (Black Hole) ein, nachdem sie Fort William von der East India Company erobert hatte. Die East India Company hatte Fort William errichtet, um ihre Handelsbasis in Kalkutta zu schützen.

Dies geschah zu einer Zeit, als die Gouverneure des Mogulreiches, bekannt als Nawabs, bedeutende Macht ausübten. Der Nawab von Bengalen, Siraj-ud-daula, war besorgt, da das Unternehmen begonnen hatte, das Fort als Reaktion auf französische Interessen in der Region zu stärken.

Da er befürchtete, dass eine stärkere Festung seine eigene politische Macht in der Provinz untergraben könnte, ordnete er an, den Ausbau der Basis zu unterlassen. Die Briten ignorierten die Anordnung. Daraufhin schickte der Nawab 50.000 Soldaten, 500 Elefanten und 50 Kanonen und ließ die Festung, auf der nur 3.000 Soldaten stationiert waren, stürmen.

Die Armee des Nawab traf kaum auf Widerstand, als sie durch Kalkutta zum Fort vorrückten und die Mehrheit der britischen Bewohner flüchtete. Eine kleine Garnison blieb unter dem Kommando von John Zephaniah Holwell in der Festung, einem unerfahrenen Militärkommandeur, dessen primäre Rolle die eines Steuereintreibers war.

Das Schwarze Loch von Kalkutta

Unfähig die Festung zu verteidigen musste Holwell am Nachmittag des 20. Juni kapitulieren. Er berichtete später, dass um 20 Uhr 146 Menschen in das winzigen Gefängnis des Forts mit einer Größe von 4,30 x 5,50 Metern – das Schwarze Loch von Kalkutta – gesperrt wurden.

Nur 23 von ihnen überlebten die Nacht, alle anderen starben vor Erschöpfung oder erstickten. Berichte über den Vorfall führten zu einer enormen britischen Volkswut, einer Erstarkung des Patriotismus und letztendlich zu einer brutalen Vergeltung, die mit der Annexion Bengalens durch die Britische Ostindien-Kompanie endete.

Heute ist bekannt, dass Holwells Zahlen übertrieben waren. Eine Untersuchung des Vorfalls von Professor Brijen Gupta in den späten 1950er Jahren führte zum Ergebnis, dass tatsächlich 64 Gefangene in das „Schwarze Loch von Kalkutta“ eingesperrt wurden, von denen nur 21 überlebten.

Quellenangaben anzeigen
wikipedia (en)

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