Schockstarre in Fukushima?


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Vor ziemlich genau fünf Monaten begann die nukleare Krise in Fukushima. Gleichzeitig begann die japanische Regierung mit ihren Lügen über die Katastrophe und die unglaubliche Bedrohung für die Bevölkerung, die vom havarierten Atomkraftwerk in Fukushima ausging und ausgeht. Angeblich beginnt man derzeit mit dem Bau eines Zelts über Reaktor 1, das verhindern soll, dass radioaktives Material nach außen gelangt bzw. dass Regenwasser in die zerstörte Anlage eindringt. Doch gibt es noch immer keine detaillierten Informationen über die Opfer der Nuklearkatastrophe, noch immer hüllt sich die japanische Regierung in Schweigen, noch immer wird die Gefahr seitens japanischer Medien heruntergespielt. Wie Augenzeugen berichten, gehen in der Innenstadt von Tokio zahlreiche Pflanzen ein. „Über 30% der Azaleen auf den Bürgersteigen sind völlig tot“, wie die Website Prison Planet einen Augenzeugen aus Japan zitiert. Azaleen verlieren im Herbst und Winter ihre Frühjahrsblätter, behalten aber ihre Sommerblätter. Normalerweise überstehen diese Pflanzen das ganze Jahr. Liegt das ungewöhnliche Pflanzensterben möglicherweise an der Strahlung?

Nach fünf Monaten entweicht noch immer radioaktives Material aus der undichten Anlage. Erst in den vergangenen Wochen entdeckten Arbeiter einen Punkt, der die stärkste radioaktive Strahlung seit Beginn der Katastrophe aufwies. Die Strahlung wurde auf dem Gelände der Anlage zwischen den Reaktoren 1 und 2 an der Unterseite einer Lüftungsanlage gemessen. Der Energieversorger hatte die Stelle sofort abgesperrt und untersucht derzeit die Ursache der hohen Strahlung. Die Strahlung habe 10 Sievert pro Stunde betragen – eine Dosis, die einem Menschen bei einer Bestrahlung von 60 Minuten einen wochenlangen Todeskampf bescheren würde. Grotesk dabei ist, dass die Arbeiter in der zerstörten Anlage nur einen Anspruch auf Entschädigung haben, wenn sie ein Jahr lang mindestens fünf Millisievert pro Stunde ausgesetzt waren und eine Krankheit wie Leukämie spätestens ein Jahr nach Beendigung der Arbeiten im Kraftwerk ausbricht.

Die Website von Health Canada hat einige beängstigende Daten aus fünf Überwachungsstationen veröffentlicht, welche an den Messpunkten bestimmte radioaktive Substanzen aufgezeichnet hatten. Die Daten zeigten auf, dass die Strahlenwerte in der Luft an den fünf Stationen mit durchschnittlich 33,3 Millibecquerel pro Kubikmeter für insgesamt 30 Tage stark erhöht waren. Dies entspricht etwa der doppelten Menge des Jod-131-Grenzwertes von 16,7 Millibecquerel pro Kubikmeter, der von der kanadischen Kommission für nukleare Sicherheit festgelegt wurde (die Kommission hatte die Grenze auf 200 Millibecquerel pro Kubikmeter/Jahr festgelegt, was 16,7 Millibecquerel pro Kubikmeter über 30 Tage entspricht). Eine Station in Sidney hatte 19,4 Millibecquerel pro Kubikmeter über 22 Tage gemessen, was 61% höher ist als die erlaubte Grenze. Sogar in Oldenburg erfasste eine Messtation im April Jod-131-Werte, die sich um ein zehnfaches zum Normalwert erhöht hatten. Allerdings gehe davon noch keine gesundheitliche Bedrohung aus, wie die Universität Oldenburg in einem Bericht bekräftigte.

Im Juni wurden in Proben von Meer- und Grundwasser in der Nähe des zerstörten Kernkraftwerks Fukushima erstmals Spuren von radioaktivem Strontium festgestellt. Laut einem Bericht der Japan Times wurden Werte nachgewiesen, die bis zu 240-mal über dem gesetzlichen Grenzwert liegen. Radioaktives Strontium setzt sich in menschlichen Knochen ab und erhöht das Krebsrisiko um ein Vielfaches. Außerdem wurden etwa 45 Prozent von 1’080 untersuchten Kindern unter 15 Jahren aus der japanischen Präfektur Fukushima positiv auf eine radioaktive Bestrahlung der Schilddrüse getestet, wie Russia Today im Juli berichtete. Am schwersten verstrahlt war offenbar ein Einjähriger, bei dem 0,1 Mikrosievert pro Stunde gemessen wurden.

Das Leiden nimmt im Gegensatz zur Berichterstattung über den Super-GAU offenbar weiterhin kein Ende. Und da die einzige sichtbare Maßnahme zur Bekämpfung der unglaublichen Strahlenbelastung ein großer Regenschirm in Form eines Zeltes ist, ist leider davon auszugehen, dass Tepco und die japanische Regierung entgegen aller Bekräftigungen bisher überhaupt nichts im Griff haben im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima.

3 Kommentare

  1. danke für die Infos. Ich frage mich eh, wo die Berichterstattung beleibt. gerade wir in D sollten uns doch nicht scheuen, nach dem Ausstieg aus dieser scheißtechnologie, darauf hinzuweisen, daß in Japan ganz viel im Argen bleibt… Man stelle sich vor, was es heissen muß in jenem Land zu leben. Soviel Verdrängung kann es doch gar nicht geben, oder? Ich glaub, ich würde wahnsinnig werden vor Sorge und auf die Strasse gehen…oder die Politiker prügeln…oder…oder…oder

  2. Das AKW wurde mit einer Mininuke gesprengt. Wird alles abgeleugnet.
    Am Tatort 6,4 auf der Richterskala. Der Zunami 9,1 . Zu kleine Umgebungsschäden.
    Zu hohe Strahlung. Das alles passt nicht zusammen.
    Da waren Waffen im Einsatz.
    Möglicher Grund : Japan wollte, oder hat Iran spaltbares Material geliefert.
    Bumm .

  3. ich stimme zu 100% dem kommentar von uli zu.
    zu dem 2. kommentar von verena busch bleibt mir nix weiteres zu schreiben als: quatsch mit sauce. lg martin ps. es schreibt sich „tsunami“ nicht „zunami“ , liebe verena…

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