Saudische Kampfjets bombardieren Markt im Jemen, 106 Tote


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Saudi-Arabiens Luftwaffe hat erneut einen gut besuchten Marktplatz im Jemen bombardiert. 106 Menschen starben, darunter 24 Kinder. Die Vereinten Nationen beschreiben den Angriff als „Blutbad“.

Sanaa HDR (16482367935)“ لالمصور أنس الحاجSana’a – HDR، مُرخّص بCC BY-SA 2.0 من ويكيميديا كومنز

In der vergangenen Woche bombardierten saudi-arabische Kampfflugzeuge einen gut besuchten Al Khamee-Markt im Gouvernement Haddscha im Nordwesten Jemens. Begründung für den Angriff war ein Kontrollpunkt der Houthis, welcher sich 250 Meter entfernt befand. Die Raketen schlugen direkt auf dem Markt ein, wodurch 106 Menschen ums Leben kamen, darunter 24 Kinder.

Der Angriff auf den gut besuchten Markt war einer der blutigsten im laufenden Militäreinsatz Saudi-Arabiens gegen den Jemen. UN-Inspektoren reisten kurz nach den Bombardierungen zu dem Marktplatz und konnten keine militärischen Ziele feststellen. Zeid Ra’ad Al Hussein, UN-Hochkommissar für Menschenrechte, beschreibt den Raketenangriff als „Blutbad“. Der Markt sei für die Menschen aus 15 umliegenden Dörfern das Haupteinkaufsziel gewesen.

Bereits im Februar bombardierten saudische Kampfflugzeuge einen gut besuchten Markt nordöstlich von Jemens Hauptstadt Sanaa, wodurch 45 Zivilisten starben und 50 weitere verletzt wurden. Als Rettungskräfte herbeieilten, kehrten die Jets zurück und führten weitere Angriffe durch.

Nachdem die Huthis im Sommer 2014 die Regierung im Jemen übernahmen, mischte sich Saudi-Arabien in die inneren Angelegenheiten des Landes ein und startete ab März 2015 Luftangriffe, um den verbündeten ehemaligen Präsidenten Mansour Hadi zurück an die Macht zu holen. Saudi-Arabien sieht die Huthi-Rebellen als Proxy des Iran, der als größter Widersacher in der Region gilt. Die Huthis werfen der Koalition einen illegalen Angriffskrieg gegen das Land vor.

Quellen: Al Jazeera, Vereinte Nationen

4 Kommentare

  1. Ich traue es den Saudis durchaus zu, ihre Ziel nicht richtig zu treffen. Bereits vor Jahrzehnten hat man über diese mangelnde militärische Fähigkeit in anderen arabischen Ländern Witze gemacht. Allerdings ist das hier im Ernstfall mit zahlreichen Toten und Verwundeten überhaupt nicht witzig. Hinzu kommt ein gewisses Maß an Menschenverachtung und Überheblichkeit den Jemeniten – wie überhaupt den meisten Nicht-Saudis – gegenüber.

  2. Sind Mörder und niemand sagt etwas die Menschen haben das Rechts Bewusstsein verloren.Können Recht von Unrecht nicht unterscheiden.Oder sie begehen bewusst Unrecht ist noch schlimmer .Möchte nicht mit ihnen tauschen denn alle werden einmal dafür bezahlen was sie anderen angetan haben .

  3. Und die friedliche Republik Deutschland liefert an diese Schlächter auch noch Panzer, kann man tiefer sinken?

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