An diesem Tag
15.08.2016: Saudis bombardieren Ärzte ohne Grenzen im Jemen


von

Am 15. August 2016 griffen saudi-arabische Kampfjets ein Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen im Jemen an. Elf Menschen starben. Anschließend wurden Rettungskräfte davon abgehalten Ersthilfe zu leisten.

Saudi-Arabien Jemen Ärzte ohne Grenzen
Saudi-Arabien Jemen Ärzte ohne Grenzen, Bild: Gegenfrage.com, Flaggen-Motive gemeinfrei

Nur wenige Tage nachdem saudi-arabische Kampfjets eine Schule im Jemen bombardierten, wodurch zehn Kinder ums Leben kamen, griff die Koalition ein Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen in Hajjah an. Dabei kamen elf Menschen ums Leben, 19 wurden verletzt.

Wie lokale Medien melden, konnten die Rettungskräfte zunächst keine ausreichende Ersthilfe leisten. Kampfflugzeuge patroullierten über dem Gebiet, weshalb man weitere Raketenangriffe befürchtete.

Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich 23 Patienten in der Chirurgie, 25 in der Entbindungsstation, 13 Neugeborene und 12 in der Pädiatrie. Die medizinische Hilfsorganisation sagte, dass sie der Saudi-Koalition zuvor GPS-Daten des Standorts des Krankenhaus übersendet habe, um derartige Attacken zu vermeiden.

Doubletap-Luftangriffe

Die Saudi-Koalition wird der Durchführung sogenannter Doubletap-Luftangriffe beschuldigt. Dies bedeutet, dass auch Einsatzkräfte angegriffen werden, welche versuchen die Opfer eines zuvor durchgeführten Angriffs zu retten.

Die Ärzte ohne Grenzen bestätigten, dass ihr Krankenhaus von einem Luftangriff getroffen wurde. Elf Menschen starben. Das Krankenhaus wurde im Juli 2015 eröffnet. 4.611 Patienten wurden dort bis zum Zeitpunkt des Luftangriffs medizinisch betreut.

Die Ärzte ohne Grenzen sagten im Mai, dass seit 2015 bereits mindestens 100 Mitarbeiter, Patienten und Betreuer sowie 130 weitere Personen durch Luftangriffe und andere Attacken auf mehr als 80 Gesundheitseinrichtungen ums Leben kamen. Doch nicht nur Saudi-Arabien, sondern auch den Houthis werden Angriffe auf zivile Einrichtungen vorgeworfen.

Hintergrund

Nachdem die Houthis im Sommer 2014 die Regierung im Jemen übernahmen, mischte sich Saudi-Arabien in die inneren Angelegenheiten des Landes ein. Man startete ab März 2015 Luftangriffe, um den verbündeten ehemaligen Präsidenten Mansour Hadi zurück an die Macht zu holen.

Saudi-Arabien sieht im Jemen-Krieg die Houthi-Rebellen als Proxy des Iran, der als größter Widersacher in der Region gilt. Die Houthis hingegen werfen Saudi-Arabien einen illegalen Angriffskrieg gegen das Land vor.

Tatsächlich hat Saudi-Arabiens Luftwaffe Marktplätze und Wohngebiete bombardiert, wodurch bis dato mindestens 3.500 Zivilisten ums Leben kamen und 6.500 weitere verletzt wurden.

Quellenangaben anzeigen
ärzteohnegrenzentelesur, huffingtonpost, salon

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.