Rumäniens Schuldnern fliegen Franken-Kredite um die Ohren


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Rumäniens Kreditnehmer, die während des Aufschwungs Mitte der 2000er Jahre in Franken verschuldeten, können in vielen Fällen nach der aktuellen Aufwertung der Schweizer Währung die steigenden Raten nicht mehr stemmen. Hunderte gingen in Bukarest auf die Straße.

Fiat Money
Bild: Gegenfrage.com

Hunderte Menschen haben am Sonntag in Rumäniens Hauptstadt Bukarest gegen steigende Raten ihrer Fremdwährungskredite in Schweizer Franken demonstriert. Sie warfen den Banken vor, ihnen billige Kredite aufgedrängt zu haben und forderten die Regierung auf, die Schuldner zu schützen.

„Die Bank hat uns ausgetrickst!“ riefen bis zu 1.000 Demonstranten in der Innenstadt. Sie zeigten Plakate mit der Aufschrift „Sie haben die Macht, wir haben den Schmerz!“ und ähnlichem. Über 75.000 Rumänen haben sich während eines Aufschwungs Anfang bis Mitte der 2000er Jahre in Schweizer Franken verschuldet, um von niedrigen Zinsen zu profitieren. Seit der Entkoppelung des Schweizer Franken vom Euro hat die Schweizer Währung kräftig aufgewertet.

Bereits im vergangenen Jahr konnten viele Rumänen ihre Fremdwährungskredite von österreichischen Banken nicht mehr bedienen, worauf diese Milliarden abschreiben mussten. Gegenüber dem Franken verloren der Euro sowie der Rumänische Leu seit Jahresbeginn über 15 Prozent. In Gold gerechnet wertete die Schweizer Währung in diesem Zeitraum um rund fünf Prozent auf.

6 Kommentare

  1. konnte vor 10 jahren ja niemand erahnen das die inflation in rumänien wahrscheinlich höher sein wird als in der schweiz, dem land mit der härtesten währung der welt. selbst schuld, vollidioten.

  2. @Alesi
    Härteste Papierwährung bitteschön. Gegenüber Gold hat der Franken seit 2002 auch ca. 50% verloren.

  3. Grundsätzlich keine Verantwortung für die eigenständige Entscheidung übernehmen – genau so, wie die Politiker es vormachen

  4. Die derzeitige Wirtschaftslage, noch dazu das Desaster mit dem Franken, wo wirklich viele Kredite in Rumänien laufen, bewirkt, daß sich die Banken vor Ort umorientieren.
    Die Filialen in den kleineren Städten in Rumänien werden abgeschafft, – es bleiben nur die Kreisstädte übrig. Piräus-Bank (Griechenland) machte den Anfang und schließt alle Filialen (außer in den Kreisstädten und in der Hauptstadt) mit Ende Februar.
    OTP (Ungarn) wird folgen, vielleicht auch Raiffeisen (Österreich)

  5. Alesi hat Recht.
    Ich habe kein Mitleid mit diesen dummen Schuldnern.
    Es war, wie alles, eine Spekulation- und die ist erwartungsgemäß gescheitert. Solange der Goldbesitz in Deutschland und in EU Europa nicht verboten ist, mag man sich damit sicher wähnen.
    Aber es ist doch klar, dass Gold in der Endkrise verboten wird.
    Alle Schlupflöcher werden dann geschlossen sein.

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