Rumänien: Pressestimmen über Russland und Ukraine


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Dass in Deutschland seitens der Massenmedien kaum noch von objektiver Berichterstattung über die Situation in der Ukraine und die Position Russlands die Rede sein kann, dürfte / sollte inzwischen auch der letzte bemerkt haben. Doch wie berichten ausländische Medien? Leser Helmut mit einem kurzen Pressespiegel aus Rumänien.

Rumänische Soldaten Bild: U.S. federal government, public domain
Rumänische Soldaten
Bild: U.S. federal government, public domain

Selbst ausländischen Alternativmedien fällt die extrem einseitige Berichterstattung in großen deutschen Zeitungen negativ auf. Wie etwa das bekannte Portal WSWS, das scharfe Kritik an Magazinen wie dem Spiegel oder der Frankfurter Rundschau übt. Auch die Leserkommentare darunter sprechen Bände. Doch wie wird in anderen Ländern über die Lage in der Ukraine berichtet?

In Rumänien, so hat man den Eindruck, ist man schon einen Schritt weiter. Die Zeitungen scheinen die Bevölkerung nicht wie in Deutschland mit Kriegsrhetorik, Russland-Hetze und Halbwahrheiten einzulullen, sondern schreiben offen über einen bevorstehenden Waffengang. Die Leser der Zeitungen sind allerdings weniger in Stimmung, bzw. verstehen sie zurecht überhaupt nicht, für wen oder was gekämpft werden soll.

Die Kernaussage einer Meldung: Überschrift: „Bombennachricht“ für die Männer! Es beginnen die Kriegsvorbereitungen. Die Rekrutierung wird zur Pflicht. Der Verteidigungsminister legt das Konzept und die Gesetzesgrundlage zur Einberufung vor. Die Kernaussage des Gesetzes Nr. 446/2006, , Artikel 3, Absatz 5 besagt: „…bei Erklärung der Mobilisierung sowie bei Ausrufung des Kriegszustandes oder des Zustandes der Belagerung, sind die Voraussetzungen der Einberufung zur Wehrpflicht für Männer zwischen 20 und 35 Jahren erfüllt, die die Kriterien für den Militärdienst erfüllen …..“

  • Andere Meldungen in der Überschrift: „Stimme Rußlands“: Rumänien würde nicht länger als 30 Minuten im Falle eines Krieges standhalten.
  • Traian Basescu: DerBürgerkrieg hat begonnen. Rumänien unterstützt uneingeschränkt die territoriale Integrität der Ukraine.
  • Libertatea: Die Ukraine „kocht“, während sich Rußland aus dem Konflikt zurückzieht: „Wir haben unseren Einfluß auf die prorussischen Aktivisten in Kiew verloren…“
  • Stirileprotv: Das Verteidungsministerium bekräftigt, daß bereits ein Vorgang zur Einberufung von Reservisten oder der Rekrutierung von Jüngeren begonnen hat. „Ich werde wieder zum Mann“. Es wurde das Modell des Gesundheitszeugnisses veröffentlicht, wenn die jungen Rumänen zur Rekrutierung gehen.
  • EVZ: Wenn dich die Armee zur Stellung auffordert, gehst du hin? Über 1500 Leser haben geantwortet. Über 120.000 Leser verfolgten die Diskussion.

Einige Lesermeinungen (willkürlich herausgegriffen):

Mai sunt romani in Romania apti de lupta? Mai este Romania tara romanilor? Pentru ce sa lupte romanii? = Gibt es noch Rumänen, die kämpfen können? Ist Rumänien noch das Land der Rumänen? Wofür sollen die Rumänen kämpfen?

Daca ar fi sa ne cheme la arme am incepe si noi curatenia in Romania mai intai si dupa aia am apara tara. = Bevor sie uns zu den Waffen rufen, sollen sie erst mal Rumänien säubern, dann können wir das Land verteidigen.

Sa fie trimisi in armata si in razboi toti somerii, cersetorii si frecangii din Romania si cei plecati la cersit prin alte parti ale lumii de ne-au facut tara de ras = Es gehören alle rumänischen Arbeitslosen, Bettler und Schmarotzer in die Armee und in den Krieg geschickt. Dazu alle, die überall zum Betteln hingegangen sind und unser Land lächerlich gemacht haben.

24 Kommentare

  1. 60+
    Hab das mal in den rumänischen Medien und auch in den Militärforen nachgelesen.
    Das Problem ist komplex. Mit der Ukraine hat der Rumäne nichts am Hut. Das interessiert den nicht.
    Jetzt gehts aber um Moldawien. Moldawien war und ist immer ein „politisches Protektorat“ von Rumänien. Warum? 3/4 der Bevölkerung dort sind rumänischstämmig. Schließlich hat das ja mal zu Rumänien gehört. Dann sind noch 10% Russen und 10% Ukrainer dort, der Rest verschiedene. Der rumänischstämmige Moldawier geht zur rumänischen Botschaft in Chisinau und bekommt sofort einen rumänischen Zweitpaß.

    Soweit, so gut. Was hat dann der Besuch des Russen in Transnistrien bewirkt, daß die Rumänen (angeblich auf Anweisung der NATO) so reagiert haben?
    Ganz einfach. Transnistrien ,das ja ein Teil Moldawiens ist, hat sich von Moldawien unabhängig gemacht. Eigentlich eine Lachplatte. Das Gebiet ist vielleicht 200 km lang, aber nur 10 oder 20 km breit. Es leben weit unter einer Million Leute dort. Kann man evtl. mit Luxemburg vergleichen.

    Ist aber als eigener Staat von niemanden anerkannt. Dort stellen sich die Bevölkerungsanteile anders dar. Jeweils ein Dritel Russen, ein Drittel Rumänen und ein Dritel Ukrainer. Das relativiert sich aber, wenn man die Gesamtbevölkerungszahl nimmt. Weiß gar nicht genau, – zwischen 600 und 700 T.

    Angesichts der Ereignisse auf der Krim kann man natürlich auch in Erwägung ziehen, daß sich Rußland genötigt sieht, die russische Bevölkerung in Transnistrien zu schützen. Da das Gebiet aber eigentlich zu Moldawien gehört, was wiederum in den geheimen Träumen der Rumänen in der Form rumspukt, daß es endlich „heim ins Reich“ , also nach Rumänien zurückkommt, kann man sich schon vorstellen, das die in Bukarest keine Freude darüber haben, wenn jetzt ein höherer Russe in Tiraspol auftaucht. Zumal man ja nicht weiß, was die dortige Proforma-Regierung mit dem Russen ausschnapst.

    Andererseits leben dort ja genausoviele Rumänen wie auch Russen. Aber genausoviele Ukrainer. Was ich nicht weiß, wie die Ukrainer dort orientiert sind – EU oder Rußland.

    Daher aber weht der Wind.

    Ich schreib aber noch was dazu, – muß noch was nachlesen.

  2. @Bürgender – Es läuft wieder alles, danke für den Tipp. Deine Vermutung
    (Cache) war richtig.

  3. @Kaiser Wilhelm
    Oh tut mir leid – hatte schon eine Email an dich fast fertig, wurde dann weg gepfiffen und habe den Entwurf vergessen. Schön, dass es wieder geht!

  4. Nachtrag zu meinem Beitrag von vorhin über die Sache mit dem russischen Vice.
    Die Frage, der ich nachgegangen bin, war die, – wie der Heini wieder zurück nach Moskau gekommen ist. Offiziell ist da nichts zu verlauten.
    Er durfte nicht drüber fliegen, hat sich deshalb aufgeregt, und jetzt, wieder zurück in Moskau, schimpft er über Facebook und Twitter wie ein Rohrspatz.

    Wie ist er zurückgekommen? Durch den langen Tunnel, den es nicht gibt?

    Gehen wir nochmal zu den Fakten zurück. Die Neue Züricher hats ganz gut dargestellt.
    http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/verstimmung-in-chisinau-ueber-moskau-1.18298067

    Jetzt kommts, was mich stutzig macht. Transnistrien hat keinen Flughafen ,wo größere Flugzeuge der zivilen Luftfahrt landen könnten. Schön.
    In mehreren Medien wird davon gesprochen, er wäre mit einem zivilen Linienflug zurück nach Moskau. Aber wo und mit welchem? Wie geht das?

    Was ich rausgekriegt habe, aus „gewöhnlich gut informierten Kreisen“, wie es so schön heißt, ist folgendes:

    Der Russe hat sich irgendwie nach Chisinau begeben, und ist dort mit einem Linienflug nach Moskau. Aber wie: Er hätte sich als Frau verkleidet, und zusammen mit einer anderen Frau vorne dran und einigen Kindern dahinter wäre er ins Flugzeug rein und in Moskau ausgestiegen.

    Das kommt mir so abenteuerlich vor, daß ich es nochmal abgeklopft habe, um mich nicht lächerlich zu machen.

    Diese Quellen bleiben dabei, – und eine andere offizielle Version gibt es nicht. Nur soviel, daß er von Chisinau nach Moskau wäre. Wie, das spricht keiner an.

    Was nicht zusammenpaßt, ist, daß die in Chisinau auch sauer waren über den Russen. Also Hilfestellung war von dort nicht zu erwarten.

    Wie gesagt, nur in militärischen Kreisen aus Rumänien konnte man hinter der vorgehaltenen Hand das erfahren. Sonst gibts einfach nichts.

    In manchen rumänischen Militärforen macht man sich schon lustig über den russischen Transvestiten. Aber ich verfüge über keine seriöse Quelle offizieller Art, wo das bestätigt wird.

    Na, das wars, was ich noch erzählen wollte.

  5. @Helmut – Verkleidet als Frau durch ne Passkontrolle am Airport, auf einem Flugticket einer zivilen Airline? Ich lach mich schlapp, aber für Dollars
    geht ggf. auf der Kurve ALLES. Ggf. hat er aber nen zweiten Pass dabei, auf
    dem dann das Photo o.k. ist, und hat auf den Namen auch das Ticket gekauft.

    Wenn du dich als Frau zurechtmachst, dann kannst du sogar den European Song Contest gewinnen. Da brauchst du dir nicht mal vorher den Bart für abzurasieren.

  6. Ein bärtiger Österreicher erlangt einen Sieg über den Rest Europas. Gratulation! Ok ok, blöder Scherz.

  7. Bürgender:
    Der Vergleich liegt schon zulange zurück. Aber man kanns mit Rogosin vergleichen. Der hat sich angeblich ja auch in Frauenkleider geworfen. Der Unterschied: Er hatte keinen Bart und kann nicht singen.

    Zu meiner persönlichen Bewertung als Österreicher:
    Musik ist gut, Vortrag war gut, sprich der Gesang. Was auch gut war, daß man mal jemanden singen hört, der nicht andauernd auf der Bühne von links nach rechts rumrennt oder sonstige Handstände vorführt. War wohl das Kleid zu eng dafür.

    Das wars aber dann auch. Mir tut der arme Kerl irgendwie leid, wenn der nicht weiß, in welche Kategorie der eigentlich hingehört. Der muß ja seelische Qualen leiden, wenn der im Lokal vor den Toiletten steht und bei der einen Tür steht „Männlein“ und bei der anderen „Weiblein“ drauf.
    Nun, das ist nicht mein Problem. Man kann ja auch der Musik zuhören, ohne sich dazu das Video anzusehen. Wenn da weiter gute Songs kommen, dann soll dieses Wesen halt so weitermachen, – ich bin da sehr tolerant und hör einfach nur zu. Schließlich gibts ja noch Radios, wo man nichts sehen kann.

  8. @Helmut
    Mir ist das auch völlig egal. Ich habe mir die Musik nicht angehört, lediglich ein Foto gesehen. Wer was mit wem im Bett macht ist mir egal, solange man mir nicht versucht eine gute oder schlechte Meinung dazu aufzuzwingen. Dass eine Frau mit Bart aus meiner Sicht bescheuert aussieht, kann ich nun mal nicht ändern.

    Wünsche einen schönen Abend!

  9. Ist ja kein Thema für hier und überhaupt nicht etwas, worüber man sich Gedanken machen muß. Ich bemühe mich nur, zu differenzieren. Ehrlich gesagt, das fällt mir bei diesem bärtigen Wesen schwer, hier ohne Vorurteile zu argumentieren. Deshalb habe ich mir die Musik reingezogen, ohne mir das optisch zuzumuten.
    Und da – um der Wahrheit die Ehre zu geben – muß ich schon sagen, daß es von der Qualität her ein gehobenes Niveau ist. Insbesonders im Vergleich zu dem, was da die ganzen Jahre so geboten wurde bei dem Wettbewerb.

    Jetzt wünsche ich keinen schönen Abend mehr, sondern eine gute Nacht!

  10. @Helmut-1
    Danke für Deine Bemühungen zu den „Rogosin-Flug“Meldungen!
    Daß sich die Russen auch so langsam auf die propagandistischen Angriffe der westlichen MSM einschießen, mag ich glauben, sehe ich an manchen Stellen auch so. Jedoch was z.B. von der sogenannten „offiziellen“ Seite der Ukraine verlautbart wird, das kommt bei mir nicht in die Rubrik „Glaubwürdigkeit“! Möchte dabei und insbesondere nochmal die Ereignisse von Odessa in Erinnerung rufen.
    …..
    @Kaiser
    Ja, läuft alles nach Plan, wie Du treffend schreibst! Im Vorfeld des so überaus großen Ereignisses des „Song Contest“ war die Richtung schon vorgegeben für den sogenannten Sieg des Conschita.
    Die „Stimmenvergabe“ verfolgte ich direkt im Fernseher. Natürlich fiel der deutsche Kommentator wieder mit seinem Propagandakrieg gegen Russland ala Sotschi-Olympiade auf! Auch ein teil des Puplikums war wohl für kleine Pfeifkonzerte bei der Punktvergabe für Russland bezahlt worden, oder bekam Freikarten….?
    Dein Link zu Buergerstimme ist prima, lesenswert auch die Kommentare dazu!
    ….
    Übrigens, wer wußte, daß in den letzten 14 Tagen die russische Staatsduma ein Gesetz zum Verbot der „Leiharbeit“ verabschiedet hat
    ( http://www.luegenrepublik.eu/putin-unterzeichnet-gesetz-zum-verbot-von-leiharbeit/ ),
    daß die Familienpolitik in Rußland die Kindesgeburt ab 2. Kind mit umgerechnet etwa 410000 Rubel(ca. 10000 Euro) fördert? Schon mal jemand dieses in den MSM gelesen,gehört, gesehen?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mutterschaftskapital

  11. sebbo:
    Habe mir erlaubt, bei den DWN was zu posten. Bezieht sich auf Deinen genannten link.

    Text:
    Wissen ist Macht. Nichts wissen macht auch nichts.
    In Rumänien gibts eine Redewendung: “praf in ochi” ( Staub in die Augen).
    Was soll den der Unsinn?
    Kapiert denn keiner, was hier Sache ist? Ich lebe in Rumänien.
    Der Staat ist bankrott. Durch Korruption, durch den Ausverkauf des Landes, wobei der Löwenanteil auf Schweizer Konten verschiedener Politiker gewandert ist, sowie aufgrund der Aussichtslosigkeit für die Zukunft steht das Land schon lange am Abgrund.
    Viele Familienväter, die jugendliche Kinder haben, die sie auf weiterführende Schulen schicken wollen, müssen ins Ausland zum Arbeiten, damit es überhaupt reicht. Der Teil der Roma, die mit Arbeit nichts am Hut haben, muß aufgrund der Sozialgesetze durchgefüttert werden. Viele sind ja zum Glück nach Deutschland gegangen. Viel zuwenige.
    Weil die hier mit ihrer Wirtschaftssituation nicht mehr ein und aus wissen, kommt ihnen der Zirkus mit der Ukraine gerade recht.
    Damit begründen sie nun, daß sie ihre 2,2% nicht mehr einhalten können. Ohne Ukraine und Aufstockung des Wehretats hätten sie das auch nicht gekonnt.

    Ich frage mich: Wo bleibt denn die kritische Berichterstattung?
    Auf der Strecke?

  12. Hab noch was vergessen:
    Meiner Einschätzung nach gehen 3/4 der Jugendlichen, die ihren Schulabschluß (egal ob Abi oder Uni) haben, gehen ins Ausland. Der Staat wird zunehmend mit der Unterstützung der Rentner, der Arbeitslosen und der krankheitsbedingten Frührentner (= eine Rekordzahl in Rumänien) konfrontiert. Die wenigen betriebe, die in ausländischer Hand sind und funktionieren, können die Steuereinnahmen, die für diese Situation notwendig sind, nicht decken.
    Das Finanzamt hat auch schon alles probiert. Weiß jemand, welche Zinsbelastung auf Firmen in RO zukommt, die mit den Abgaben im Rückstand sind? Es sind fast 100 % pro Jahr. Damit treiben sie die Betriebe, die in Schwierigkeiten sind, vollends in den Ruin.
    Ums unmißverständlich zu wiederholen: Wenn man am 1.1.2014 beim Finanzamt z.B. 10.000 € Schulden hat, dann hat man am 31.12.2014 knapp 20.000 € Schulden. Dazu kommt, daß sie mittlerweile innerhalb einer Firmengruppe handhaben können, wie sie wollen.Das bedeutet, wenn in einer Firmengruppe (= wenn die Firmeneigner nicht nur eine, sondern mehrere Firmen haben, wobei nur einer der Aktionäre auch im anderen Betrieb Aktionär sein muß, das genügt schon) ein Betrieb ins Schleudern gerät und Schulden beim Finanzamt hat, dann können sie das Geld sofort bei den anderen Firmen in dieser Gruppe reinholen. Die Insolvenzrate bei den Betrieben in RO ist übrigens rekordverdächtig.

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