An diesem Tag
26.08.1944: Das Massaker von Rüsselsheim


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Am 26. August 1944 griffen Zivilisten aus Rüsselsheim gefangene US-Kampfpiloten an. Einige der Bürger wurden nach dem Krieg zum Tode verurteilt.

Massaker von Rüsselsheim
Massaker von Rüsselsheim, der Zweite Weltkrieg, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1944 griffen Zivilisten aus Rüsselsheim amerikanische Soldaten an, die in Gefangenschaft geraten waren. Am Tag zuvor hatten die britischen und kanadischen Luftwaffen die Stadt bombardiert. Entsprechend schlecht war die Stimmung unter den Bürgern gegenüber alliierten Soldaten.

Vorgeschichte

Die neun US-Soldaten waren am 24. August 1944 bei Hannover während eines anderen Luftangriffs von einem Flakgeschütz abgeschossen worden. Landwirte aus Osnabrück nahmen sie gefangen und übergaben sie dem deutschen Militär. Einer der Soldaten wurde aufgrund seiner Verletzungen in ein Krankenhaus bei Münster gebracht.

Die anderen acht Soldaten wurden per Zug nach Oberursel transportiert. Allerdings endete die Fahrt in Rüsselsheim, da die Stadt durch britische und kanadische Bomber am Tag zuvor zerstört worden und eine Weiterfahrt aus diesem Grund unmöglich war.

Die RAF hatte 21 Bomben mit einem Gewicht von je 2.000 Pfund über den Opel-Werken abgeworfen, wo Kriegsgüter hergestellt und verarbeitet wurden. 653 weitere dieser Bomben wurden über der Innenstadt von Rüsselsheim abgeworfen. Eine Rauchwolke von 2,5 Kilometern Höhe stieg über der Stadt auf.

Die Produktion von Opel wurde dadurch fast komplett zerstört, ebenso zahlreiche Transportwege und ganze Arbeitersiedlungen, welche direkt bombardiert wurden. 198 Opel-Mitarbeiter kamen durch die Bombardierungen ums Leben. Hunderte weitere starben durch die Bombenabwürfe über der Innenstadt.

Fußmarsch durch Rüsselsheim

Es war unmöglich, die abgestürzten Air Force-Soldaten in ein Kriegsgefangenenlager zu bringen, da die Bahngleise durch die Bombardierungen extrem beschädigt worden waren. Also war man gezwungen, die Amerikaner durch die verwüstete Stadt Rüsselsheim zu einem anderen Zug zu transportieren. Die Gefangenen wurden von zwei, laut einigen Quellen auch drei deutschen Soldaten begleitet.

Die Einwohner der völlig zerstörten Stadt waren sehr verärgert, schließlich hatten viele von ihnen durch die Luftangriffe ihr Hab und Gut oder gar Angehörige verloren. Als sie die Amerikaner durch die Straßen gehen sahen, bildete sich rasch eine wütende Menschenmenge. Sie riefen: „Dort sind Terrorflieger, reißt sie in Stücke, schlagt sie tot, sie haben unsere Häuser zerstört!“.

Die Soldaten antworteten, sie seien für die Zerstörung dieser Stadt nicht verantwortlich. Eine Frau warf einen Ziegelstein, den berühmten ersten Stein. Die Menschen attackierten die Amerikaner mit Steinen, Hämmern, Stöcken und Schaufeln.

Die US-Soldaten versuchten davon zu rennen. Als andere Rüsselsheimer die Soldaten sahen, bewarfen sie diese mit Trümmern. Ca. 100 Bewohner der Rheinstraße schlossen sich der Verfolgungsjagd an.

Die Soldaten rannten weiter durch die Grabenstraße bis zur Hauptstraße und versuchten sich in eine Seitenstraße zu retten. Drei Opel-Mitarbeiter fingen die Soldaten ab und schlugen mit Besen, Hämmern und Eisenstangen auf sie ein.

Nachdem die US-Soldaten reglos am Boden lagen, schoss man sechs von ihnen in den Kopf. Die Bürger legten die US-Soldaten auf einen Wagen und brachten sie zu einem Friedhof. Die beiden noch lebenden wurden weiter traktiert.

Auf dem Weg zum Friedhof ertönte eine Luftangriffssirene, wodurch die Menschen auseinander getrieben wurden. Zwei der Soldaten flüchteten, wurden vier Tage später aber von der Polizei aufgegriffen und zum ursprünglichen Ziel gebracht, einem Gefangenenlager in Oberursel. Dort blieben sie bis zum Ende des Kriegs inhaftiert.

Gerichtsverfahren nach dem Krieg

Als der Krieg endete wurden elf der Bürger ermittelt und in Darmstadt vor ein Gericht gestellt. Oberstleutnant Leon Jaworski, der drei Jahrzehnte später als Sonderstaatsanwalt im Watergate-Skandal berühmt wurde, bestand auf eine Mordanklage und sagte:

„Sie waren alle erwachsene Männer und Frauen. Wenn man sie dazu aufruft einen Mord zu begehen und sie tun das, dann sind sie ebenso dafür verantwortlich zu machen, wie alle anderen Mörder auch.“ Er bezog sich auf einen früheren Aufruf der deutschen Regierung, abgestürzte feindliche Kampfpiloten aufzusuchen.

Die Angriffe auf die US-Soldaten stellten laut Artikel 23 des Haager Übereinkommens von 1907, sowie Artikel 2 der Genfer Konvention von 1929 ein Kriegsverbrechen dar. Diese besagen, dass Kriegsgefangene nicht angegriffen werden dürfen.

Am 02. August 1945 wurden Joseph Hartgen, Johannes Siepel, Phillip Gutlich, Friedrich Wust, Johannes Opper, Margarete Witzler und Käthe Reinhardt schuldig gesprochen und zum Tode durch den Strang verurteilt.

Eine weitere Person wurde vom Gericht freigesprochen. Der Rest der Angeklagten erhielt unterschiedliche Gefängnisstrafen. Die Todesstrafen für Witzler und Reinhardt, übrigens Schwestern, wurden später aufgehoben und in 30 Jahre Haft geändert.

Quellenangaben anzeigen
wikipedia, tenhumbergreinhard, fnp


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