Was allen US-Rezessionen seit 1971 voraus ging


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„Wenn Amerika niest, bekommt der Rest der Welt einen Schnupfen“, besagt eine alte Börsenweisheit. Darum ist vielleicht auch für Europäer folgender Fakt nicht uninteressant: Seit 1971 ging allen Rezessionen in den USA ein rascher Anstieg des Ölpreises voraus.

Anstieg des Ölpreises
Anstieg des Ölpreises, Bild: Wallstreet, Urheber: Gegenfrage.com

Seit dem Zweiten Weltkrieg schlitterten die USA bis heute elfmal in wirtschaftliche Rezessionen. Während dieser Zeit haben Ökonomen einen interessanten Trend festgestellt. Allen früheren Rezessionen, außer einer im Jahr 1960, ging ein extremer Anstieg des Ölpreises voraus.

Aus diesem Grund wird ein Anstieg des Ölpreises von vielen Ökonomen oft als verlässlicher Indikator dafür gesehen, dass eine Rezession bevorsteht. Seit 1971 führte jeder Anstieg des Ölpreises zu einer Rezession in den USA.

Domino-Effekt

Obwohl andere Energiequellen immer beliebter werden, ist Öl immer noch der Rohstoff, der die Wirtschaft der Industriestaaten am Laufen hält. Die übermäßige Abhängigkeit von Öl, insbesondere der USA, hat jedoch ihren Preis. Starke Preissteigerungen oder „Ölschocks“ können die Wirtschaft in Aufruhr versetzen, da andere Preise dadurch unter Druck geraten.

Dies führt zu einer Verlangsamung des BIP-Wachstums, höheren Arbeitslosenzahlen und einem Anstieg der Lebenshaltungskosten. Und in der Folge fallen dann die Aktienkurse.

Zu Beginn des Jahres 2007 stand der Ölpreis bei 70 Dollar je Barrel. Bis Mitte 2008 hatte sich der Preis bereits mehr als verdoppelt und kletterte auf 147 Dollar. Es folgten Zusammenbrüche auf dem Immobilienmarkt und im Bankensektor.

Ende 1998 lag der Ölpreis bei 11 Dollar je Barrel. Bis Ende 2000 hatte sich der Preis auf 34 Dollar je Barrel verdreifacht. In diesem Zeitraum platzte die Dotcom-Blase, im darauffolgenden Jahr gab es eine Rezession.

Dies sind nur zwei Beispiele, die zeigen, wie empfindlich die US-Wirtschaft auf große Ölpreissprünge reagiert. Beide zeigen, wie die Wirtschaft bei einem starken Anstieg aus dem Gleichgewicht gerät und der Aktienmarkt zusammenbricht. Es ist jedoch die Rezession im Jahr 2001, die am deutlichsten widerspiegelt, was heute passiert.

Wie sich die Ölpreise verdreifachen könnten

Im Februar des vergangenen Jahres stand der Ölpreis bei 26 Dollar je Barrel. Allein in den letzten zwölf Monaten haben sich die Preise verdoppelt. Steigen die Preise weiter in diesem Tempo an, wäre die Situation ähnlich wie ab 1998, schreibt Peter Reagan auf Newsmax. Daher sagen einige Analysten eine Rezession bis nächsten Sommer oder Herbst voraus.

Nichts ist sicher, wenn es ums Investieren geht. Ein starker Anstieg des Ölpreises vor jeder wirtschaftlichen Rezession in den letzten Jahrzehnten ist ein Trend, den Anleger nicht ignorieren sollten, so Reagan abschließend.

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newsmax

1 Kommentar

  1. Zu beachten wäre meiner Ansicht nach, dass die USA nicht mehr zwingend auf das Öl der Saudi angewiesen ist. Sie haben ihren Fracking-Öl und die US Vorräte sollen voll sein.
    Also, treffen wird es vor allem die europäischen Staaten.
    Das ist die Meinung eines Laien.

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