Rezession ab 1937 in den USA


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Mitte 1937 erlebte die US-Wirtschaft einen extremen Einbruch. Die Arbeitslosigkeit schnellte auf 19 Prozent, die Industrieproduktion brach um ein Drittel ein, Landwirtschaftsbetriebe reduzierten die Produktion. Durch ein beispielloses Aufrüstungsprogramm wurde Vollbeschäftigung erreicht und die Krise konnte überwunden werden.

USA Rezession 1937
Adler + US-Flaggen, Bild: Gegenfrage.com

Als Rezession von 1937-1938 wird ein wirtschaftlicher Abschwung bezeichnet, der während der Großen Depression in den Vereinigten Staaten stattfand. Bis zum Frühjahr 1937 hatten die Produktion, Gewinne und Löhne ihr Niveau von 1929 wieder erreicht. Zwar blieb die Arbeitslosigkeit hoch, doch war sie vom Höchststand im Jahr 1933 in Höhe von 25 Prozent weit entfernt. Mitte 1937 erlebte die US-amerikanische Wirtschaft einen massiven Einbruch, der 13 Monate anhalten sollte. Die Industrieproduktion brach um 30 Prozent ein, vom höchsten auf niedrigsten Stand sogar um 37 Prozent und erreichte wieder das Depressionsniveau von 1934.

Die Produktion langlebiger Güter (Küchengeräte, Autos usw.) fiel sogar noch schneller. Die Arbeitslosigkeit stieg von 14,3 Prozent im Jahr 1937 auf 19,0 Prozent im Jahr 1938. Unternehmen investierten nicht mehr, Verbraucher gaben ebenfalls kein Geld mehr aus, was zu weiteren Sparprogrammen in der Industrie führte. Die Regierung Roosevelt gab den Monopolen die Schuld und startete eine rhetorische Kampagne gegen die Monopolmacht in den USA. Er gründete die Antitrust-Abteilung im US-Justizministerium, im Jahr 1938 wurde der Agricultural Adjustment Act verabschiedet, wodurch Landwirtschaftsbetrieben Darlehen und Subventionen ermöglicht wurden, die zuvor ihre Produktion reduziert hatten.

Am 2. April beantragte Roosevelt ein neues, groß angelegtes Ausgabenprogramm beim Kongress und erhielt 3,75 Milliarden Dollar, die unter der Public Works Administration (PWA), der Works Progress Administration (WPA) und verschiedenen Hilfsorganisationen aufgeteilt wurden. Weitere Mittel erhöhten das Budget bis Frühjahr 1938 auf fünf Milliarden Dollar, wonach sich die Wirtschaft etwas erholen konnte. Einige Ökonomen glaubten, dass die bereits durchgeführten Bankenreformen unzureichend und weitere Reformen erforderlich waren. So wurden einige Vorschläge gebracht, das Geldwesen komplett neu zu ordnen, wie etwa im Jahr 1939 der Chicago Plan.

Obwohl sich die amerikanische Wirtschaft bis Mitte 1938 etwas erholt hatte, blieb die Arbeitslosigkeit so hoch wie im Jahr 1937 und ließ sich bis zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg im Jahr 1941 nicht mehr senken. Trotz Roosevelts New Deal-Programms saß er weiterhin auf über 10 Millionen Arbeitslosen. Mit dem Tax Revenue Act von 1942 verdoppelte Roosevelt die Steuereinnahmen. Durch massive Aufrüstung und Kriegswirtschaft stiegen die Einkommen in den USA sehr stark. Zudem wurde der Steuerfreibetrag reduziert. Die Anzahl der Steuerpflichtigen Bürger verzehnfachte sich von vier auf 42,6 Millionen Bürger.

Aufrüstungsprogramm

Die beispiellose Aufrüstung führte allerdings rasch zu Engpässen von Kupfer, Aluminium oder Stahl, zudem gab es zu wenig Arbeitskräfte, um das Programm umzusetzen. Zur Veranschaulichung: Im Jahr 1941 produzierten die USA beispielsweise 38.000 Gewehre (1942: 1,5 Millionen, 1943: 5,6 Millionen), 1,400 Kampfflugzeuge (1942: 24.900, 1943: 54.100) und 900 Panzer (1942: 27.000, 1943: 38.500), mehr als andere Kriegsteilnehmer wie Großbritannien, Deutschland oder die Sowjetunion.

Durch die Aufrüstung der US-Streitkräfte erreichten die USA schon zu Beginn des Jahres 1942 die Vollbeschäftigung. Unternehmen warben sich gegenseitig Arbeitskräfte ab, von denen viele vor Beginn der Aufrüstung verarmt in Schwarzenvierteln gelebt hatten und die nun hohe Löhne erhielten. Gleichzeitig stieg die Inflation an, da die Federal Reserve zuvor die Geldmenge stark erweitert hatte. Die Regierung verbot Preiserhöhungen, Gewerkschaften durften bis Kriegsende nicht mehr streiken. Die Löhne stiegen bis Kriegsende um 65 Prozent, die Preise um 28 Prozent.

Ursachen der Rezession ab 1937

Die Ökonomen sind sich bis heute nicht einig, was die Rezession ab 1937 in den USA ausgelöst hat. Keynesianische Ökonomen schieben die Schuld auf Ausgabenkürzungen und die Anhebung der Steuern auf Drängen des US-Finanzministeriums. Der Historiker Robert C. Goldston stellte fest, dass durch zwei wichtige New Deal-Beschäftigungsprogramme dramatische Haushaltskürzungen durchgeführt wurden, die Roosevelt für das Geschäftsjahr 1937-1938 unterzeichnet hatte.

Monetaristen wie Milton Friedman geben der Federal Reserve die Schuld, da diese ihre expansive Geldpolitik in den Jahren 1936 und 1937 beendet hatte. Im Gegensatz dazu glaubt etwa der Okönom Johnathan Catalan vom Mises Institute, die Federal Reserve habe die Krise überhaupt erst durch die extreme Ausweitung der Geldmenge von 1933 bis 1937 verursacht. Zu erkennen war dies etwa im Jahr 1934, als der US-Dollar gegenüber Gold um rund 40 Prozent abgewertet wurde.

Quellen: wikipedia (en), new york times, mises institute, wikipedia (de)

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