Angriff auf Greenpeace
10.07.1985: Französischer Geheimdienst versenkt die „Rainbow Warrior“


Frankreich/Geschichte

Am 10. Juli 1985 versenkte Frankreichs Geheimdienst DGSE das Greenpeace-Schiff „Rainbow Warrior“, welches einen geplanten Atomwaffentest des französischen Militärs behindern wollte.

Rainbow Warrior
Rainbow Warrior, Bild: Flagge Frankreich, Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1985 versenkte der französische Auslandsgeheimdienst Direction générale de la sécurité extérieure (DGSE) das Greenpeace-Schiff „Rainbow Warrior“. Die Naturschutzorganisation befand sich zu diesem Zeitpunkt am Hafen von Auckland, Neuseeland, und war auf dem Weg zum Moruroa-Atoll, um dort gegen einen geplanten französischen Atomwaffentest zu protestieren.

Am 10. Juli brachten französische Agenten zwei Bomben am Schiffsrumpf der Rainbow Warrior an. Die erste Bombe explodierte kurz vor Mitternacht, die zweite wenig später und das Schiff sank. Zwölf Personen befanden sich an Bord des Schiffs, von denen der niederländisch-portugiesische Fotograf Fernando Pereira ums Leben kam.

Frankreich wies zunächst jede Verantwortung für den Anschlag zurück. Die neuseeländischen Behörden jedoch nahmen die beiden Geheimagenten fest und verurteilten sie wegen Brandstiftung, Verschwörung zu Brandstiftung, mutwilliger Sachbeschädigung und Mord. Als die Wahrheit ans Licht kam führte der Skandal zum Rücktritt des französischen Verteidigungsministers Charles Hernu.

Die beiden Agenten bekannten sich des Totschlags schuldig und wurden zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Sie verbrachten allerdings nur etwas mehr als zwei Jahre auf der französischen Insel Hao, bevor sie von der französischen Regierung begnadigt wurden.

„Staatlich geförderter Terrorismus“

Die Aktion wurde direkt von der Regierung in Paris in Auftrag gegeben und durch den sogenannten „Fonds Speciaux“ finanziert, auf den nur der französische Präsident Zugriff hat.

Mehrere Politiker, darunter der neuseeländische Premierminister David Lange, bezeichneten den Bombenanschlag als „Terrorakt“ und „staatlich geförderten Terrorismus“.



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