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18.08.1991: Putschversuch gegen Gorbatschow


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Am 18. August 1991 fand in der Sowjetunion ein Putschversuch gegen Gorbatschow statt. Der Staatsstreich scheiterte zwar, doch ging sein Widersacher Boris Jelzin als Sieger daraus hervor.

Putsch Gorbatschow 1991
Putsch Gorbatschow 1991, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1991 begann ein Putschversuch gegen den sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow. Zwar scheiterte der Versuch, doch verlor er dadurch an Macht und Einfluss. Einer seiner stärksten Widersacher, Boris Jelzin, ging als Gewinner aus der Angelegenheit hervor.

Seit seiner Amtsübernahme im Jahr 1985 hatte Gorbatschow wichtige Reformen an zwei Fronten vorangetrieben. Zunächst forderte er eine Liberalisierung der wirtschaftlichen und politischen Politik der Sowjetregierung.



Er drängte auf eine Wirtschaft, die mehr auf die Politik des freien Marktes bauen sollte und argumentierte, dass das geschlossene kommunistische politische System demokratisiert werden müsse. Zweitens verfolgte er energisch bessere Beziehungen zum Westen, insbesondere zu den Vereinigten Staaten.

Seine Bemühungen waren im Westen hoch angesehen und US-Präsident Ronald Reagan, bekennender Antikommunist, schätzte seinen sowjetischen Amtskollegen. Gorbatschow sah sich jedoch innerhalb seines Staats Angriffen von verschiedenen Seiten ausgesetzt.

Zum Einen die Hardlinekommunisten, die glaubten, Gorbatschows Politik führe die Sowjetunion in den Ruin mache aus dem Land eine zweitklassige Weltmacht. Zum Anderen gab es radikale Reformer wie Boris Jelzin, der als Präsident der Russischen Sozialistischen Sowjetrepublik amtierte.

Jelzin beklagte sich darüber, dass Gorbatschow seine Reformen nicht schnell und konsequent genug vorantrieb. Im Juli 1990 demonstrierte Jelzin seine Unzufriedenheit mit der Ankündigung, dass er aus der Kommunistischen Partei austreten würde.

Putsch

Im August 1991 beschlossen Hardliner der sowjetischen Regierung und des Militärs zu handeln und einen Putsch gegen Gorbatschow durchzuführen. Er wurde unter Hausarrest gestellt und seine Feinde forderten seinen Rücktritt als Führer der Sowjetunion.

Gorbatschow lehnte ab, doch machten Gerüchte international die Runde, dass seine Regierung den Putsch nicht überstehen würde. Jelzin und viele seiner Unterstützer, die in das russische Parlament geflüchtet waren, griffen ein.

Jelzin erkannte richtig, dass die von Gorbatschow begonnenen Reformen im Falle eines erfolgreichen Putschs zerstört würden. Er forderte das russische Volk auf zu streiken und gegen den Putsch auf die Straße zu gehen. Die Menschen reagierten zu Tausenden.

Der schlecht organisierte Staatsstreich brach bereits wenige Tage später zusammen. Der Schaden für die Regierung war dennoch katastrophal. Im Dezember 1991 trat Jelzin als Gorbatschows Nachfolger aus der Krise hervor.

Als Gorbatschow seinen Rücktritt erklärte, entfernte Jelzin sofort alle Flaggen der ehemaligen Sowjetunion von Regierungsgebäuden in Russland und diente von nun an als Präsident der mächtigsten der ehemaligen sozialistischen Sowjetrepubliken.

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